Amazon Gewährleistung: etwas Gebrauchtes privat weiterverkaufen

Hallo,

ich habe heute folgende Frage an den Amazon Support gestellt:

Wenn ich z.B. einen Elektronik Artikel über Amazon gekauft habe und diesen nun nach 1,5 Jahre privat weiterverkaufe, hat dann der Erwerber des Artikels noch 0,5 Jahre Gewährleistung über Amazon? Der Käufer des Artikels kann sich also mit der Rechnung bei einem Defekt innerhalb dieser 0,5 Jahre wegen Gewährleistung noch an Amazon wenden, richtig?

Antwort:
Ja, der Erwerber des Artikels hat dann noch 0,5 Jahre Gewährleistung über Amazon. Aber grundsätzlich hat jeder Kunde von Amazon.de die Möglichkeit, defekte Artikel innerhalb von 2 Jahren ab Erhalt der Ware bei uns zu reklamieren. Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn der Artikel direkt bei Amazon.de erworben wurde. Die Abwicklung einer Reklamation erfolgt grundsätzlich nur über das Amazon.de-Kundenkonto des Bestellers. In diesem müss der Erwerber des Artikels sich direkt den Verkäufer wenden, um 0,5 Jahre Gewährleistung zu bekommen.


Hat jemand damit schon Erfahrungen gemacht? Das würde ja heißen, dass ein Defekt dann immer nur über den ursprünglichen Käufer abgewickelt werden kann?

14 Kommentare

Richtig, immer nur über das Konto des ursprünglichen Käufers. Du bist also im Zweifel auf "Hilfe" angewiesen.

richtig..rücksende-etikett runterladen..dem käufer per mail schicken..er schickt das defekte gerät an amazon ..du bekommst das geld zurück/austausch und schickst dem käufer den gezahlten betrag oder das austauschgerät..wie soll es auch anders laufen ?!

regnared

richtig..rücksende-etikett runterladen..dem käufer per mail schicken..er schickt das defekte gerät an amazon ..du bekommst das geld zurück/austausch und schickst dem käufer den gezahlten betrag oder das austauschgerät..wie soll es auch anders laufen ?!


Besser wäre:

Amazon erstattet ja den Kaufbetrag des 1. Käufers, man zahlt dann dem 2. Käufer natürlich nur das Geld was er bezahlt hat und behält den Rest X)

Ich hätte halt gedacht, dass es dann über das Amazon-Konto des Käufers laufen kann. Gerade bei Sachen, die Seriennummern haben.

Aber stimmt schon, dann könnte die Rechnung oft ausgedruckt werden und danmit dann "Unsinn" getrieben werden.

regnared

richtig..rücksende-etikett runterladen..dem käufer per mail schicken..er schickt das defekte gerät an amazon ..du bekommst das geld zurück/austausch und schickst dem käufer den gezahlten betrag oder das austauschgerät..wie soll es auch anders laufen ?!


ja klar..mit gezahltem betrag meinte ich den vom käufer..nicht amazon..wäre ja noch schöner

Michi9090

Ich hätte halt gedacht, dass es dann über das Amazon-Konto des Käufers laufen kann. Gerade bei Sachen, die Seriennummern haben. Aber stimmt schon, dann könnte die Rechnung oft ausgedruckt werden und danmit dann "Unsinn" getrieben werden.


Habe hier mal so einen Fall gelesen, 2. Käufer hat sich an Amazon gewandt, zurück gesendet, es wurde gesagt Guthaben geht auf sein Konto, aber Pustekuchen, der stand nun da :-)

regnared

richtig..rücksende-etikett runterladen..dem käufer per mail schicken..er schickt das defekte gerät an amazon ..du bekommst das geld zurück/austausch und schickst dem käufer den gezahlten betrag oder das austauschgerät..wie soll es auch anders laufen ?!


Glaube kaum, dass du den Differenzbetrag selbst behalten darfst. Dürfte auch schwer sein, eine ausreichende rechtliche Grundlage dafür zu finden.

Problem ist vielmehr, wenn der erste (also Amazon-)Käufer hoch verschuldet ist oder in der Insolvenz steckt, dann landet die Rückerstattung im schwarzen Loch und der zweite Käufer sieht nichts mehr vom irgendwelchem Geld. U. U. muss er sich in die Schlange der Insolvenzgläubiger einreihen.

9. Gewährleistung auch beim Weiterverkauf durch Verbraucher?

Verkauft ein Verbraucher die Sache weiter an einen Dritten, kann dieser gegenüber dem Händler grundsätzlich keine Gewährleistungsrechte geltend machen. Er und der ursprüngliche Verkäufer haben keinen Vertrag geschlossen. Ist die Kaufsache nach dem zweiten Verkauf an den Dritten zum Zeitpunkt der Übergabe mangelhaft, so ist das grundsätzlich allein ein Problem zwischen diesen beiden Parteien.

Jedoch kann dafür gesorgt werden, dass der Zweitkäufer letztlich doch in den Genuss der Gewährleistung kommt.

Entweder kann der Erstkäufer die Rechte im Namen des Dritten gegenüber dem Erstverkäufer geltend machen. Oder Zweitverkäufer und der Dritte vereinbaren in ihrem Kaufvertrag, dass die Gewährleistungsrechte, die dem Zweitverkäufer gegenüber dem Erstverkäufer zustehen, abgetreten werden. Durch eine solche Abtretung wird der Dritte zur Geltendmachung gegenüber dem Erstverkäufer bemächtigt.

Eine solche spätere Abtretung der Gewährleistungsrechte an Dritte kann der Erstverkäufer auch nicht dadurch verhindern, dass er dies in seinen AGB dem Erstkäufer verbietet. Eine solche AGB-Klausel wird von der Rechtsprechung als unwirksam angesehen.

Quelle: it-recht-kanzlei.de/The…e=0

@freak1:

Amazon erstattet ja den Kaufbetrag des 1. Käufers, man zahlt dann dem 2. Käufer natürlich nur das Geld was er bezahlt hat und behält den Rest X)



2. ist falsch. Der Käufer hat Anspruch auf den vollen Erstattungsbetrag. Behältst du ihn ein, begehst du einen Betrug und der Käufer kann und wird dich auf Zahlung verklagen. Ganz einfach.

ja klar..mit gezahltem betrag meinte ich den vom käufer..nicht amazon..wäre ja noch schöner



Ganz falsch, siehe Antwort oben. Der Käufer hat Anspruch auf volle Bezahlung/Ausgleich.

come2tom1



Sorry so einfach ist es nicht. Nur der Erstkäufer hat die Gewährleistungsrechte gegenüber den Erstverkäufer, sofern nicht anderes vereinbart worden ist. Ob der Erstkäufer seine Rechte wahrnimmt oder nicht, ist immer noch seine Entscheidung.

Doch. Du verwechselt Kaufvertrag und dessen Erfüllung von Amazon=Erstkäufer und Verkäufer=Käufer. Dem Erstkäufer obliegt kein Eigentum mehr an der Sache, er ist nur Erfüllungsgehilfe für den Käufer.

Der Käufer hingegen "tauscht" sein Eigentum gegen die Zahlung von Amazon, dessen Höhe seitens Amazon bestimmt wird.

@leonice:
Bitte nicht den TE mit falschen Informationen verwirren; danke. Die Entscheidung über die Abtretung der Gewährleistungsrechte (genauer Sachmängelhaftung) liegt nicht beim Verkäufer, wenn der Verkäufer an den Erstkäufer Amazon war, denn:

Ein Anspruch des Zweitkäufers gegenüber dem Händler kommt in Betracht, wenn der Händler beispielsweise eine Herstellergarantie übernommen hat oder aber andererweitige vertragliche Vereinbarungen zwischen dem Zweitkäufer und dem Händler bestehen. Diese Ansprüche entstehen aber nicht von Gesetzes wegen, sondern müssen vertraglich vorgesehen sein, siehe Aussage oben von Amazon. Das ist auch in den Hilfeseiten niedergelegt.

Die Abtretung der Sachmängelhaftung wäre dem Erstkäufer ebenfalls möglich.

Die Gewährleistung geht bei Amazon nur über den Erstkäufer. Wenn man einen Artikel dann privat weiter verkauft kann man entweder jegliche Gewährleistung ausschließen oder anbieten, im Falle einer Reklamation, als Mittelsmann zu fungieren.

Garantien sind in den meisten Fällen auch auf Drittbesitzer übertragbar, das muss man dann aber in den jeweiligen Garantiebedingungen prüfen. Soweit ich weiß gewährt Motorola nur dem Erstkäufer eine Herstellergarantie, während es bei Samsung egal ist.

Deinen Kauderwelsch versteht kein Mensch. Grarantie und Gewährleistung (Sachmängelhaftung) sind zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte.Bitte lass die Garantie hier aus dem Spiel. imadog hat es sehr gut zusammengefasst.

come2tom1

Die Abtretung der Sachmängelhaftung wäre dem Erstkäufer ebenfalls möglich.



Richtig, aber der private Erstkäufer (Zweitverkäufer) ist nicht dazu verpflichtet. Da er also im Besitz der Gewährleistungsrechte gegenüber Amazon ist, kann er selbstverständlich die Bedingungen zur Wahrnehmung seiner Rechte zugunnsten Dritter selbst festlegen.

Oh, du hast riiiiicchtig Ahnung. Sachmangelhaftung ist die Gewährleistung, denn dieses Wort "Gewährleistung" gibt es im BGB nur zweimal, aber an anderer Stelle. Umgangsprachlich heißt es nur so.. Damit hast du dich für die weitere Diskussion endgültig disqualifiziert.


Von Garantie sage ich nichts, das war ein Beispiel, um es den Unwissenden zu ermöglichen, den Unterschied zu erkennen; aber das hat bei dir scheinbar nicht gereicht. Setzen, danke.

Imadog sagt nicht anderes wie ich, nur rechtssprachlich falsch, in der Sache aber richtig..

Und nein, der Erstkäufer kann nicht die Bedingungen willkürlich festlegen, zu welcher die Sachmangelhaftung und die
Inanspruchnahme zur Erfüllungshilfe zu leisten hat. Schon gar nicht kann er den Ersatz in Form von Geld (Überzahlung) behalten; da wäre zusätzlich zum zivilrechtlichen Anspruch des Zweitkäufers der Betrug zu prüfen. Das Eigentum hatte nunmehr der neue Käufer, nicht der ehemalige Erstkäufer. Der Ersatz steht damit den Zweitkäufer zu.

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