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James Neligan LIS-DCFI Solid Spruce Maho Dread Acoustic-electric Gitarre

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James Neligan LIS-DCFI Solid Spruce Maho Dread Acoustic-electric Gitarre

Preis:Preis:Preis:184,84€
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James Neligan LIS-DCFI Solid Spruce Acoustic-electric Gitarre für €184,84
James Neligan ist aus dem Hause Stagg

jnguitars.com/en/…tml


Preis an anderer Stelle: € 400+
idealo.de/pre…tml

Specs
Lismore Series e.a. Dreadnought guitar cutaway w/ solid spruce top
- Back & sides: mahogany
- Neck: mahogany, Oval C shape
- Fingerboard: rosewood with short strip/ tab inlays on the edge
- Bridge: rosewood
- Neck & body binding: wood
- Neck & body purfling: white & wood inlays
- Headstock veneer: rosewood
- Soundhole: wooden rosette
- Nut & saddle: black Tusq
- Machine heads: Grover(tm) black w/ ebony-like buttons
- Preamp (active): under-saddle Fishman PU + Psy 401 Fishman EQ w/ built-in chromatic tuner, V/ B/ M/ T controls, Phase switch and Low battery test led
- Output: 1 x standard 1/4 jack
- Strings: D'Addario EXP
- Colour: Natural
- Finish: higgloss (body), satiny (neck).

2 Kommentare

Specs hinzugefügt. Preis wurde angepasst. Scheint ein Fehler gewesen zu sein...

Der Deal ist zwar uralt und längst vergessen, aber ich muss dringend irgendwo meine Erfahrung mit dieser Gitarre loswerden. Hab sie bei ebay als Rückläufer unverschämt günstig ersteigert. Was ich bekommen habe, war eine neue Gitarre auf der sich noch die frischen, vom Hersteller aufgezogenen Saiten inklusive baumelndem Werbekarton befanden (D'Addario EXP). Der einzige Makel, den ich finden konnte, war eine kleine Delle auf halber Höhe am Hals. Nichts was beim Spielen stört oder auch nur bemerkt wird. Nur zu finden wenn man mit den Fingern am Hals entlangstreifend danach sucht.

Materialien und Design:
Es handelt sich um eine Dreadnought mit Cutaway, Fishman Preamp, massiver Fichtendecke, einem Hals und Korpus aus Mahagoni, einem Palisander Griffbrett und einem Hochglanzfinish. Standard soweit.
Der Look hingegen ist durchaus ungewöhnlich. Stegeinlage, Pins, Sattel und die Mechaniken sind schwarz, der Kopf so dunkel, dass er ebenholz fast schwarz wirkt. Das Binding und die Schalllochrosette sind aus Holz. Anders als gewohnt ist die gerade einmal 5 mm dicke Rosette kein Ring der mit einem gewissen Abstand zum Rand des Schalllochs in die Decke eingefasst ist, sondern schliesst stattdessen mit diesem ab. Der Steg ist gerade und gleichmässig abgerundet. Die Inlays sind nicht wie üblich in der Halsmitte zentriert, sondern in die dem Spieler zugewandte Seite/Kante des Griffbretts eingelassen. Das Logo auf der Kopfplatte besteht aus zwei Buchstaben und ist herrlich unaufdringlich. Alles in allem verzichtet die Gitarre auf sämtliche Schörkel, Goldgefunkel und Abaloneschnickschnack. Ein sanfter Traum von Understatement und genau mein Ding.

Ton:
Beim ersten Anspielen hatte ich gemischte Gefühle. Ich muss vorausschicken, dass ich hauptsächlich strumme und sehr wenig picke. Der Sound war ausgewogen, mit knackigen Bässen, klingenden, nicht zu spitzen Höhen, voller Resonanz und extrem obertonreich. Mit den Obertönen hatte ich allerdings so meine Probleme. Sie haben sich alle auf einem recht hohen und ähnlichen Frequenzniveau bewegt, was den Klang beim Akkordschlagen hell und undifferenziert erscheinen liess. Wunderschön beim Picking, weniger allerdings beim Strummen. Nach ein, zwei Stunden Spielen hatte sich das aber halbwegs eingependelt. Mit dem Aufziehen der 12er Masterbuilt von Gibson war das "Problem" eh erledigt. Die Saiten passen hervorragend auf die Gitarre.
Die Intonation ist nicht überragend, aber gut (würde mich eh nicht stören, da ich durchaus einer gewissen Disharmonie zugeneigt bin).

Bespielbarkeit:
Die Saitenlage bei meinem Instrument ist mittelhoch und genau richtig zum Strummen. Ich kann damit viel leichter rockige Töne erzeugen als mit meiner alten Fenix Dreadnought mit niedriger Saitenlage. Das Griffbrett ist leicht gerundet, die Saitenhöhe wird Richtung hoher E-Saite immer niedriger und ist über alle Saiten perfekt austariert. Der Hals ist schmal, hat ein flaches C-Profil und lässt sich hervorragend bespielen. Wer einen kräftigen Hals bevorzugt, bei dem man viel in der Hand hat, sollte sich besser woanders umschauen.
Der aufgeklebe Halsfuss spricht hingegen eine andere Sprache. Hier hat man sich offensichtlich am Bug der Titanic orientiert. Die schiere Grösse und Masse des Halsfusses schränkt den Nutzen des Cutaway leider etwas ein. Man muss schon die Hand um den Fuss wickeln um an die untersten Bünde zu gelangen.

Elektronik:
Der Preamp stammt von Fishman (PSY-401) und bietet ein eingebautes Stimmgerät, eine Klinken- und eine XLR-Buchse. Man darf an Bass, Mitten und Höhen drehen und einen Phase Knopf drücken. Bis auf den Tuner hab ich die Elektronik allerdings noch nicht ausprobiert. Der Tuner verrichet seine Arbeit gut. Lediglich bei der hohen E-Saite bin ich etwas anderer Meinung als er.

Verarbeitung:
Die Verarbeitung ist gut. Die Leimstellen zwischen Hals und Korpus hat man bei teureren Gitarren sicherlich schon feiner ausgeführt gesehen, einen Grund zu meckern haben aber höchstens Luxus-Puristen. Das Hochglanzfinish, das Binding und die Rosette sind makellos. Die Maserung der Hölzer ist nichts besonderes. Die Bundstäbchen sind nicht plan geschliffen, weisen aber auch keine störend scharfen Kanten oder Überstände an den Seiten auf. Der Steg wirkt etwas trocken. Da bin ich mit Lemon Oil nochmal drüber gegangen.
Was aber gar nicht ins Bild passen will, sind die schwarzen Plastikpins. Die sind viel zu schmal und liegen ohne jeglichen Widerstand in den Löchern. Dreht man die unbesaitete Gitarre um, fallen sie einfach aus den Löchern heraus. Das hat zur Folge, dass während des Besaitens die Pins beim Spannen der Saiten ständig aus den Löchern springen und man sie fortwährend wieder hineinklopfen muss. Das geht solange, bis die Saiten halbwegs auf Spannung sind. Dann halten die Pins irgendwann. Ich hab mit ihnen einmal besaitet und mir dann sofort beim grossen T Ebenholz-Pins (ohne Dot) bestellt, diese ein bisschen zurechtgeschliffen und seitdem bin ich glücklich.

Hersteller:
James Neligan ist eine Submarke von Stagg, einer grossen Gitarrenmanufaktur aus China, die bisher hauptsächlich durch Billigmarken aufgefallen ist. Der Webauftritt von James Neligan legt nahe, dass man mit der Marke vornehmlich auf den westlichen Markt zielt und mit frischem Design und gehobenen Features zu günstigen Preisen punkten will (massive Decken).
Nach meiner Erfahrung mit der LIS-DCFI (Lismore Dreadnought Cutaway Fishmore Preamp) war ich durchaus überzeugt von diesem Konzept und hab mir ebenfalls sehr günstig eine LYN-D12 (Lyne Dreadnought 12-saitig) bei ebay geschossen. Die Lyne Serie ist preislich etwas unterhalb der Lismore angesiedelt, was sich hauptsächlich durch eine ähnliche aber nicht so konsequent durchgezogene Design Linie bemerkbar macht. Die Spezifikationen sind ansonsten ähnlich.
Die Gitarre entpuppte sich als ein Vorgängermodell der aktuell erhältlichen Serie mit gold-plastikperlmutt Mechaniken statt der aktuellen schwarzen.
Was soll ich sagen ... die Gitarre war eine einzige Katastrophe.
Das Griffbrett hatte hässliche Schleifspuren und Klebereste, das Holz unterhalb des Sattels war ausgerissen, die Bundstächen waren nicht geschliffen und hatten teilweise durchaus scharfkantige Überstände. Die Saitenpins waren wie auch bei der LIS-DCFI lose weil zu schmal und die Saitenlage war viel zu hoch. Die Kerben im Sattel waren zu schmal für die umwickelten Saiten, weshalb diese auf statt in den Kerben lagen und für eine ungleichmässige Höhe der Saitenpaare sorgten. Völlig unfassbar war aber die hirnrissige Fehlkonstruktion von Steg, die auf der Gitarre klebte. Die Pins waren in absolut gleichmässigem Abstand angeordnet, was zu Folge hatte, dass auch alle Saiten den gleichen Abstand zueinander hatten. Bei 12-saitigen Gitarren sollten aber die Pins und damit auch die Saiten immer paarweise angeordnet sein, damit man die Saiten auch paarweise mit einem Finger drücken kann. Dadurch war die Gitarre in den mittleren und unteren Bünden
unspielbar, da es mit normal breiten Fingerkuppen fast unmöglich war, beide Saiten eines Paares zu erwischen.
Zusammen mit der hohen Saitenlage und der unterschiedlichen Höhe der Saitenpaare war die Gitarre damit endgültig unspielbar. So ein Pfusch ist mir bisher bei keiner €50 Sperrholzgitarre begegnet und jegliches Zutrauen in den Hersteller ist bei mir flöten gegangen. Alle Vorurteile bezüglich Chinagitarren wurden zehnfach bestätigt.

So gut mir auch meine Lismore Dreadnought gefällt, eine Empfehlung kann ich nicht aussprechen. Der Hersteller ist einfach nicht vertrauenswürdig und wer weiss, ob nicht das nächste Exemplar der Qualitätskontrolle wieder eine lange Nase gedreht hat.

Bearbeitet von: "curious" 27. September

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