Fragen an Solaranlagenbesitzer

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eingestellt am 4. Apr
Ich hadere schon eine ganze Zeit damit mir auf mein Hausdach eine PV-Solaranlage setzen zu lassen. Da ich aber von der Thematik keine Ahnung habe, würde ich mich freuen, wenn hier Leute mit Erfahrung mir mal ein paar Fragen beantworten könnten. Hier aber noch kurz ein paar Basisinfos:

- Mein Haus verfügt über ein Satteldach
- Es steht in Ba-Wü
- Da kein Schattenwurf, ist für genug Sonneneinstrahlung gesorgt
- Wir verbrauchen 3000 kWh pro Jahr
- Tagsüber sind es ca. 5-6 kWh, also 2200 kWh pro Jahr (mehrere Personen sind tagsüber fast immer im Haus)
- Die Anlage sollte auf Eigenverbrauch und damit maximale Wirtschaftlichkeit optimiert sein
- Kein Batteriespreicher, da derzeit noch zu teuer

So, jetzt meine Fragen:

1. Wie groß müsste die Anlage sein um der Optimierung auf Eingenverbrauch zu entsprechen?
2. Wie teuer dürfte sie dann maximal sein?
3. Aktuell gibt es ja Förderungen wenn man sein Haus energetisch saniert, könnte man das dann auch mit einer PV-Anlage kombinieren und so diese deutlich günstiger bekommen?
4. Von welchen Herstellern sollten die verbauten Komponenten (insbesondere Module und Wechselrichter) am besten sein, und von welchen Herstellern sollte man die Finger lassen?
5. Wenn man nun aber deutlich weniger Strom vom Versorger abnimmt, besteht dann die Gefahr, dass man in einen teureren Tarif eingestuft wird?
6. Gibt es noch weitere Punkte die man unbedingt beachten sollte?
7. Welche laufenden Kosten kommen auf einen zu (z. B. Versicherung, etc.)
8. Wie ist das hinsichtlich der Brandgefahr? Davor habe ich den größten bammel?
9. Auf absehbare Zeit werden wir uns kein Elektroauto oder einen Batteriespreicher zulegen. Sollte man aber die PV-Anlage im Vorfeld schon so konzipieren das eine Erweiterung/Vergrößerung der Anlage später problemlos möglich ist, oder wäre der Aufwand dafür zu groß?
10. Unser Haus ist von 1980 und so alt ist auch der Zählerschrank. Besteht hier die Gefahr, dass dieser modernisiert werden muss und sich so die Anlage viel zu teuer wird?

Bereits im voraus besten Dank für viele hilfreiche Antworten.
Zusätzliche Info
Fragen & Gesuche
9 Kommentare
Kläre vor der technischen Aktion die Angelegenheit mit einem Steuerberater u.a. bzgl. inzwischen reduzierter Förderungen und steuerliche Gestaltungen, die für deine Situation die steuerlich beste Variante darstellen.
Das kann durchaus der Weg ins Kleinunternehmertum sein iVm mit eherechtlicher Ausgestaltung von Eigentumsverhältnissen zur maximalen Ausschöpfung der steuerlichen Möglichkeiten.
Es wäre m.E. dumm, „irgendetwas“ auf‘s Dach zu klatschen und sich die nächsten Jahrzehnte ärgern, weil das die „steuerdümmste“ Variante gewesen ist.
Wenn du nicht gerade auf einem Einsiedlerhof lebst, spielen u.U. bauordnungs- u. -planungsrechtliche Aspekte eine Rolle sowie ggfls. ordinäre Ortssatzungen.
Insgesamt kennst du dann übergreifend die rechtlichen Rahmenbedingungen, in denen du dich technisch bewegen darfst.
Der Ertrag (und damit Effizienz und Größe der Anlage) hängen auch mit der Ausrichtung des Daches zusammen, dazu hast du hier leider keine Angaben gemacht.
Größtes Brandrisiko bei der Anlage sind falsch installierte/billige Stecker, welche die Module etc verbinden. Wird oft unterschätzt. Hier muss auf beiden Seiten ein Hersteller verwendet werden, daher von jemanden installieren lassen der das garantieren kann.
Die bessere Anlaufstelle dafür ist hier: photovoltaikforum.com
Dort werden Angebote verglichen und man wird auch sehr gut beraten. Aber am Anfang heißt es erst mal lesen lesen lesen.
Ein Angebot einzuholen kostet doch nichts. Fange doch einfach mal bei deinen örtlichen Stromversorger an, die haben nämlich auch solche Angebote. Somit hast du schon mal eine Hausnummer (war bei mir auch der Teuerste)

Stand vor einem Jahr auch vor diesem Problem, wie und was. So groß, wie möglich die Anlage, um so günstiger wird die Anlage je kwp.
ich würde dir tatsächlich auch zu nem fachmann raten, der „all in one“ verkauft. bei uns war es inkl beantragung der förderung usw.

wir haben mehrere angebote eingeholt und uns letztendlich entschieden. der da fachmann hat uns dann 2 varianten berechnet, wie der ertrag usw sein könnten, wenn man von xy ausgeht.

wir haben nen großen speicher und markenmodule genommen, weil uns diese zwei aspekte wichtig waren. ich bin froh um den großen speicher, weil man eben mit 5 personen im haus nicht nur in sonnenstunden den geschirrspüler oder wama laufen lässt, wie auch.
Sorry, sind zu viele Fragen.
Lass dich ordentlich im Handel beraten und hole Angebote ein...
Kurz und knapp (und wie immer ohne Gewähr):
1. Sie sollte die vorhandene Dachfläche maximal ausnutzen, alles andere ist nicht wirtschaftlich
2. Kommt auf die Dachgrösse > Anlagengrösse an. Ab 10kWp liegst du bei 1000€/ kWp (+/-10%)
3. Es wird nicht „günstiger“ wenn du mehr ausgibst für eine größere Sanierung! Die einzige echte Förderung heißt Einspeisevergütung.
4. Es handelt sich um keine Rakentenwissenschaft, mittlerweile haben alle Hersteller ein sehr gutes Niveau. Daher lieber auf ein gutes Preis/Leistungsverhältnis achten also Wp/EUR bei den Modulen und beim Wechselrichter keine überdimensionierten Größen mit unnützen Spielereien.
5. Das könnte auch ohne PV Anlage passieren (langer Urlaub, Leute ziehen aus). Trotzdem: klares nein.
6. Geht die Frage noch allgemeiner?
7. Muss: keine Großen, Kann: Versicherung, Rücklagen für Wartung ca 100€/Jahr
8. Wenn es von einer Fachfirma verbaut wurde nach den aktuellen technischen Normen ist die Gefahr eher wo anders im Haus zu suchen: Kinder, alte Geräte etc.
9. Anlagenerweiterung ungleich höherer Eigenverbrauch! Kannst bspw. einen Fronius Hybrid Wechselrichter einbauen, kostet 600-700€ mehr. An den kannst du dann mal einen Speicher anschließen. Ob sich das lohnt: erstmal nur für den Solateur/ Hersteller. Die große Frage ist: wann werden Speicher wirtschaftlich?
10. Ja, wenn zu klein. Einen neuen Zähler bekommst du in jedem Fall, der sollte aber nicht größer als der jetzige sein. Genaueres sagt dir dann der Solateur. Wichtig ist auch, dass Platz für den Wechselrichter in der Nähe ist.
11. unbedingt auf Photovoltaikforum.de einlesen, gibt es ein gutes FAQ vom User „Pflanze“!

Viel Erfolg!
zu 10. ab 10kwp wird ein 2. Zähler bei dir installiert und eine Erdung hast du bestimmt auch nicht in deinen Haus (war da noch nicht Pflicht), kommt auch nochmal dazu.
Slowman04.04.2020 18:25

zu 10. ab 10kwp wird ein 2. Zähler bei dir installiert und eine Erdung …zu 10. ab 10kwp wird ein 2. Zähler bei dir installiert und eine Erdung hast du bestimmt auch nicht in deinen Haus (war da noch nicht Pflicht), kommt auch nochmal dazu.


Meins ist von 1972 und hat bereits einen Ringerder. Kommt also drauf an.
Würde adhoc sagen es lohnt sich nicht, da die Einspeisevergütung gekürzt wurde. Wenn die Teile 30 Jahre laufen lohnt es, wenn nach 10 Jahren was kaputt geht - nicht. Öl und Gas sind wieder billig. Die Energie, die in die Produktion und den Abbau der dafür benötigten Rohstoffe der Anlage gesteckt wurde, holt man nie wieder raus - lohnt sich auch umwelttechnisch nicht.
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