Ausbildungskosten für Studium im Nachhinein absetzen?

Hi Leute

Mir ist letztens von einen Arbeitskollegen zu Ohren gekommen, dass es möglich sein, die Ausbildungskosten und ggf. Damals gezahlte Studiengebüren (in meinem Fall liegt das Studium bereits 2,5 Jahre zurück) von der Steuer im Nachhinein durch einen zu stellenden Verlustvortrag als Werbungskosten abzusetzen. In meinem Fall wäre das nach ein Studium nach erfolgreich absolvierter Ausbildung.

Habe auf Anhieb mal folgende Quelle:
schlemann.com/bfh…ar/

Kenne mich mit Steuerrecht leider überhaupt nicht aus aber denke, dass es ziemlich eilt, wenn man da noch was holen will... Ist da jemand von euch mehr im Thema drin bzw. hat so einen Antrag gestellt (auch wenn man sich schon im Arbeitsleben befindet)?

16 Kommentare

Was willst du denn jetzt genau wissen? Ich glaube nicht, dass jemand hier ist, der es besser erklären kann, als die Quelle.

Durch deine Ausbildung gelten die Studienkosten nicht als Sonderausgaben sondern als Werbungskosten. Im letzteren Fall hast du die Möglichkeit einen Verlustvortrag in der Steuererklärung anzuzeigen. Allerdings bedeutet das zum einen, dass deine Kosten > Einnahmen sein müssen (sonst kein Verlust) und zum anderen, dass du für die entsprechenden Jahre noch keine Steuererklärung gemacht haben darfst.

Zitat aus Finanzets 8/15:


"Hans H. aus Erfurt hat die Finanztest-Redak­tion folgende Frage gestellt: „Vor vier Jahren habe ich ein Studium abge­schlossen. Kann ich die Studien­kosten nach­träglich absetzen, wenn sie schon vor mehr als vier Jahren angefallen sind?“ Hier lesen Sie die Antwort unserer Steuer-Experten.

Versäumte Abrechnungen einfach nach­holen

Das Amt muss den Antrag auf Verlust­fest­stellung sogar noch für die Jahre 2008, 2009 und 2010 annehmen, wenn noch keine Steuererklärung gemacht wurde. Eile ist aber geboten. Noch gilt ein Urteil des Bundes­finanzhofes, nach dem die Verjährungs­frist erst nach sieben Jahren abläuft (Az. IX 22/14). Diese Regel will der Gesetz­geber im Herbst kippen. Künftig soll die Frist nach vier Jahren enden.

So gehen Antrag­steller vor

Versäumte Abrechnung lassen sich nach­holen, indem Steuer­pflichtige im Mantelbogen einen Verlust­vortrag (oben ankreuzen) beantragen. In Anlage N sind Studien­gebühren, Ausgaben für Fach­literatur, Fahrt­kosten und andere Bildungs­kosten anzu­geben. Derzeit wirken sich diese Kosten im Rahmen einer ersten Berufs­ausbildung oder eines Erst­studiums zwar nur aus, wenn im selben Jahr auch steuer­pflichtige Einkünfte anfallen. Doch das könnte das Bundes­verfassungs­gericht bald aushebeln (2 BvL 22/14, 2 BvL 23/14, 2 BvL 27/14). Lehnt das Finanz­amt eine Verlust­fest­stellung ab, darf dies darum nur vorläufig sein – bis zur Klärung durch die Verfassungs­hüter."

Dann packe ich mal mein Halbwissen aus. Eine freiwillige Steuererklärung kann man glaub bis 4 Jahre Rückwirkend abgeben. Dort solltest du Ausbildungskosten als Werbungskosten eintragen können und so mittels Verlustvortrag "mitnehmen" können.

Zwei Dinge jedoch:
1. Solltest du während des Studiums Geld verdient haben (auch unter Steuerfreiheitsgrenze) wird das jedoch direkt gegengerechnet und dein Verlustvortag sinkt bzw. schwindet.

2. Hast du seitdem/danach schon eine Steuererklärung gemacht? Ich weiß nicht ob du dann noch Möglichkeiten hast bzw. wie dein Verlustvortrag da noch nachträglich berücksichtigt werden sollte.

Bin absolut kein Experte! ---EDIT: okay, das meiste haben die anderen schon geschrieben.

Ohne jetzt den Link angeschaut zu haben.

Erststudium = Sonderausgaben
Zweitstudium = Werbungskosten

Werbungskosten werden, wenn du eine Steuererklärung abgibst, mit 1000€ zu Grunde gelegt. Daher lohnt sich das nur wenn deine Werbungskosten drüber liegen.

Wenn schon mal eine Steuererklärung abgegeben wurde, dürfte nichts mehr zu holen sein, wenn dieser rechtskräftig geworden ist. Ansonsten wäre ein Verlustvortrag imo bis zu 7 Jahre im nachhinein möglich.

Verfasser

Habe eben leider schon für jedes Jahr, auch während des Studiums, eine Erklärung gemacht. Gearbeitet allerdings nur immer fluktuierend, sodass die Obergrenze da eigentlich nie geknackt wurde.

Gibt's trotzdem ne Chance, dass ich mir nen Teil der Studiengebüren wieder hole?

400/450€ Job zählt übtigens nicht.

MrBrightside

Habe eben leider schon für jedes Jahr, auch während des Studiums, eine Erklärung gemacht. Gearbeitet allerdings nur immer fluktuierend, sodass die Obergrenze da eigentlich nie geknackt wurde. Gibt's trotzdem ne Chance, dass ich mir nen Teil der Studiengebüren wieder hole?



Minijob ist im Sinne der Einkommenssteuer kein Einkommen. Freiberuflich/Werkvertrag allerdings schon.
Aber wenn du schon Erklärungen abgegebenhast, gehts wohl nicht mehr.

Verfasser

MrBrightside

Habe eben leider schon für jedes Jahr, auch während des Studiums, eine Erklärung gemacht. Gearbeitet allerdings nur immer fluktuierend, sodass die Obergrenze da eigentlich nie geknackt wurde. Gibt's trotzdem ne Chance, dass ich mir nen Teil der Studiengebüren wieder hole?



War ne Werkstudententätigkeit bei nem großen Konzern. Bin aber nie über die 4800 im Jahr gekommen. War meistens nur in den großen Semesterferien dort. Dann hab ich wohl Pech gehabt

Ein weiterer berufsbegleitender Master sollte sich aber jetzt direkt als Werbungskosten absetzen lassen, wenn ich mich für nächste Jahr an einer Uni (evtl privat) einschreibe, oder? Bin damals nach dem Bachelor direkt eingestiegen.

MrBrightside

Habe eben leider schon für jedes Jahr, auch während des Studiums, eine Erklärung gemacht. Gearbeitet allerdings nur immer fluktuierend, sodass die Obergrenze da eigentlich nie geknackt wurde. Gibt's trotzdem ne Chance, dass ich mir nen Teil der Studiengebüren wieder hole?



Müsstest du mal klären on das dann nicht Fortbildungskosten sind:

steuertipps.de/lex…ten

Wollte das auch dieses Jahr noch machen für die letzten 4 Jahre. Bei uns in Aachen bieten verschiedenste Unternehmen Seminare zu dem Thema kostenlos an, bei denen in persönlichen Gesprächen anschließend alles besprochen wird.

Verfasser

mmmax

Wollte das auch dieses Jahr noch machen für die letzten 4 Jahre. Bei uns in Aachen bieten verschiedenste Unternehmen Seminare zu dem Thema kostenlos an, bei denen in persönlichen Gesprächen anschließend alles besprochen wird.



Hast du damals als Student ne Steuererklärung gemacht?

mmmax

Wollte das auch dieses Jahr noch machen für die letzten 4 Jahre. Bei uns in Aachen bieten verschiedenste Unternehmen Seminare zu dem Thema kostenlos an, bei denen in persönlichen Gesprächen anschließend alles besprochen wird.



Bin immer noch Student und habe vor 4 Jahren angefangen. Bin jetzt im Master aber so viel ich mitgekriegt hatte gab es eben diese 4-Jahres-Frist die ich einhalten wollte...

Wow, hier haben sich ja tatsächlich mal kompetente User zu einer interessanten Fragestellung eingefunden, erlebt man hier auch nicht mehr allzu oft. Hatte mich vor 1-2 Jahren auch mal mit dem Thema beschäftigt und einige Steuererklärungen aufgeschoben, um die Rechtsprechung abzuwarten. Wie wir durch Mydealz wissen, gar keine schlechte Entscheidung im Sinne einer Geldanlage.
Damals schien sich mit einigen Urteilen eine Lücke aufzutun, nach der man auch in der Erstausbildung Werbungskosten hätte ansetzten können. Der Gesetzgeber hat aber damals alle Hebel in Bewegung gesetzt, um das zu verhindern. Da dabei wahrscheinlich auch mittelmäßig dilettantisch in bestehenden Gesetzten rumgepfuscht wurde, gab es dazu noch eine ganze Zeit lang die Hoffnung, das könnte noch klappen. Mittlerweile ist das Thema aber meines Wissens durch, ich mache mir jedenfalls keine Hoffnungen mehr und werde mich zu Weihnachten mit der Einreichung von zwei Steuererklärungen beschenken.

Die Frage des TE ist übrigens natürlich schon dadurch geklärt, dass die Steuererklärungen nach Verstreichen der Widerspruchsfrist rechtskräftig geworden sind, damit ist meines Wissens nicht mehr viel dran zu rütteln.

Steuerbescheide muss das Finanzamt aufheben oder ändern, wenn nachträglich Tatsachen oder Beweismittel bekannt werden, die zu einer höheren oder einer niedrigeren Steuer führen. Ändert sich etwas zu Ihren Gunsten, dürfen Sie aber nicht daran schuld sein, dass die Tatsachen oder Beweismittel erst nachträglich bekannt geworden sind. Wenn Sie eine im Steuererklärungsformular ausdrücklich gestellte Frage übersehen und nicht beantworten, gilt das als grobes Verschulden. Eine Korrektur Ihres Steuerbescheids können Sie in diesem Fall nur innerhalb der Monatsfrist mit einem Einspruch oder einem Antrag auf schlichte Änderung erreichen. Ein neues Gerichtsurteil, von dem Sie hätten profitieren können, wenn es schon gefällt worden wäre, bevor Sie Ihre Steuererklärung abgegeben haben, zählt übrigens nicht zu den neuen Tatsachen. Die exakte gesetzliche Regelung zu diesem Punkt finden Sie in Paragraf 173 der Abgabenordnung.


Ich setze die jährlichen Zinsen für's BAföG und den Studienkredit von der Steuer ab. Mehr als das ist meiner Meinung nach nicht möglich.

WUrsTbROT

Zinsen für's BAföG.


ich dachte, das wäre zinslos....

WUrsTbROT

Zinsen für's BAföG.



nicht, wenn man vorher bereits zwei Ausbildungen abgeschlossen hat. Aus einem dualen Ausbildungsberuf wurden bei mir auf einmal Zwei gemacht. Vielen Dank nochmal liebes Kultusministerium. Sehr ärgerlich!!! Obwohl ich zu den besten Absolventen gehöre, erhalte ich nicht mal den Teilerlass des BAföG...deswegen bin ich froh, dass wenigstens ein kleiner Teil der Ausbildungskosten auf Umwegen rückerstattet wird.

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