*UPDATE* Es war mal wieder Zeit für ein Update. Best Secret (leider ohne Einlademöglichkeit) und PAUL DIREKT sind dazugekommen.
Der Liveshopping-Boom könnte in Deutschland nicht größer sein, immer mehr Unternehmen starten nebenher noch ein kleines Liveshopping-Portal. Ein Übersicht findet sich auf live.mydealz.de.
Vorbild all dieser Modelle ist der amerikanische Vorreiter woot!. Von der Idee jeden Tag nur ein Produkt zu verkaufen, Überraschungspakete zu verkaufen, bis hin zur “lässigen” Produktbeschreibung wurde alles vom Branchenprimus übernommen. An den Erfolg des 2004 gegründeten Unternehmens woot! konnte jedoch bis jetzt kein deutsches Unternehmen anknüpfen.
Bereits 2001 in Frankreich wurde ein ähnliches Shopping Konzept in Frankreich entworfen, Vente-privee (franz. für privater Verkauf). Hierbei werden wieder Produkte (vor allem Mode) deutlich günstiger verkauft als im restlichen Internet, sehen können die Angebote allerdings nur angemeldete User. Der Witz an der Sache ist aber, dass nicht jeder sich einfach anmelden kann, sondern man eingeladen werden muss (dafür steht das privee). Die Mitgliedschaft selber ist vollkommen kostenlos und unverbindlich. Die meisten Anbieter haben die “Einladepflicht” inzwischen allerdings abgeschafft, Best Secret und VIP-Trends sind aktuell die einzigen Ausnahmen.
Und das Konzept ging auf. Nach einer langen Durststrecke schießt dieses Unternehmen an allen anderen Liveshopping Plattformen vorbei. Inzwischen 750 Angestellte, 18 eigene Fotostudios, 5 Tonstudios und ein Jahresumsatz von 350 Millionen Euro sprechen für sich (500 Millionen sind für das Jahr 2008 angepeilt). In Frankreich finden sich inzwischen unzählige weitere Vente-privee Anbieter, es hat sich eine regelrechte Subkultur zu den “einfachen” Internetshops entwickelt.
Und dieser Trend schwappte zuerst langsam, inzwischen aber immer schneller auch nach Deutschland über. Weil wir Deutschen aber lieber englische Schlagwörter haben, wird das Ganze nun nicht mehr Vente-Privee, sondern Private Shopping Club genannt. Ich verfolge einige dieser Unternehmen schon seit vielen Monaten, aber manche auch erst seit wenigen Wochen. Hier eine kleine Übersicht der Private Shopping Portale für Deutschland.

Vente-Privee: Das Original aus Frankreich versucht auch in Deutschland Fuß zu fassen. Eine Homepage, die ihres Gleichen sucht. Wöchentlich ein neues unfassbar geniales Design, eigens komponierte Musik und spitzen Produktfotos. Meiner Meinung nach gibt es momentan einfach nichts “cooleres”. Die Produktauswahl ist leider eher für den absoluten Ottonormalo gedacht. Markenkleidung, Parfüms, Accessoires, Uhren und gelegentlich auch Technik wird hier zu teilweise wirklich guten Preisen (die Menge machts halt) verkauft. Typisch für dieses Verkaufssystem sind auch recht lange Lieferzeiten, so auch bei Vente-Privee. 2-3 Wochen muss man wohl auf sein Paket warten (ich habe auch schon 5 Wochen gewartet). Inzwischen gehört Vente-Privee zu den 500 meist besuchten Internetseiten im World Wide Web. Auf der Homepage findet sich auch ein schönes Video zu dem Ablauf der Bestellung.

BuyVIP: Europaweit der vermutlich größte Konkurrent (wenn auch noch weit entfernt) und auf dem deutschen Markt vermutlich immer noch die Nummer 1 unter den Private Shopping Portalen ist BuyVIP. Die absolute identische Idee, designtechnisch jedoch nicht so bunt, nicht so jung, man könnte fast sagen seriös. Das gefällt uns Deutschen scheinbar auch besser. Finanztechnisch sollte BuyVIP durch viele Investoren (unter anderem auch die Samwer Brüder (Alando, Jamba, etc.)) sehr gut aufgestellt zu sein. Allerdings nutzt man dieses Kapital scheinbar nur um groß Werbung zu fahren, den User dann aber heftigst vor den Kopf zu stoßen (siehe 50% Rabatt Wii Aktion / 50% Rabatt PS3 Aktion). Schon unglaublich frech direkt 2mal hintereinander im Abstand von 2 Wochen so eine miese Nummer abzuziehen. Die Produktpalette ist hier auch wieder ganz “klassisch” Mode, Düfte und gelegentlich Technik. Auch hier muss man sich für Deutschland auf untypisch lange Wartezeiten einstellen.
Die jungen Wilden

Brands4Friends: Ein Newcomer mit großen Ambitionen. Inzwischen wird offensiv bei StudiVZ geworben. Hier kann endlich auch mal ohne Kreditkarte oder Paypal gezahlt werden. Die Preise hauen mich in der Regel aber nicht wirklich vom Hocher. Und der fade Beigeschmack der Lockangebote bleibt. Eine Apple Ipod Aktion war angekündigt, ich hatte den Artikel auch schon fertig geschrieben, jedoch war ich kurz vor Anfang der Aktion auf Toilette gegangen und als ich wiederkam war der einzige Ipod, den es zu einem günstigeren Preis gab, bereits ausverkauft. So macht man sich nicht beliebt. Optisch ist aber auch Brands4friends sehr schön, coole Flashanimationen, gute Produktvideos. Das Sortiment ist auch hier ganz klassisch Mode, Düfte, Accessoires und gelegentlich Technik.
PAUL DIREKT

Mit Pauldirekt gesellt sich ein weitere Anbieter in die illustere Runde der Shopping-Clubs. Hinter Pauldirekt steht die getmobile AG und dementsprechend sind die Angebote auch hauptsächlich aus der Technik Ecke. Alle Produkte werden von “Paul” als Produktvideo vorgestellt. Mal sehen wie sich das noch entwickelt. Inzwischen kann man sich recht simpel über diesen Link anmelden.

Label-Park: Ein französisches sehr junges und kleines Vente-Privee Portal. Das Unternehmen besteht fast vollständig aus Extremsportlern und so liegt deren Ausrichtung auch auf Kleidung und Accessoires für Boarder und Skater. Hier wird versucht mit einer eigenen Band, Produktvideos und teilweise auch noch sehr jungen Marken genau diese Zielgruppe anzusprechen. Günstige Preise werden durch lokale Nähe zu den Anbietern (Süd-Frankreich nahe der spanischen Grenze) realisiert und an die Skater und Boarder weitergegeben. Bei Label-Park handelt es sich um ein französisches Unternehmen, welches nach Deutschland versendet. Hierbei gilt zu beachten, dass man lediglich 7 Tage Widerrufsrecht hat und nur 1 Jahr Garantie. Da es sich aber zum Großteil eh um Mode handelt, sollte dies ja keine entscheidene Rolle spielen. Die Lieferzeiten wollen die Jungs von Label-Park niedriger als bei der Konkurrenz halten und versuchen alles innerhalb von 7 Tagen bis 2 Wochen zu liefern.

4Clever: 4Clever ist ein Shopping Club für Markenfans. Mit Marken wie Ecko, Ezekiel, Zoo York, Burton, Roxy und mehr liegt der Fokus ganz klar auf der jungen Zielgruppe bis 25.

Clubsale: Die neue Private-Shopping Marke von Planet-Sports. Auch hier wird die junge Zielgruppe anvisiert. Für Einladungen schreibt eine Email an invites@mydealz.de oder hinterlasst einen Kommentar.

Privateoutlet: Was soll man noch sagen. Der nächste Private Shopping Club aus der Retorte. Schickes Design, typische Produktauswahl (Mode und gelegentlich Technik). Bis jetzt konnte das Portal noch nicht meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Leider müssen die Rücksendekosten nach Frankreich selber getragen werden (bei Ventee-privee und fast allen anderen ist das kostenlos).

limango: Das einzige Portal bei dem ich noch nicht Mitglied bin (*UPDATE* war
), allerdings verfehlt das Thema auch voll mein Interessensgebiet
limango richtet sich an die junge Familie. Hier gibt es also Spielwaren, Babykleidung, Babymöbel etc. pp.
Best Secret

Name ist hier wirklich Programm. Der “elitäre” Shopping-Club nennt sich Best Secret und ermöglicht den Zugang momentan einer nur sehr kleinen Zielgruppe. Wer bei der HypoVereinsBank kann sich also glücklich schätzen, denn ihr bekommt hier eure Best Secret Einladung. Zur Zeit werden wohl fast ausschließlich Modeartikel verkauft und wirklich interessant finde ich persönlich das Angebot nicht.

VIP-Trends: Auch wieder genau das selbe. Shopping Club der sich auf Mode spezialisiert hat. Optisch eher mau. Geliefert wird nur Lagerware und somit ist die Versandzeit mit 3-4 Tagen erträglich kurz. Leider hat sich bei VIP-Trends schon seit mehreren Monaten nichts mehr getan und ist praktisch tot. Für Einladungen schreibt eine Email an invites@mydealz.de oder hinterlasst einen Kommentar.

Triphunter: Ganz anders und doch fast gleich ist das noch recht junge Portal Triphunter. Auch hier wird einem großen französischem Portal nachgeeifert (Voyage prive). So gibt es Kampagnen aus dem Bereich Reisen und Events. Ich bin erst seit kurzem dabei und kann damit erstmal nicht viel dazu sagen. Die Preise sind aber recht ansehnlich und meist mit Hotel gebundled. Kleine (wenn auch nicht viel sagende) Videos zu den Reisen finden sich bei Clipfish.
Dies sollte eine recht vollständige Auflistung der deutschen Private Shopping Clubs oder auch Vente-Privee Unternehmen sein. Meiner Meinung nach versuchen alle zu sehr dem französischen Vorbild nachzuahmen, gerade da Vente-Privee nun selber auf den deutschen Markt drängt, wäre Innovation dringend angesagt.
Der Zeitpunkt ist eigentlich gut, denn “closed” Networks kommen immer mehr in Mode. Dies macht ja auch bei den Social Networks nicht halt, ob aSmallWorld, Schwarze Karte, Cosmonited, etc. pp.
Abschließend bleibt die Frage, ob wir uns für dieses Konzept begeistern können?
Vielen Dank auch nochmal an Jens von Label-Park, der mir viel über die französische Vente-Privee Kultur erzählen konnte.
BornForSports hatte ursprünglich mit der Sport Community + Shop ein etwas anderes Konzept, ist aber inzwischen eher Richtung Online-Shop mit Community Elementen geschwenkt.