Endlich mal ein Urteil gegen HGWG/EOL

Bisher war die Strategie von EOL/HGWG ja die, geltend gemachte Forderungen so lang wie möglich hinauszuzögern. Wenn dann jemand geklagt hat, wurde die Forderung meist kurz vor dem Gerichtstermin anerkannt und dann wieder sehr zögerlich gezahlt, teilweise erst mit Gerichtsvollzieher.

Aber jetzt haben Sie es jetzt mal drauf angelegt. Wie hier vor einiger Zeit berichtet wurde, hat HGWG ja den Marktplatz mit ein paar (überteuerten und unnützen) Prämien gefüllt. Darauf hat man sich dann bei der Klageerwiederung berufen - auf der Webseite wären "viele hochwertige Prämien vorhanden". So kam es dann wohl endlich mal zu einem Urteil.

Glücklicherweise ist der Kläger an einen Richter mit gesundem Menschenverstand geraten, der diese Argumentation gnadenlos abgeschmettert hat. Wortlaut des Beschlusses gibt es auf Facebook in der Gruppe HGWGFront (Anmeldung erforderlich).

Es bleibt dabei - wer bei HGWG und Quicker noch Guthaben offen hat, sollte klagen. Hilfestellung dazu gibt es in der genannten Facebook-Gruppe.

28 Kommentare

Sauber! Diesen elendigen Verbrechern gehört der Piephahn gestutzt!
Mich wundert es, dass die überhaupt noch weitermachen (dürfen?).
Verkaufen die aktuell eigentlich noch was? Und wo zum Teufel steckt der HGWG / Quicker Markus?

Jinglebells

Mich wundert es, dass die überhaupt noch weitermachen (dürfen?). Verkaufen die aktuell eigentlich noch was? Und wo zum Teufel steckt der HGWG / Quicker Markus?



Gier frisst Hirn! Es gab genug Warnungen davor und man musste das Risiko berücksichtigen.
Risikolos Gewinne abschöpfen ohne Risiko geht einfach nicht.

Vielen Dank für die regelmäßigen Updates!


AS1287

Gier frisst Hirn! Es gab genug Warnungen davor und man musste das Risiko berücksichtigen. Risikolos Gewinne abschöpfen ohne Risiko geht einfach nicht.


aha, deswegen darf sich eine Firma also rechtswidrig verhalten. Denn wer gierig ist verdient es, betrogen zu werden - Du zeigst eine interessante Denkweise.

wortlauft hätte ich hier gerne als zitat

hab mich mit wenig aufwand und 50% abspeisen lassen für mein restguthaben. das war es mir wert (eh nur ein kostensloses girokonto)

Michalala

aha, deswegen darf sich eine Firma also rechtswidrig verhalten. Denn wer gierig ist verdient es, betrogen zu werden - Du zeigst eine interessante Denkweise.



Bitte keine falschen Unterstellungen. Habe ich nie behauptet.
Die Situation verhindern wäre sinnvoller als nachträglich irgendwelche Lösungen zu finden. Kann mir nicht vorstellen, dass noch genug Geld für alle Gläubiger übrig ist. Als mündiger Bürger sollte man auch immer das Risiko bei solchen Angeboten betrachten und einplanen.
Es gehören bei solchen Angebote immer 2 Parteien. Nur Angebot bringt nichts. Viele Betrugsmaschen könnte man schon vorher verhindern.
Ob bei eol betrügerische Absichten vorhanden waren oder nicht, kann ich nicht beurteilen und will ich auch nicht.

Jinglebells

Mich wundert es, dass die überhaupt noch weitermachen (dürfen?). Verkaufen die aktuell eigentlich noch was? Und wo zum Teufel steckt der HGWG / Quicker Markus?



Mich hat es zum Glück nur mit wenig getroffen, konnte alle meine Verträge stornieren.
Generell konnte ich, bis zu dem Tag an dem nichts mehr ging, keine Warnung hier vernehmen?!? Erst als es zu spät war und dutzende Verträge unter Dach und Fach waren und die Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllt wurden, da kamen sie alle aus ihren Löchern. Hab ich doch gleich gesagt, hätte man wissen müssen, usw.
Einige wenige haben es kommen sehen, ok. Aber wer hört schon auf Leute die generell gegen alles sind und keinen Anhaltspunkt haben um Ihre Schwarzmalerei zu untermauern.
Oh, ich kann auch warnen... irgendwann gehen die Aktienkurse nach unten, es wird Krieg geben, nächste Woche wird ein Unfall auf der Autobahn sein...

Nebenbei stimme ich Michala völlig zu.

Jinglebells

Mich hat es zum Glück nur mit wenig getroffen, konnte alle meine Verträge stornieren. Generell konnte ich, bis zu dem Tag an dem nichts mehr ging, keine Warnung hier vernehmen?!? Erst als es zu spät war und dutzende Verträge unter Dach und Fach waren und die Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllt wurden, da kamen sie alle aus ihren Löchern. Hab ich doch gleich gesagt, hätte man wissen müssen, usw. Einige wenige haben es kommen sehen, ok. Aber wer hört schon auf Leute die generell gegen alles sind und keinen Anhaltspunkt haben um Ihre Schwarzmalerei zu untermauern.



Monatliche Auszahlung ist immer deutlich riskanter als eine Einmalauszahlung und ich würde generell keine monatliche Auszahlung bei einem Vertrag akzeptieren. Außerdem gab es nur Coins und kein Bargeld. Waren schon 2 große Haken und die musste man vorher schon gesehen haben.
Man muss dazu nicht eine Schwarzmalerei betreiben, aber Risiken sind nicht überall gleich. Wenn ich bei einem dubiosen Schwarzhändler ein Iphone 6 kaufe oder direkt im Apple Store, dann gibt es schon Unterschiede und dann muss man sich auch nicht unbedingt beschweren. Die einzelnen Risiken haben sehr unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten und nicht alle sehr sehr unwahrscheinlichen Dinge muss man einpreisen, aber eine Insolvenz von eol war von Anfang an realistisch.
Ich hatte die Threads bei Mydealz verfolgt und wusste von Anfang an von dem Risiko und möglichen Problemen.

axelchen01

wortlauft hätte ich hier gerne als zitat



Vorsicht ungeprüfte OCR

Entscheidungsgründe Von der Darstellung des Tatbestandes wird gem. § 313a Abs. 1 S. 1 ZPO abgesehen. Die zulässige Klage ist begründet. Der Kläger hat gegen die Beklagte einen Anspruch auf Zahlung von 430,50 € aus dem zwischen den Parteien abgeschlossenen Vertrag, der als SChenkungsvertrag im Sinne des § 516 BGB bzw. als typengemischter Vertrag mit schenkungsrechtlichen Elementen zu qualifizieren ist, gem. den §§ 280 Abs. 1, 3 281 Abs. 1 BGB, § 13 Abs. 1 GmbHG. Das Versprechen der Beklagten, an den Kläger bei Abschluss eines MObilfunkvertrages mit einem Drittanbieter dem Kläger sog. Coins im Wert von 0,10 € zu überlassen, ist als Schenkungsvertrag zu qualifizieren. Der Kläger erhielt durch den Abschluss des Mobilfunkvertrages über die Homepage der Beklagten insgesamt 4.305 Coins. Diese wollte der Kläger über die Homepage der Beklagten gegen Gutscheine des Onlinehändlers Amazon einlösen. Dies wurde dem Kläger vor Abschluss des Mobilfunkvertrages zugesagt, indem die Beklagte damit warb, dass die COlns "auf unserem Marktplatz gegen attraktive Prämien oder Amazon.de Gutscheine eintauschen" könne. Der Kläger wollte nunmehr von der Beklagten Amazon-Gutscheine im Gegenwert von 543,60 € bekommen. Dies wurde von der Beklagten abgelehnt, da diese nach ihrem Vortrag ihr nicht mehr zur Verfügung stehen. Vielmehr weist die Beklagte nunmehr auf die Möglichkeit hin, die Coins gegen andere Prämien wie einen Bosch MetaliAllesschneider oder ein Pet-Comfort-Polster sowie eine Tiertragetasche einzutauschen. Die Beklagte hat dadurch, dass sie dem Kläger den Eintausch ihrer Coins in Gutscheine verwehrt, ihre Pflicht nach § 280 Abs. 1, 3,281 Abs. 1 BGB verletzt. Das Versprechen, die Coins jederzeit gegen Amazon-Gutscheine einlösen zu können, stellt eine Hauptleistungspflicht des SChenkungsvertrages dar. Durch Ziff. 12.6.1. der AGB der Beklagten, wonach Änderungen und Abweichungen des Angebotsinhalts insoweit erfolgen können, als sie notwendig sind und den Gesamtzuschnitt des Angebots nicht wesentlich beeinträchtigen, wird der Anspruch des Klägers nicht ausgeschlossen. Dessen tatbestandliche Voraussetzungen liegen bereits nicht vor. Der Wegfall der Amazon-Gutscheine aus dem Sortiment der Beklagten stellt - aus der objektiven Sicht eines wirtschaftlich denkenden, durchschnittlichen Kunden - eine we- Seite 2/4 sentliche und sehr erhebliche Beeinträchtigung des Angebots dar. Gerade die Gutscheine haben einen reellen wirtschaftlichen Gegenwert und können nach Belieben des Vertrags partners eingesetzt werden. Gerade diese Flexibilität und Berechenbarkeit sind es, die die Gutscheine von den anderen Sachprämien unterscheidet. Dies macht die Beklagte selbst dadurch deutlich, dass sie zwischen Prämien und den Gutscheinen in ihrer Werbung differenziert. Durch die nachträgliche Beschränkung dieser faktischen Rabattgewährung entzieht die Beklagte ihren Nutzern jedoch die entscheidende Grundlage für den Abschluss von Verträgen unter Verwendung ihrer Website und verhält sich damit treuwidrig (§ 242 BGB). Warum es der Beklagten nicht möglich sein soll, diese Gutscheine derzeit zu erwerben, ist nicht verständlich. Die Beklagte kann ohne Weiteres über die Amazon-Homepage Gutscheine erwerben. Dass sie die Gutscheine derzeit evtl. nicht zu besseren Bedingungen erhält als der normale Verbraucher, ist nicht dem Kläger anzulasten. Auch Ziff. 5 des AGB der Beklagten, wonach die Coins in ihrem Marktplatz hinsichtlich von Prämien nur "unter Berücksichtigung der dort angegebenen zeitlichen und mengenmäßigen Bedingungen eingelöst werden" können, ist unerheblich und lässt den klägerischen Anspruch nicht entfallen. Insoweit gilt Ziff. 5 der AGB ihrem Wortlaut nach nur für Prämien, nicht aber für Gutscheine. Seite 3/4 Die Kostenentscheidung beruht auf § 91 Abs. 1 S. 1 ZPO. Die Entscheidung zur vorläufigen Vollstreckbarkeit folgt aus den §§ 708 Nr. 11, 711, 713 ZPO. Oie Berufung wird nicht zugelassen, da die Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung hat und die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Berufungsgerichts nicht erfordert.


Oha, da ist aber mal ein Richter richtig auf zack gewesen. Nicht schlecht.

AS1287

Die einzelnen Risiken haben sehr unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten und nicht alle sehr sehr unwahrscheinlichen Dinge muss man einpreisen, aber eine Insolvenz von eol war von Anfang an realistisch. Ich hatte die Threads bei Mydealz verfolgt und wusste von Anfang an von dem Risiko und möglichen Problemen.


EOL ist aber nicht insolvent, sondern versucht, sich mit Hinhaltetaktik und billigen Argumenten vor der Zahlungspflicht zu drücken. Und gegen diese Masche gerichtlich vorzugehen, ist nur in meinen Augen absolut korrekt.

Dass das Ganze ein gewisses Risiko hatte, stimmt natürlich. Da ist hier auch immer drauf hingewiesen worden. Ich selbst habe mich auf Mobilfunk- oder Strom-Verträge auch nicht eingelassen, sondern nur einmal bei einer Walbusch-Aktion mitgemacht. (Bin da mit Rebuy-Gutscheinen noch halbwegs glimpflich rausgekommen.) Bei Quicker war ich stärker investiert, das hat - mit den hier häufig erwähnten Verzögerungen - am Ende auch geklappt. Lediglich auf Quicker-Guthaben im Wert von gut 100€ bin ich sitzen geblieben. Und da mich das Verhalten von EOL massiv geärgert hat, mit ich zusammen mit einer Facebook-Bekanntschaft auch dagegen vorgegangen und habe mein Geld erhalten. Entscheidend ist, wie man sich gegenüber seinen Kunden bzw. Schuldnern verhalt. Und wer sich da benimmt wie ein Arsch, wird auch entsprechend behandelt - bzw. verklagt.



ich halte das urteil im ergebnis für richtig, die einordnung des vertrags als "schenkungsvertrag" jedoch für ziemlich fragwürdig. ganz offensichtlich wurden die coins eben nicht "unentgeltlich" versprochen sondern gegenleistung war der ordnungsgemäße abschluss eines mobilfunkvertrags bei einem bestimmten dritten. die qualifizierung als schenkung würde auch zu dem problem führen, dass das schenkungsversprechen notariell unbeglaubigt formnichtig ist, bis die schenkung bewirkt wird. es gäbe also keinen anspruch auf gutschrift der coins, was ganz offensichtlich nicht der interessenlage des gläubigers entspricht.

rapaLLa

Oha, da ist aber mal ein Richter richtig auf zack gewesen. Nicht schlecht.



§ 242 ist das letzte Schwert, falls es rechtlich zu Ungerechtigkeiten kommen würde.
Deswegen klingt meiner Meinung das Urteil im Hinblick auf die Bewertung der AGBs nicht überzeugend, aber der Richter kennt wohl die Vorgeschichte oder hat wohl durchschaut was das Geschäft der Firma ist.

NYCity

EOL ist aber nicht insolvent, sondern versucht, sich mit Hinhaltetaktik und billigen Argumenten vor der Zahlungspflicht zu drücken. Und gegen diese Masche gerichtlich vorzugehen, ist nur in meinen Augen absolut korrekt. Dass das Ganze ein gewisses Risiko hatte, stimmt natürlich. Da ist hier auch immer drauf hingewiesen worden. Ich selbst habe mich auf Mobilfunk- oder Strom-Verträge auch nicht eingelassen, sondern nur einmal bei einer Walbusch-Aktion mitgemacht. (Bin da mit Rebuy-Gutscheinen noch halbwegs glimpflich rausgekommen.) Bei Quicker war ich stärker investiert, das hat - mit den hier häufig erwähnten Verzögerungen - am Ende auch geklappt. Lediglich auf Quicker-Guthaben im Wert von gut 100€ bin ich sitzen geblieben. Und da mich das Verhalten von EOL massiv geärgert hat, mit ich zusammen mit einer Facebook-Bekanntschaft auch dagegen vorgegangen und habe mein Geld erhalten. Entscheidend ist, wie man sich gegenüber seinen Kunden bzw. Schuldnern verhalt. Und wer sich da benimmt wie ein Arsch, wird auch entsprechend behandelt - bzw. verklagt.



Kann dir größtenteils nur zustimmen, aber ich vermute Geldprobleme dahinter. eol hat sich einfach übernommen. Die Kommunikation war von der Firma noch nie gut.

Ich begrüße auch das Vorgehen, aber ich halte nichts von der unschuldigen Opferthese. Erst siegt die Gier und danach ist die schlimme Firma allein Schuld. Du bist das Risiko bewusst eingegangen und natürlich würde ich auch mein Geld zurückholen. Kritik richtete sich auch nicht an dich.

Ich begrüße auch das Urteil.

Schöne Sache.
Womit verdienen die derzeit eigentlich ihr Geld um die Forderungen zu bedienen?

Gibt es echt noch Leute die da immernoch Coins haben?

Nun, EOL kann sich ganz einfach durch die Insolvenz "retten".....wenn sie das wollen. Von daher ist das Urteil nur für den Kläger interessant.

Ja ein ganz trauriges myDealz-Kapitel, wo sind den die ganzen
Unterstützer wie Frauengeschichte ragnack etc. die die User
hier reihenweise rein geritten haben in dem sie jeden Kritiker
angegangen sind, bis hin zu schwersten Diffamierungen und nicht
müde werdend ständig diese Firma anzupreisen um nicht zu sagen
zu vergöttern nur damit sie ihren Reibach machen....

Es war von Anfang an Klar dass das in die Hose geht........jedem
der ein bisschen denken kann.

Jinglebells

Mich wundert es, dass die überhaupt noch weitermachen (dürfen?). Verkaufen die aktuell eigentlich noch was? Und wo zum Teufel steckt der HGWG / Quicker Markus?



Ich sehe das genau so! Billig abgreifen wollen wo von vorn herein klar war, dass das auf Dauer nicht funktioniert und dann rumweinen und klagen obwohl man das Risiko schön zu tragen hat meiner Meinung nach bei solchen Geschäften!

ups doppelpost.

Ach bayernex ist auch wieder zurück.

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