Gepostet vor 7 Tagen

[Ratgeber] Stromverbrauch & TDP - Wo liegt der Unterschied oder ist es das Gleiche? Was verbrauchen "alte" Mini PCs & Home-Server wirklich?

Das Thema gibt es mittlerweile und jedem (refurbished) PC-Deal und leider muss man das Ganze immer wieder aufs neue erklären. Um das etwas zu vereinfachen gibt es nun einen umfangreichen Beitrag auf den jeder gerne in Zukunft verlinken kann ...

Also, wir haben immer wieder die Ausgangssituation, dass jemand anfängt den "Stromverbrauch" anhand der TDP-Angabe von Prozessoren zu ermitteln ...

Spoiler: Das ist völliger Unfug!

Hier steigen bitte alle aus, die ihre Weltsicht nicht auf den Kopf gestellt haben wollen und für gewöhnlich unter jedem Deal das "Gelaber" von wegen "Aber ein China-Rechner mit Intel N100 ist viel sparsamer" verbreiten. Das wird im nachfolgenden Text als Unsinn entlarvt.

Ihr seid immer noch hier? - Habe euch gewarnt ... eure Wut-Ausbrüche sind ab hier euer Problem!


Was bedeutet TDP?

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Steht für "Thermal Design Power" und hat wenig mit der Angabe zum "Stromverbrauch" zu tun. Es ist lediglich der Verweis auf die empfohlene Kühlleistung eines CPU- oder GPU-Kühlers bzw. die Dimensionierung der Kühl-Lösung. In der Regel wird die Angabe für eine CPU-Familie gemacht und nicht für jedes einzelne Modell.

Der Höhere TDP-Wert ist meist ein Hinweis darauf, dass der Prozessor eine höhere "Spitzenlast" liefern kann ... sprich länger "Vollgas" gibt als die Modelle mit dem geringeren Wert.


Wie viel elektrische Leistung verbraucht eine CPU wirklich?

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Das ist komplett abhängig von der Last, den BIOS-Einstellungen und Konfiguration der Firmware.

Eine "sparsame" CPU aus einem Mini-PC mit einer TDP-Angabe von 35W kann in einem Gaming-PC mit variablen Power-Limit auch 90W ziehen, wenn es das BIOS erlaub ...

Eigener Test: Intel i7 8700T auf ein ASUS-Board verpflanzt mit Overclocking-Option. Power-Limit hoch gesetzt auf 90W ... siehe da, die CPU zieht bei Dauerlast 87-89W

Warum ist das so? Weil es im Prinzip die gleiche CPU ist wie die 65W-TDP-Variante (ohne "T) oder die Version mit offenen Multiplikator (mit einem "K" statt "T", also übertaktbar) nur Werkseitig mit leicht angepassten Einstellungen.

Die Leistungssprünge bei von 35W zu 65W zu 95W sind eher gering:
cpubenchmark.net/com…00K

Genau so kann eine Overclocking-CPU mit einem TDP-Wert jenseits von 100W auf 35W (und sogar darunter) limitiert werden.

Ganz Grob gesagt machen hier die Chip-Hersteller das gleiche wie Motoren-Hersteller:
Es gibt den selben Vierzyliner mit drei oder mehr verschiedenen Leistungsangaben ... die Software des Steuergerätes macht den Unterschied.


Wie hoch ist der Idle-Verbrauch eines Prozessors?

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Jetzt kommt der Witz:
Es egal ob ihr einen Intel i3, i5, i7 oder i9 nehmt ... auch egal ob die TDP-Vorgabe bei 35W, 65W oder 120W liegt ...

Der Idle-Verbrauch liegt nahezu immer im Bereich 3-7W (die gleichen Werte findet man sogar bei Notebook-CPUs)

Die Werte gelten übrigens schon seit ungefähr einem Jahrzehnt und Generationen-übergreifend!

Nur gilt es eben für die CPU und nicht das gesamte System.

Was das gesamte System verbraucht, hängt davon ab ...
... wie gut wurden Firmware / BIOS optimiert (Hersteller-seitig)
... welches Betriebssystem installiert wurde und welche Treiber aktiv sind
... welche Komponenten verbaut wurden und ob diese aktiv sind
... wie weit das verbaute Netzteil "runter" kann und dabei stabil laufen kann

Für einen Rechner mit dedizierte Grafikkarte ist ein Idle-Verbrauch von 50W "normal" ... die Grafikkarte allein braucht oft schon 30-40W fürs "Nichtstun" ... dazu kommt meist ein ATX-Netzteil, dass nicht im Stande ist die Spannung stabil zu halten im einstelligen Watt-Bereich.

Für einen Business-Rechner, sei es SFF oder USFF / Mini, ist es dagegen normal einen Idle-Verbrauch kleiner 10W zu haben. Dort wurden die Firmware und Netzteile darauf getrimmt sehr sparsam zu laufen.


Ist ein China-PC mit einem Intel N100 und nur 6W TDP nicht wesentlich sparsamer als ein "alter Mini-PC" ?

Kurzversion: Nein!

Langversion:
Ein Intel N100-System ist keinesfalls auf 6W beschränkt und kann auch 20-30W verbrauchen

Hatte unter anderem einen dieser China-Rechner mit N-CPU, 4x 2,5Gbit LAN und passiver Kühlung ...

Ergebnis: Wird ordentlich warm (schwankte im Bereich 40-50°C ... das war auch "nur" die Außentemperatur) ... Verbrauch lag im Bereich 20W+ und mehr ... Das Ding lief direkt ins Thermal Throttle sobald es warm wurde und wurde dann zusätzlich lahm ...

"Passiv gekühlt" ist da der falsche Begriff ... "passiv gegrillt" trifft es eher. Was der RAM und SSDs intern schwitzen mussten, will ich gar nicht wissen ...

In einem aktuellen Ct'3003 Video bestätigen die meine Erkenntnisse, nur sind die komischerweise begeistert davon ...



Sehe ich anders, denn ein HP EliteDesk 805 G6 Mini mit Ryzen 4750GE, 3x internen SSDs (2x NVMe + 1x SATA) sowie 2,5Gbit FlexIO Port (+ 1GB LAN-Port, beide im Einsatz) zieht bei mir 20W und ist dabei von außen "kalt" und trotz aktiver Kühlung nicht zu hören ...

Dabei laufen auf meiner Proxmox-Installation unter Anderem mal eben 6 Desktop-VMs:
- 5x Linux
- 1x Windows 11 Pro

Schalte ich die Windows 11 VM aus, so halbiert sich der Idle Verbrauch auf nur noch 10W (Tut was für die Umwelt, entsorgt Windows! ).


Warum gibt es dann mittlerweile so viele Intel N100 und ähnliche Mini-PCs auf dem Markt?

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Angebot und Nachfrage ist die einfachste Antwort.

Die Rechner waren ursprünglich NIE angedacht gewesen bei uns verkauft zu werden. Es sind eigentlich Low Budget-Geräte für den asiatischen Markt.

Unterm strich rentieren sich diese für uns nicht ... jedoch gibt es in China das zweite Jahr in Folge ein Absatzproblem (rückläufige Wirtschaft, laaaaanges Thema) ... um die Produktionskapazitäten zu halten subventioniert die dortige Regierung den Export von jedem möglichen Kram.

In Folge wird das Zeug nun unter Wert bei uns verschleudert.


Wie groß ist der Unterschied beim Stromverbrauch zwischen 35W & 65W TDP CPUs?

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Hier empfehle ich z.B. die Messergebnisse von anzusehen:

mydealz.de/com…371

Kurz zusammengefasst:

Intel i5-8500T (35W TDP)
Idle: 3.9W
100% Last 1-Core: 18.0W
100% Last 6-Cores: 45.3W

Intel i5-8500 (65W TDP)
Idle: 4.8W
100% Last 1-Core: 20.5W
100% Last6-Cores: 57.2W

Wie man sieht ist der reale Verbrauchs-Unterschied marginal.

Ich kann euch versichern, dass neuere CPU-Reihe nicht besser laufen.

Auch bei AMD sieht die Sache nicht so viel besser aus.


"Das stimmt alles nicht was du sagst! Habe mit einem Messgerät einen Verbrauch von über 50W gemessen!"

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Auch immer wieder gern genommenes Argument:
"Mein Messgerät zeigt aber einen Verbrauch von 50W (oder mehr) an"

Das ist richtig, ich habt vermutlich eine Lastspitze gemessen. Die sind in Ordnung und gewollt. Das heißt aber nicht, dass ihr diesen Verbrauch durchgehend habt.

Entscheidend ist eine Langzeit-Messung.

Habe mit einem Lenovo P330 Tiny über ein halbes Jahr eine Messung laufen lassen.

Das Ergebnis: gut 56kWh ... ergibt im Schnitt einen Verbrauch von nur 13W!

Ausstattung:
Intel i7 9700T (35W TDP)
2x RAM Riegel
3x SSDs (2x NVMe + 1x 2.5" SATA)
Anbindung über LAN

Darauf liefen 1x Windows 10 Pro VM, 3-4 Linux VMs (im Wechsel, mindestens 3 aktiv), einige Test-Container. Auf die VMs wurde im schnitt 6-8h pro Tag zugegriffen, meist auf zwei davon im Wechsel.

Der reale Stromverbrauch liegt in sehr oft sogar unterhalb eines Intel N100-Systems!


Die das Spitzenlast-Verhalten hat sehr gut im folgenden Beitrag dokumentiert:

mydealz.de/com…969

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Jedes Mal wenn eine größere Rechen-Operation anliegt, geht die CPU soweit nach oben wie sie nur darf ... aber nur für Sekunden oder Sekundenbruchteile.

Das heißt der Prozessor arbeitet die Aufgabe möglichst schnell ab. Dafür haben moderne Prozessoren auch den "Turbo-Boost" und takten sich kurzzeitig selbst hoch.

Eine schwächere CPU aus der Intel N-Serie braucht für den selben Vorgang ggf. deutlich länger und zieht dann über einen längeren Zeitraum eine höhere Leistung.

Interessant ist also nicht was der "Spitzenverbrauch" ist, sondern was über die Zeit in Summe verbraucht wurde ... und das ist meist gar nicht mal viel.



Wann lohnt es sich zu Rechnern mit 10W, 35W, 65W+ TDP zu greifen?

Generell sind die alten Thin Clients wie Fujitsu S740, Dell Wyse 5070 oder China-Rechner nicht immer verkehrt (bei letzteren bitte auf die Qualität achten ... die Masse ist Elektroschrott vom Fließband, das ist allerdings ein anderes langes Thema).

Verwendung als RapsberryPi-Ersatz wie Smart-Home-Server, PiHole oder ähnliches rechtfertigt den Einsatz schnell.

Die Ersparnis resultiert hier real nicht aus dem kaum geringeren Stromverbrauch, sondern über die geringen Anschaffungskosten (meistens im Bereich 60-70€).


Geht es weiter an größere Projekte, so wird langsam ein stärkerer Mini-PC wie Lenovo ThinkCentre Tiny oder HP EliteDesk / ProDesk Mini mit 35W CPUs interessant.

Die Geräte können bis zu 64GB RAM verwalten, intern 2-3 SSDs aufnehmen und zudem auch ganz locker mehrere Desktop-VMs nebeneinander abwickeln.

Teilweise, wie beim Lenovo ThinkCentre M720q / M920q, bekommt man eine Low Profile PCIe Karte unter (was völlig neue Projekt-Möglichkeiten eröffnet).






65W Rechner sind werden vor allem für den Einsatz als klassischen PC interessanter. Dann sind die höheren Lastspitzen für Aufgaben wie Foto- oder Videobearbeitung oder Games recht Vorteilhaft. Da der Rechner dann meist nicht 24/7 durchläuft, ist der leicht erhöhte Idle-Verbauch (falls überhaupt höher) nicht relevant.

Inbesondere mit einer dedizierte Grafikkarte kann man hier den Vorteil ausspielen.

Im klassischen "Office-PC-Einsatz" wird man den Unterschied zwischen 35W & 65W Varianten selten bis gar nicht wahrnehmen.


Wollt ihr eine eigene NAS betreiben oder einen "all in one Server", dann werden SFF-Geräte interessant ...





... diese können mit bis zu 128GB RAM ausgestattet werden, mit einer zusätzlichen Netzkarte (z.B. 4x 2.5Gbit LAN) und auch mit zwei internen 3.5" Laufwerken ... on Top können noch wie beim EliteDesk 800 G4 (und neuer) zwei m.2 NVMe SSDs rein.

Auch da ist der Verbrauch "niedrig", selbst wenn dieser je nach Ausstattung auf 20W Idle kommen kann, denn ...

Ersetzt der Rechner eine NAS, spart man sich ein separates Gerät samt Verbauch, ersetzt dieser einer dedizierte Firewall, hat man zusätzliche mind. 20W eines separaten Gerätes gespart. Laufen darauf kleine Dienste für Smart-Home ... sind die 5W vom RaspberryPi gleich mit inkludiert.

Der höhere Verbrauch da resultiert meist durch die zusätzliche HDDs, PCie Karten usw. Ohne "anbauten" laufen die Geräte durchaus mit weniger als 10W im Idle.

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Beim Thema NAS wird es bei den Anschaffungskosten interessant:
Ein "two-bay-NAS-System" kostet gut und gerne 200-300€ ... refurbished SSF-PCs mit zwei 3.5" Slots 80-160€.


Was für die Umwelt tun - "refurbished" PCs weiter verwenden

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Der Stromverbrauch passiert nicht nur bei dir zuhause sondern auch bei der Förderung von Ressourcen, Fertigung und globaler Logistik ...

Hinzu kommt tatsächlich der Umwelt-Gedanke dazu:
In der Regel haben die refurbished-Business-PCs & Notebooks ca. ca. 80% ihres CO2-Verbrauchs bei Herstellung und initialer Logistik erzeugt. Der "Rest" ist dann der "Stromverbrauch" in den ersten 3-5 Jahren der Nutzung.

Werden diese nun weiter genutzt (wobei deren Leistung weiterhin mind. 90% der Heim-Anwender-Bedarfs und Micro-Server-Betreiber abdeckt), wird deren Öko-Billanz wesentlich besser.

Es muss nicht noch neues Zeug unnötig produziert und über die halbe Welt verschifft werden ...

Einen kleinen "patriotischen" oder sagen wir eher "wirtschaftlichen" Aspekt gibt es auch ... weit weniger Kapital fließt aus unseren Taschen Richtung Asien und verbleibt hier.

Durch die Aufbereitung und Verkauf werden Arbeitsplätze und Unternehmen lokal oder zumindest in der EU gesichert. Steuerzahlungen erfolgen in DE & EU und nicht an einen "Briefkasten" in Luxemburg (wie bei "bekannten" Online-Handelsplattformen, deren Namen wir hier mal nicht nennen).


Fazit

Glückwunsch ... du hast es bis hierher geschafft! Schaue kurz in den Spiegel ... sollte kein weißer Schaum aus den Mundwinkeln austreten, dann gehörst du von jetzt an zu den "oberen 10%" ... du weisst nun mehr über den "Stromverbrauch" von PCs als 90% der Leute da draußen! Du bist nun "Experte"

Fassen wir also zusammen ...

Der reale Stromverbrauch hängt stark von der Verwendung und Ausstattung ab!

Nur weil die TDP "niedrig" ist, heißt es nicht, dass der Verbrauch "klein" ausfällt!

In China-Rechner mit Intel N100 (oder ähnlich) lohnt sich nur wenn man sehr kleine "Ansprüche" hat. Zumal haben diese oft starke Limitierungen beim RAM (offiziell 16GB, inoffiziell 32GB möglich). Spätestens wenn man einen zweiten davon als weitere Node kauft, geht die "Sparrechnung" nicht mehr auf.

Erwägst du den Kauf eines gebrauchten (Business-)PCs anstelle eines neuen China-Rechners, tust du was für die Umwelt und für die lokale Wirtschaft.

Danke für deine Zeit!
Zusätzliche Info
kupferpete's Profilbild
Wer das zu Ende gelesen hat und hot findet +1

Thx!
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50 Kommentare

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  1. CePeU's Profilbild
    Ja wurde mal Zeit für die ganzen elektronik Schrott schwurbler. Kommt natürlich immer auf den use case an. Aber ein gut austarierter gebrauchter buisness SFF PC schlägt meiner Meinung nach weiterhin jedes 2 drive NAS (bitte keine Diskussion zur User friendliness für Anfänger. Da sind die Kauflösungen naturgemäß meist weit vorn). Außerdem kann ich die Werte bisher bestätigen. Fujitsu Esprimo D958 E94+, i5 8500, 2TB SSD, 16GB Ram und headless liegt bei 4,6W IDLE mit einem Shelly Plus gemessen. So und jetzt baue ich die 18TB Platte mal ein (bearbeitet)
    Philtaer's Profilbild
    Erfahrungswerte zu sammeln fände ich tatsächlich spannend, denn mein HP braucht 20Watt und da frag ich mich schon ob die konfig passt.

    Anmerkung: ich habe jetzt ganz bewusst keine konfig gepostet, der Augenmerk soll auf der Idee der Vergleichsliste liegen.
  2. SuperChris's Profilbild


    Top Beitrag! Kann alles bestätigen. Meine eigenen Idle-Messungen aus den letzten 10 Jahren, mit HWInfo ausgelen:

    Intel i7 4790 (ohne "k"): 5.0-6.5W
    Intel i5 6500: ca. 5.x W
    Intel i5 8500: 5-6W
    Intel i7 8700: 5-6W
    Intel i5 9600k: 6-7W
    Intel i9 9900: 6-7W

    AMD Ryzen 5 3600: 5-7W
    AMD Ryzen 7 5700G: 5-7W

    Alles unter Windows 7 / 10 Pro ausgelesen ... bei den "damaligen" Versionen als die Überwachungsfunktionen noch etwas kleiner waren.

    Mit aktuellem Windows 11 Pro kommt man nicht mehr auf unter 10W, weil ständig Meta-Daten und Cloud-Sync abgefragt werden. Wird mit kommenden Updates noch schlimmer, weil scheinbar eine Art Screen-Capture eingeführt werden soll unter dem Deckmantel von "AI" / KI.

    Unter Linux kommt man weiterhin auf 5W und darunter.

    "Package Power" mit Ryzen 7 5700G (65W TDP) unter Linux Mint, zwei offene Browser-Fenster, Idle: 5.3W
    Peak bei öffnen eines neuen Browser-Fenster: 14.0W.

    Fun Fact:
    Windows 11 verursacht selbst als Proxmox VM mind. 10W im Idle (haben hier auch mehrere Leute bestätigt). Eine aktive Linux Desktop Distro VM auf Debian- oder Ubuntu-Basis hat faktisch kaum Einfluss auf den Idle-Verbrauch. (bearbeitet)
    xSunshin3x's Profilbild
    "Package Power" mit Ryzen 7 5700G (65W TDP) unter Linux Mint, zwei offene Browser-Fenster, Idle: 5.3W
    Das ja aber nur die CPU.. Dann will das Board noch 4 Watt und der RAM noch 2 und die SSD noch 3 und schwups sinds dann doch wieder irgendwie 15
    (edit// Und dass das Netzteil bei 15% Auslastung auch nur 80% Effizienz hat verschweigen wir jetzt auch mal) (bearbeitet)
  3. GroKoDeal's Profilbild
    Gut ausbreitet und soweit ich das beurteilen kann auch fachlich korrekt.

    Kleine Ergänzungen zur Proxmox-Erwähnung:
    Es macht oft einen signifikanten Unterschied welche Art der Virtualisierung man hier nutzt.
    KVM ist deutlich ineffizienter in der Virtualisierung, da mehr Ressourcen gebunden werden müssen. Container sind deutlich effizienter und auch zum Stromsparen besser geeignet, da softwaretechnisch auch Teile des Hosts (bspw den Kernel) genutzt werden und somit auch nicht extra einzeln virtualisiert werden müssen. Leider sind diese für manche Szenarien aber auch aufwändiger zu konfigurieren.

    Powertop (was ja unter Linux gerne empfohlen wird) ist auf Proxmox nicht zu 100% zu empfehlen, da auch unerwünschte Seiteneffekte auftreten können. Wem man es doch einsetzen will, sollte man dies step by step konfigurieren.
    satakil's Profilbild
    Powertop (was ja unter Linux gerne empfohlen wird) ist auf Proxmox nicht zu 100% zu empfehlen, da auch unerwünschte Seiteneffekte auftreten können. Wem man es doch einsetzen will, sollte man dies step by step konfigurieren.

    Möchtest du das bitte näher erklären? Powertop verursacht kleine Verzögerungen, die Geräte brauchen, um aufzuwachen. Aber ich würde erwarten, dass das für Proxmox kein Problem ist, es nur dazu führen würde, dass das System mehr Strom verbraucht, nicht so tief in Energiesparmodi geht.

    Auf der anderen Seite, ich dachte zumindest, dass es von Proxmox empfohlen wurde, den Scaling Governor auf Performance zu lassen, aber ich kann auf die Schnelle auch keine Referenz dazu finden. (bearbeitet)
  4. 987's Profilbild
    Coole Zusammenstellung!

    Ich kann aus Erfahrung berichten, dass mein M910q (i7-6700T 35W TDP, 32GB RAM, 2 interne + 1 externe SSD) mit Proxmox, einer Hand voll Container und ca 10% CPU-Auslastung auf 11-16W kommt.
    47691522_1.jpg (bearbeitet)
  5. St31ngobl1n's Profilbild
    "Steht für "Thermal Design Power" und hat wenig mit der Angabe zum "Stromverbrauch" zu tun. Es ist lediglich der Verweis auf die empfohlene Kühlleistung eines CPU- oder GPU-Kühlers bzw. die Dimensionierung der Kühl-Lösung. In der Regel wird die Angabe für eine CPU-Familie gemacht und nicht für jedes einzelne Modell."

    Hab mal nachgezählt. In den ersten 12 Monaten nach erscheinen der 5000er Ryzen hab ich das 57mal kommentiert unter entsprechenden Deals wenn jemand sch*** gelabert hat. Und JEDES MAL kam ein Gscheidhaferl und hat mich korrigiert da eine TDP ja W(att) enthält und somit Stromverbrauch bedeutet.


    Als Erweiterung deines Posts würde ich noch ergänzen wo Intel, AMD und NVIDIA die superduperdollen Werte herbekommen. Bei AMD und NVIDIA gibt es glaube ich eine faktische "formel" und bei Intel zumindest die "Bedeutung" des TDPs im bezug auf ihre Zahlenschubser.

    Intel: Bei der TDP von XY Watt liefert der Prozessor dauerhaft seinen Basistakt. Boost etc. kommt deutlich obendrauf

    AMD: TDP (Watt) = (tCase (°C) - tAmbient (°C))/(HSF (°C/W))
    ->tCase °C: Die maximal erlaubte Temperatur an der Schnittstelle zwischen Die und Heatspreader um die spezifizierte Leistung zu erreichen
    ->tAmbient°C: die maximal erlaubte Temperatur der Luft am Kühlereingang um die spezifizierte Leistung zu erreichen
    ->HSF (°C/W): Der vom Kühler maximal zu erreichende Wärmewiderstand um die spezifizierte Leistung zu erreichen

    NVIDIA: TBP (Total Board Power) - Lüfterleistung - Speicherleistung - VR Verlustleistung - Sonstige Verlustleistung


    Für Intel und NVIDIA find ich gerade die Quellen leider nicht.
    Cpt.Yesterday's Profilbild
    Autor*in
    Hab mal nachgezählt. In den ersten 12 Monaten nach erscheinen der 5000er Ryzen hab ich das 57mal kommentiert unter entsprechenden Deals wenn jemand sch*** gelabert hat. Und JEDES MAL kam ein Gscheidhaferl und hat mich korrigiert da eine TDP ja W(att) enthält und somit Stromverbrauch bedeutet.
    Danke für deine Bemühungen! (ernst gemeint!)

    Aber einige Leute wissen, dass sie Recht haben. Da brauchst du nicht mit Tatsachen ankommen

    Beiträge wie die deinen, oder Topics wie dieser, hilft nur denen, die auch Hilfe annehmen.
  6. LordDreistigkeit's Profilbild
    Top ausgearbeitet (wie immer vom Captain), vielen Dank
    Rambo42's Profilbild
    Echt Tipi Top, Wie immer von Captain (ohne Klammer) 😁
  7. satakil's Profilbild
    Ähhh, wo kann ich hot voten?!
  8. AbMorgenWirdGespart's Profilbild
    Nach den ganzen N100 Kommentaren endlich der Kragen geplatzt
    Danke für den Artikel!
    Rambo42's Profilbild
    Hahaha jaaa
    Er lacht auch mit 😁
  9. Karlheinzmann's Profilbild
    @ Cpt.Yesterday

    Top aufbereit und Sachlich! Daumen Hoch!

    Bitte noch mehr auf das Thema Energieeffizienz pro Watt x Taktung x CPU Generation für die neueren MiniPC aus dem Haus Intel/AMD außer Nxxx eingehen. Besonders auf die neuen mobile CPUs die in den Minis aktuell verbaut werden.
    Cpt.Yesterday's Profilbild
    Autor*in
    Danke für den Tipp ... Denke das Thema wäre aber eher ein Fall für eine eigene Diskussion, da sehr umfangreich.
  10. Herr_oskook's Profilbild
    Toller Artikel, danke dafür! Ich habe seit März einen Elitedesk 805 G8 SFF aus einem Captain Deal, hat meinen 8 Jahre alten NUC Skull Canyon abgelöst. Idle 10 W, Office 13-25 W, maximal 99 W, ich bin top zufrieden. In dem Deal wie auch hier im Artikel ist die Rede von Optimierungen im BIOS, ich habe aber absolut keine Ahnung, was man da einstellen kann, bzw. soll. Hat jemand einen Tipp?
    Cpt.Yesterday's Profilbild
    Autor*in
    Gerngeschehen!

    Der Part mit BIOS-Optimierungen mag missverständlich klingen ...

    Das ist allerdings nicht si gemeint, dass jeder selbst ran muss ...

    Bei Business-Modelle sind bereits optimiert und als End-Nutzer kann man da nicht viel anpassen ...

    Viel "rumschrauben" kann man an Custom-Builds ... da kommen aber die wenigsten an auf das "Optimum"

    Deine Werte sind gut, besonders wenn da Windows darauf läuft
  11. imagine.owls's Profilbild
    Sehr cool, vielen Dank! 😁
  12. Cr4zyJ0k3r's Profilbild
    Super zusammengefasst und fachlich erläutert. Gefällt mir, Daumen hoch
  13. Philtaer's Profilbild
    Genial geschrieben und zusammengefasst. Danke dafür!
  14. normalo's Profilbild
    Mega, in dem Nordsee Vergleich sind es 2x i5 8500T, T sind immer 35w, vermutlich meinst du 8500 ohne T?
    Danke für die Ausführungen, letzte Woche einen i5 9600 gekauft, vermutlich wollte den wg 65w sonst keiner haben, war dann doch ein i5 9500T😁 (bearbeitet)
    Cpt.Yesterday's Profilbild
    Autor*in
    Mega, in dem Nordsee Vergleich sind es 2x i5 8500T, T sind immer 35w,
    Danke für den Hinweis, korrigiert!
  15. AtomWurst_'s Profilbild
    Genial wirklich!
    Ich bin aktuell dabei mir zu überlegen was für einen ich brauche und für mich war Immer mehr Watt = einfach bisschen mehr Strom also bisschen mehr Geld Ende des Jahres.

    Geile und wirklich nützlichen Zusammenfassung!! Hot 🔥
  16. bjoern's Profilbild
    Bis zum Schluss gelesen und nein, es gab keinen Wut-Ausbruch
    Mega Zusammenfassung! Besten Dank
  17. negotio's Profilbild
    "Aye Aye Captain” SUPER ausgearbeitet
  18. letootel's Profilbild
    Top! Vielen Dank für die Arbeit!
  19. Fredyy's Profilbild
    Solider Artikel, aktuell habe ich nen EliteDesk 800 G2 mit i5-6500 als Proxmox Server laufen und nen n100 mit 6*2,5Gbit ethernet als "baremetal" pfSense.

    Suche schon länger nach nem 2. Proxmox host, dann werde ich wohl bei alten mini PCs bleiben und keinen "neuen" n100 oder so vom Chinesen holen.
  20. KennyMcCormick's Profilbild
    super. vielen dank. schade, dass man nicht liken kann
  21. phuxer's Profilbild
    Einen Rum für den Captain!
    Klasse geschrieben und sehr detailliert ausgearbeitet! Vielen Dank.
  22. mastercr0c's Profilbild
    Super geschrieben!

    Ausführlich und doch leicht verständlich.

    Danke !
  23. DerSchrat's Profilbild
    Vielen Dank für die tolle Aufbereitung und Verlinkung der relevanten Videos - werde ich sicherlich in Zukunft nochmal Bezug drauf nehmen
  24. oldman1's Profilbild
    Tolle Zusammenfassung, sehr interessant, gerne mehr davon.

    Könntest du bitte das erste "und" gegen ein "unter" und das erste "eine" gegen "einen" tauschen.
  25. BikerTim's Profilbild
    Danke.
  26. headhunter74's Profilbild
    Fettes HOT! Sollte ganz oben gepinnt werden!
  27. Jens2015's Profilbild
    Mega Ausführung und sehr verständlich geschrieben, megafettes Lob dafür!

  28. phae's Profilbild
    Gute Zusammenfassung, Daumen hoch - ich habe TDP tatsächlich noch als "Thermal Dissipation Power" gelernt, da war direkt alles mit beschrieben.
  29. Amoled's Profilbild
    Einfach ein 30W Netzteil nehmen statt dem 850W. Folgt mir für weitere Stromspartipps.
  30. Seraph.in's Profilbild
    Super ausführlich erklärt, Daumen hoch!
  31. Eisthomas's Profilbild
    Schön langsam sind die Diskussionen zum großen Teil mit Sammelthemen gefüllt. Ich finde sowieso so ein altes refurbished Ding sollte sich keiner ohne ein bisschen Ahnung kaufen.
  32. S.i.t.'s Profilbild
    Der N100 ist eine Schrott-CPU von Intel. Hat nicht besonders viel mit China zu tun. Dass China so viele Mini PCs mit dem N100 hier verkauft, liegt einfach daran dass es halt viele Käufer gibt die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben und die Chinesen gerne Geld verdienen

    Im Beitrag wird der Fertigungsprozess einer CPU nicht angesprochen. Der spielt aber eine große Rolle beim Verbrauch. Bei den veralteten Refurbished Mini PCs wie z.B. Modelle mit dem erwähnten i5-8500t liegt dieser bei 14 Nanometer. Wenn ich für den gleichen Preis ein China PC mit z.B. einem Ryzen 5600h mit 7 Nanometer kaufen kann, dann wird der China PC einen deutlich geringeren Stromverbrauch haben (vorausgesetzt die CPU tut auch was und ist nicht am idlen), da der Ryzen für die gleiche Arbeit weniger Energie benötigt. Ein China PC kann also auch deutlich besser geeignet sein als ein Refurbished PC.

    Fazit - einen Mini PC mit dem N100 von Intel meiden (egal ob aus China oder sonst woher)
    Cpt.Yesterday's Profilbild
    Autor*in
    Der N100 ist eine Schrott-CPU von Intel.
    So weit würde ich nicht gehen ... für den angedachten Zweck Thin-Clients anzutreiben ist die CPU super.

    Es ist eher die Falsch-Verwendung der PC-Hersteller das eigentliche Problem.

    Dass China so viele Mini PCs mit dem N100 hier verkauft, liegt einfach daran dass es halt viele Käufer gibt die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben und die Chinesen gerne Geld verdienen
    Ja gut, ist nun Mal nicht jeder Experte auf dem Gebiet.

    Woran soll man auch erkennen, dass es das falsche Produkt ist? - Wenn 50-100 positive Bewertungen für das Produkt vorliegen und "Affiliate-geile YouTuber" das Zeug in den siebten Himmel loben ...

    Eventuell wird es ein ganz wenig besser, wenn mehr Leute den Beitrag hier lesen

    Wenn ich für den gleichen Preis ein China PC mit z.B. einem Ryzen 5600h mit 7 Nanometer kaufen kann, dann wird der China PC einen deutlich geringeren Stromverbrauch haben
    Allein die Lithografie wird nicht helfen ...

    Habe im direkten Vergleich i7 9700T vs Ryzen 7 4750GE ... beide 8 Kerner, 14nm vs 7nm, 8 Cores vs. 8 Cores / 16 Threads.

    Dachte tatsächlich, das wäre ein sinnvolles "Upgrade". In meinem Fall weder ein merklicher Leistungsvorteil mit Proxmox noch beim Verbrauch ... eigentlich ist der Ryzen bisher sogar leicht Stromhungriger.
  33. 5cent's Profilbild
    Super, vielleicht noch die durchschnittliche Lesedauer in die Überschrift sowie eine TLDR Zusammenfassung durch eine KI

    Ich hab rausgelesen daß einer deiner PCs im Dauerbetrieb nur 13 Watt pro Stunde gezogen hat.
    Amoled's Profilbild
    Für die zusammenfassung reicht Nutella-Intelligenz: TDP hat nix mit Stromverbrauch zu tun
  34. gesponserter_Beitrag's Profilbild
    Danke für die tolle Übersicht. Dennoch eine sehr kontroverse Diskussion. Ich habe jetzt bei diesem Deal zugeschlagen und bin gespannt. Ich betreibe aktuell Nextcloud auf einem RPi4 und Adguard auf einem Zero 2. Es wäre natürlich toll, das alles auf einem System zu haben, ich befürchte aber, dass ich im Idle mit den diversen Raspberrys immer noch besser fahre, was den Verbracuh angeht. Und die Performance reicht im Moment für meine Anwendungen noch aus. Vielleicht doch ein Fehlkauf
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    ich befürchte aber, dass ich im Idle mit den diversen Raspberrys immer noch besser fahre, was den Verbracuh angeht.
    Generell, haben zwei "normale" Raspberries einen höheren Verbrauch als ein einzelner Mini-PC bei gleichen Aufgaben (ab Intel 6th Gen aufwärts).

    Bei meinen eigenen Nodes würden weder Ein-Platinen-Rechner noch N100-Systeme mit einem "Verbrauchsplus" rauskommen ... das was ein einzelner Ryzen 7 4750GE oder Intel i7 9700T packt mit 64GB RAM ... da wären jeweils mehrere "Sparsame Rechner" nötig ... das würde sowohl bei den Anschaffungskosten als auch beim Stromverbrauch ins Minus gehen.

    Wichtig ist generell: Langzeitmessungen machen und nicht temporäre Lastspitzen als Dauerverbrauch auslegen.

    Manchmal kommt es einfach darauf an was man so macht ... habe gemerkt, dass ich 5-8W einsparen kann im Idle, wenn ich mir angewöhne bei den Linux VMs am Ende den Browser wieder zu schließen (bearbeitet)
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