Gewährleistungs frage

Hey

habe damals bei der booq Aktion (September '10) eine Tasche bestellt. TAIPAN SHADOW S für 30€

Nun gehen langsam die Nähte auf und sieht wirklich schrecklich aus. Ich habe die nun mal per E-Mail geschrieben und gefragt, die haben mir nun einen Gutschein angeboten, um in deren online Shop etwas zu bestellen. Jedoch gibt es dort nichts passendes für mich. Eine Auszahlung des Betrages wollen die mir nicht geben.

Für mich ist das ein Gewährleistungsfall, da ein sachlicher Mangel vorliegen. Ich dachte da kommen eine Nacherfüllung in Frage, mir egal ob Reperatur oder Nachlieferung.
Aber dürfen die mir auch einfach einen Gutschein anbieten?

Vielleicht weiss einer von euch besser bescheid.

Danke für eure Hilfe.

8 Kommentare

Nein ein Gutschein musst du nicht annehmen. Der Laden muss die Ware reparieren oder Austauschen.
Eine Rückerstattung ist erst gerechtfertigt nach 2 reparaturen oder Ausgetauschten Artikeln.

Verfasser

Na gut die argumentieren nun damit, dass sie nicht reparieren und für den Austausch gibt es das entsprechende Modell nicht mehr.

Nun zitieren die aus ihren AGB:
-------
In erster Linie wird der Gewährleistungsanspruch durch Austausch der Sache erfüllt, erst in zweiter Linie durch das Ausstellen eines Guthabens bei booqeurope.com in Höhe des Rechnungsbetrages oder einer Preisreduktion bis zu 10% des Rechnungsbetrages bei leichten Beschädigungen, die die Funktionstüchtigkeit nicht beeinträchtigen, im Austausch gegen das mängelbehaftete Produkt (kein Recht auf "Geld zurück", § 932 ABGB).
-------
Quelle: booqeurope.com/agb - Teil 7

Deshalb bieten die mir nur einen Gutschein an.

Ist ABGB das selbe wie BGB? In meinem BGB ist da ein unpassender artikel drinne ...

ABGB ist das österreichische BGB. Keine Ahnung, wie das in deren AGB reinkommt - schließlich ist Booq-Europe eine deutsch Firma mit deutschem Firmensitz. Somit ist das ABGB für Dich nicht relevant (und für Booq auch nicht).

Wenn die Tasche defekt ist, kannst Du eine Reparatur oder einen Austausch der Tasche verlangen. Wenn Booq sich dazu nicht in der Lage sieht, musst Du keinen Gutschein akzeptieren, sondern kannst Dein Geld zurück verlangen.

Da nach Deutschland versendet wurde, gilt deutsches Recht. Laut BGB gilt die ersten 6 Monate die Beweislastumkehr (§ 476 BGB), das heißt es ist davon auszugehen, dass das Produkt bereits beim Kauf mangelhaft war (schlechte Nähte). Laut § 439 BGB kannst du also erstmal Nacherfüllug (Reparatur, Ersatz) verlangen. Da das offensichtlich nicht geht, kannst du vom Vertrag zurücktreten. Das bedeutet du bekommst den Kaufpreis zurück und die die kaputte Tasche. Den Kaufpreis bekommst du auch ausgezahlt und nicht als Gutschein. Der Verkäufer kann allerdings einen Nutzungswertersatz verlangen, d.h. da du das Produkt ja eine Weile Nutzen konntest, wird ein der "normalen" Nutzungsdauer entsprechender Betrag abgezogen. Wenn man schon so genau ist, sollte man dann aber noch einrechnen das der Verkäufer ja die Zeit über mit deinem Geld arbeiten konnte und demnach noch die sogn. Verzinsung hinzugerechnet wird.
Ich würde sagen so eine Tasche sollte schon 5 Jahre halten bei normaler Nutzung, also:
30€ * 1−4/(5⋅12) = 28€
(4 Monate Nutzung=6,6% Wertersatz, Verzinsung ist bei der kurzen Dauer wohl zu vernachlässigen)
Kannst denen das ja so sagen, so wie ich das sehe ist das Recht auf deiner Seite (aber ich bin auch kein Rechtsanwalt :P ).
Grüße

Verfasser

vielen Dank für eure Hilfe, werde denen mal ne mail verfassen und die Sachen hier vorschlagen.

Werde weiter berichten was sich ergibt.

ylere

Da nach Deutschland versendet wurde, gilt deutsches Recht.


Sorry, aber das ist vollkommener Quatsch. Natürlich gilt deutsches Recht, aber nicht weil nach Deutschland versendet wurde, sondern weil Booq im Impressum einen deutschen Firmensitz angibt.

ylere

Da nach Deutschland versendet wurde, gilt deutsches Recht.


Ich wollte damit nur ausdrücken, dass unabhängig davon wo in Europa der Firmensitz ist und auf welches Recht sich die AGB bezieht, das Recht des Verbraucherlandes gilt, wenn die Seite eindeutig international ausgerichtet ist (z.B. Angabe der Versandkosten in andere Länder, internationale Domain, versch. Sprachen) und die AGB gegenüber dem Recht des Verbraucherlandes benachteiligend sind.

Verfasser

Okay hatte bis gestern gewartet ... und dann immer noch keine Antwort erhalten.

Dann habe ich da mal angerufen. Die hat nur meinen Namen gehört und dann wusste sie schon worum es geht ... hab der nochmal alles erzählt ... blablabla ..

fazit: 2h nach dem Telefonat hatte ich ne E-Mail, dass man mir das Geld zurücküberweist. Jop passt, geht doch.

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