Bestellung >>> Händler storniert >>> trotzdem Ware erhalten ... Was nun???

Hallo liebe Community,

ich wende mich hier an euch um einen rechtliche Einschätzung der Situation zu erhalten.
Folgender Sachverhalt liegt bei mir vor:

Vor etwa 4 Wochen habe ich bei einer seriösen Online-Plattform 3 Artikel bestellt (alle waren zwischen 35% und 50% reduziert)
Um natürlich jeden Artikel noch günstiger zu erhalten wurde die Bestellung auf 3 Bestellungen aufgeteilt um jeweils noch den Newsletter-Gutschein einzusetzen...

Es sah dann wie folgt aus:

Bestellung 1 mit Artikel A für 200€
Bestellung 2 mit Artikel B für 250€
Bestellung 3 mit Artikel C für 250€

Einen Tag später kam vom Händler sinngemäß folgende Nachrricht:

"Bestellung 2 und Bestellung 3 den den Artikeln B und C müssen leider storniert werden, da der Artikel leider nicht mehr auf Lager ist. Systembedingt wurde dies jedoch erst nach Ihrer Bestellung angepasst.
Bestellung 1 ist auf Lager und wird zeitnah für den Versand vorbereitet

Vielen Dank für Ihr Verständnis"


Schön war es nicht aber ich nam die Stornierung für 2 Bestellungen zur Kenntnis und freute mich wenigstens Artikel A so günstig bekommen zu haben.
2 Tage später kam auch die Lieferung mit entsprechender Rechnung bei mir an und ich habe noch am selben Tag ordnungsgemäß überwiesen.

Etwa 3 Wochen vergingen und plötzlich erhielt ich eine automatisch generierte Versandbestätigung des Händler.
Darin stand weder auf welche Bestellung sich bezogen wird, noch eine Bestell- oder Auftragsnummer. Lediglich meine Kundennummer (im Vergleich zur korrekt ablaufenden Bestellung 1) war dokumentiert.

Daraufhin rief ich im Call-Center an und erkundigte mich über die "vermeintliche" Lieferung.

Dort wurde mir gesagt:

"Also in Ihrem Kundenkonto ist nichts als Bestellung 1 vom xx.xx.2015 hinterlegt. Diese ist bereits mit Zahlungseingang abgeschlossen und aktuell offen sind weder Bestellungen noch Zahlungen. Sie können also die Mail ignorieren - ist vielleicht ein Fehler im System"

Gesagt - getan...jedoch wurde gestern gemäß der Sendungsverfolgung dieses Paket in meiner Abwesenheit beim Nachbarn abgegeben. Wegen Urlaub kann ich es erst Samstag holen...aber ich vermute das es ein Artikel B / C von Bestellung 2 / 3 sein muss.

Nun meine Fragen an euch:

1. Muss ich beim Händler mitteilen, dass ich unbestellte Ware erhalten habe?
2. Kann ich die Ware behalten ohne Sie zu bezahlen?

HINWEIS: Natürlich kommen für mich (aus moralischen Gründen) nur 2 Möglichkeiten in Betracht - nämlich entweder die Ware zu behalten und dann auch zu bezahlen oder den Händler über den Fehler zu informieren und abholen zu lassen.

Aus dem Grund bitte Kommentare hinslichtlich dem richtigen Weg aus motalischer Sicht vermeiden.

Mich intereissert als Grundsatzfrage vielmehr die rechtliche Einschätzung:

Im Internet habe ich dazu folgendes gefunden, bin mir aber nicht sicher ob in meinem Einzelfall 1zu1 anzuwenden ist.

helduser.de/ser…en/

Ist hier unter euch eventuell ein Jurist, welcher Licht ins Dunkle bringen könnte?

Vielen Dank für Eure Hilfe

Liebe Grüße
Freiberger1988

Beliebteste Kommentare

Freiberger1988

Wo steht denn das genau, dass ich dem Händler gegenüber verpflichtet bin?



Wie war das noch mal mit deiner Moral? oO

40 Kommentare

Wie du schon selber sagst, bist du verpflichtet dem Händler gegenüber die Ware zurückzugeben oder zu bezahlen.

Mein Vorschlag wäre, ruf nochmals beim Händler an und frag was da los ist.

Wo steht denn das genau, dass ich dem Händler gegenüber verpflichtet bin?

Freiberger1988

Wo steht denn das genau, dass ich dem Händler gegenüber verpflichtet bin?



Wie war das noch mal mit deiner Moral? oO

Teile dem Händler mit, dass Du die Ware bekommen hast und nun nicht mehr willst, sofern Du sie nicht mehr willst.
Kannst ja behaupten, dass Du alles anderweitig besorgt hättest, nachdem Du den Storno erhieltst.
Zurückschicken musst Du es nicht, schon gar nicht auf eigene Kosten.
Du kannst die Ware bereitlegen und der Händler holt sie sich ab bzw. lässt diese abholen...

Freiberger1988

Wo steht denn das genau, dass ich dem Händler gegenüber verpflichtet bin?




Dreht mir die Worte doch nicht im Mund um...

ich frag lediglich aus privatem Interesse um eine korrekte rechtliche Einschätzung aufgrund fundierter Vorschriften...

Meine Frage und die tatsächliche Umsetzung sind doch 2 verscheidene paar Schuhe...

Ich würde (Ohne den Namen zu nennen) dort anrufen und fragen:
"Was ist denn wenn Sie mir Ware zugesandt haben, dies aber nicht in Ihrem System registriert ist weil die Ware zum Kaufzeitpunkt nicht lieferbar war. Wenn ich Ihnen jetzt nicht sage um welche Ware es sich handelt könnte ich Sie THEORETISCH behalten ohne einen Cent dafür zu zahlen. Gibt es da eine nette Möglichkeit sich zu einigen? Vielleicht einen Rabatt von 50% aus Kulanz dafür, dass ich es Ihnen überhaupt mitgeteilt habe?"

Dreist gewinnt heisst es so schön und durch Verhandlung kannst du nix verlieren
So könntest du die Ware NOCH günstiger bekommen und das Gewissen ist beruhigt.
Wenn Sie zustimmt soll sie dir das ganze schriftlich zukommen lassen und fertig ist die Angelegenheit

Der Verkäufer hat dein Angebot für die Produkte B und C nicht angenommen. Das heißt es gibt für den Verkäufer keine Lieferungsverpflichtung. Das heißt auch, dass er dir die Produkte irrtümlich geschickt hat. Aus welchen Gründen auch immer. Für diese Lieferung gibt es keinen "Rechtsgrund".

Ich würde den Verkäufer über diese unabsichtliche Lieferung informieren. Dabei würde ich ihn auf die damalige Bestellung aufmerksam machen und ihm sagen, dass du dich sehr gefreut hast und du die Sachen gerne behalten möchtest.

Du bist zwar nun Besitzer des Artikels aber nicht der Eigentümer. Dies bleibt bis zur Bezahlung der Ware der Shop. Als Eigentümer kann der Shop die Herausgabe der Ware fordern.

Was aber, wenn Sie die Ware versehentlich angenommen haben? Wohin damit? Früher bestand für den Verbraucher die Verpflichtung, der Versandfirma Gelegenheit zu geben, die Ware wieder abzuholen. Daher musste die Sendung eine Zeit lang aufbewahrt werden. Das hat sich nach heute geltender Rechtslage geändert. Die Ware muss nicht mehr aufbewahrt werden. Sie kann ausgepackt, benutzt oder weggeworfen werden. Den Wein dürfen Sie trinken, das Buch lesen etc. Tipp 2: Zu einer ausdrücklichen Ablehnung der Sendung, zur Aufbewahrung, zur Rücksendung oder zur Bezahlung nicht bestellter Ware sind Sie nicht verpflichtet. Sie können schweigen und müssen gar nichts tun.




Hier steht aber, dass ich nicht zur Herausgabe der Ware verpflichtet bin...

Was aber, wenn Sie die Ware versehentlich angenommen haben? Wohin damit? Früher bestand für den Verbraucher die Verpflichtung, der Versandfirma Gelegenheit zu geben, die Ware wieder abzuholen. Daher musste die Sendung eine Zeit lang aufbewahrt werden. Das hat sich nach heute geltender Rechtslage geändert. Die Ware muss nicht mehr aufbewahrt werden. Sie kann ausgepackt, benutzt oder weggeworfen werden. Den Wein dürfen Sie trinken, das Buch lesen etc. Tipp 2: Zu einer ausdrücklichen Ablehnung der Sendung, zur Aufbewahrung, zur Rücksendung oder zur Bezahlung nicht bestellter Ware sind Sie nicht verpflichtet. Sie können schweigen und müssen gar nichts tun.


"Wer durch die Leistung eines anderen oder in sonstiger Weise auf dessen Kosten etwasohne rechtlichen Grund erlangt, ist ihm zur Herausgabeverpflichtet" dejure.org/ges…tml

Du hast nebenvertragliche Pflicht, den VK auf den Fehler hinzuweisen, ganz getreu dem Grundsatz von "Treu und Glauben" im BGB. Am einfachsten sagt man, dass man die irrtümlich erhaltene Ware zur Abholung bereit stellt - Porto etc. musst Du nicht bezahlen, er muss sich um alles kümmern. Angemessene Frist setzen nicht vergessen!

Wenn bei dem ersten erhaltenen Artikel eine Rechnung im Karton war, ist das dieses Mal ja ggfs. auch wieder der Fall.

woodrobertz

"Wer durch die Leistung eines anderen oder in sonstiger Weise auf dessen Kosten etwas ohne rechtlichen Grund erlangt, ist ihm zur Herausgabe verpflichtet" http://dejure.org/gesetze/BGB/812.html


Genau das wollte ich auch gerade posten.

[...]



eBay-Foren - da hab ich meinen Rechtsrat her. Mindestens dieselbe Qualität wie hier.... oO oO oO

Und den Teil mit Sachen- und Schuldrecht, Abstraktionsprinzip etc. der da munter durcheinandergeht spar ich mir mal. Trotz allen Wunsches ist die Rechtslage absolut klar und wahrscheinlich fällt sie nicht wunschgemäß aus.


edit: Hab jetzt erst die ursprüngliche Quelle gesehen - da gehts aber um einen vollkommen anderen Fall. Es ist ja nicht unverlang zugeschickt sondern ein Irrtum des VK. Auch wenn es keinen KV mehr gibt gelten die nebenvertraglichen Grundsätze von Treu und Glauben weiter - siehe auch in dem von Dir verlinkten Artikel zwei Absätze weiter...

katmai

Und den Teil mit Sachen- und Schuldrecht, Abstraktionsprinzip etc. der da munter durcheinandergeht spar ich mir mal. Trotz allen Wunsches ist die Rechtslage absolut klar und wahrscheinlich fällt sie nicht wunschgemäß aus.




Ob wunschgemäß oder nicht ist mir eigentlich egal...denn wie bereits zu Beginn gesagt kommen moralisch für mich nur die 2 o.g. Möglichkeiten in Betracht

Aber trotzdem vielen Dank für Eure Hilfe... :-)

ich würds behalten, ich hätte aber auch nichts von moral erzählt.

mmmax

ich würds behalten, ich hätte aber auch nichts von moral erzählt.




Endlich mal einer der offen sagst was 80% aller denken

Laut Deinem Nick bist Du 26 Jahre alt.
In diesem Alter sollte man die geistige Reife und Fähigkeit besitzen, sich selbst anhand des BGB eine rechtliche Einschätzung der Lage zu erarbeiten.
Das dauert auch nicht länger als ein Topic in einem Internetforum zu eröffnen und dort bei drei Antworten vier verschiedene Meinungen zu bekommen.
Vor allem: Wie willst Du dann prüfen, wer tatsächlich Recht hat? Eine Schnittmenge aus den vier Meinungen bilden oder doch lieber die Rosinen picken, die Dir am besten in den Kram passen?

Schnapperfuchs

Laut Deinem Nick bist Du 26 Jahre alt. In diesem Alter sollte man die geistige Reife und Fähigkeit besitzen, sich selbst anhand des BGB eine rechtliche Einschätzung der Lage zu erarbeiten. Das dauert auch nicht länger als ein Topic in einem Internetforum zu eröffnen und dort bei drei Antworten vier verschiedene Meinungen zu bekommen. Vor allem: Wie willst Du dann prüfen, wer tatsächlich Recht hat? Eine Schnittmenge aus den vier Meinungen bilden oder doch lieber die Rosinen picken, die Dir am besten in den Kram passen?



Wenn das alle so machen würden wie du es sagst, dann könntet Ihr die Rubriken "Gesuche" oder "Diverses" abschaffen, da dort (nach deiner Meinung) keine Anfragen oder Bitten mehr gestellt werden (dürfen)...

Aber es gibt immer einen der was zu meckern hat...wie man es macht, macht man es falsch...

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