Haftpflichtversicherungen Regulierung

Hallo,
ich habe beim gemeinsamen kochen mit und bei Freunden ein Cerankochfeld beschädigt (es ist ein schweres Glas drauf gefallen und die Glasplatte hat in der Folge einen Riss abbekommen).
Nun bin ich ja Haftpflicht versichert (AXA).
Also Anruf bei der Versicherung, Auftrag bekommen einen Kostenvoranschlag einzuholen, Kostenvoranschlag eingeschickt und 10 Tage später ein "Gegengutachten" erhalten:
gezahlt wird nur der Zeitwert (nur leider bekommt man das Teil nicht gebraucht) und für den Einbau muss man auch selbst sorgen. Der Kostenvoranschlag belief sich auf 500 Euro, gezahlt sollten nun 250 Euro werden?!
Ist das ganze rechtskonform, kennt sich da jemand etwas besser aus?
Muss ich (oder wie AXA argumentiert der Geschädigte, einen Wertverlust bei einem 3 Jahre alten Kochfeld hinnehmen auch wenn es auf diese Art und Weise nicht in den Ausgangszustand geführt werden kann) für die Differenz aufkommen.
((Selbstverständlich werde ich zahlen und nicht den Freund auf den Kosten sitzen lassen!!))

17 Kommentare

der Wertverlust kommt meines Erachtens immer zum tragen. Es wird nie der Neupreis angesetzt

spontan würde ich sagen, man kann auf die herstellung des ursprungszustands bestehen. welcher § hier gilt, kann ich dir aber nicht sagen.

Joe123

spontan würde ich sagen, man kann auf die herstellung des ursprungszustands bestehen. welcher § hier gilt, kann ich dir aber nicht sagen.



Das ist der Kern des Problems
Vielleicht kann ja jemand hierzu was fundiertes sagen?!

Es kommt ganz darauf an, welchen Vertrag du mit deiner Versicherung eingegangen bist. Mal drei Stichwörter zum Googlen: Zeitwertversicherung, Neuwertversicherung und gleitende Neuwertversicherung. Welchen von den dreien du jetzt genommen hast steht in denen Versicherungsunterlagen. Am weitesten Verbreitet ist aber, wie in deinem Fall, die Zeitwertversicherung.

Zeitwert ist korrekt (falls Du nicht explizit was anderes abgeschlossen hast), Einbau (übrigens inkl. Anfahrt) muss aber mit drin sein!

Die private Haftpflicht ersetzt grundsätzlich den Zeitwert.
Ob der bei einem 3 Jahre altem Cerankochfeld lediglich 50% beträgt wage ich zu bezweifeln.
Weiterhin hat die Versicherung in diesem Fall selbstverständlich auch den Einbau zu bezahlen.
Besteht auf mind. 2/3 der Material- und auf 100% der Lohnkosten.
Die Korrespondenz hat übrigens dein Kumpel zu führen, er ist der Geschädigte und Anspruchsteller.

PeterPan556

Zeitwert ist korrekt (falls Du nicht explizit was anderes abgeschlossen hast), Einbau (übrigens inkl. Anfahrt) muss aber mit drin sein!



Aus der Korrespondenz mit der Versicherung: "der Gesetzgeber hat geregelt, dass ein Haftpflichtversicherer nicht den Neuwert, sondern den Zeitwert eines beschädigten Gegenstandes zu regulieren hat.

Der Geschädigte muss sich in diesem Fall unter anderem das Alter und den Werteverlust infolge von technischen Weiterentwicklungen anrechnen lassen.
Auf den Einbau eines neuen Gerätes bzw. Kochfeldes wenn diese Kosten über dem Zeitwert liegen, besteht kein Anspruch.
"

Der Zeitwert wurde durch ein von der Versicherung bestimmtes Institut "wissenschaftlich" ermittelt.

diarrhoe

Die Korrespondenz hat übrigens dein Kumpel zu führen, er ist der Geschädigte und Anspruchsteller.



Ja, aber ich habe den Stress verursacht und übernehme deshalb auch die Abwicklung soweit als möglich


Einzusätzlicher Hinweis: Du wirst nicht nur die 250 € Differenz zahlen müssen, sondern auch den Einbau durch eine entsprechende Fachkraft.
Ich weiß zwar, dass man das ruhig selbst machen kann, da es einfach ist, aber versicherungsbedingt und laut "Verordnung" sollte man das tunlichst vermeiden. Vorgeschrieben ist es bei Ofen/Herd.. Meine Empfehlung, wenn man in einem Mietshaus wohnt: Waschmaschine in der Wohnung sollte man auch von einer Firma anschliessen lassen :-D

ceranfeld kann wirklich jeder abschließen, bei uns ist das mit Stecker zum Herd verbunden und der hängt am Stromnetz.

D_dom

Auf den Einbau eines neuen Gerätes bzw. Kochfeldes wenn diese Kosten über dem Zeitwert liegen, besteht kein Anspruch.[/i]" Der Zeitwert wurde durch ein von der Versicherung bestimmtes Institut "wissenschaftlich" ermittelt.


Beide Punkte sind absolut umstritten. Die Aussage so ist einfach falsch.
D_dom

Ja, aber ich habe den Stress verursacht und übernehme deshalb auch die Abwicklung soweit als möglich


Ja, es ist dir eben nicht möglich, im Namen des Anspruchstellers Korrespondenz zu führen.
Ganz im Gegenteil sieht es die Versicherung gar nicht gerne wenn Versicherter und Geschädigter allzu sehr unter einer Decke stecken (hier wird dann schnell ein Betrugsversuch unterstellt).
Dein Kumpel hat dir gegenüber übrigens auch nicht mehr Anspruch als gegenüber der Versicherung.
Was die Versicherung nicht bezahlt musst du auch nicht bezahlen.
Im Zweifelsfall sollte er sich einen Anwalt nehmen, der holt das beste für ihn raus und muss ebenfalls von deiner Versicherung bezahlt werden.

diarrhoe

Dein Kumpel hat dir gegenüber übrigens auch nicht mehr Anspruch als gegenüber der Versicherung. Was die Versicherung nicht bezahlt musst du auch nicht bezahlen. Im Zweifelsfall sollte er sich einen Anwalt nehmen, der holt das beste für ihn raus und muss ebenfalls von deiner Versicherung bezahlt werden.



Von der rechtlichen Seite her gesehen ist mir das klar! Andererseits wäre ich stinke wütend, wenn ich in der Situation des Freundes wäre und für einen nicht von mir verursachten Schaden zahlen müsste… Deshalb werde ich für mich selbstverständlich(!) für die Differenz aufkommen wenn ich das nicht noch irgendwie über die Versicherung geregelt bekomme.

Ansonsten vielen Dank für deinen Kommentar!

Hast du keinen Ansprechpartner/Betreuer/Makler, über den du die Versicherung abgeschlossen hast?

Dann würde ich den kontaktieren. Gerade bei der AXA erwischt du oftmals unfähige/unmotivierte Mitarbeiter am Telefon, die heute was anderes erzählen als morgen...

Ich hatte hier selber schon mal ein ähnlichen Fall angesprochen.
Freund von mir hatte mein Handy runter fallen lassen.
hukd.mydealz.de/div…400
Effektiv kann ich dir dazu sagen, dass man in solchen Sachen immer "nachverhandeln" kann und das solltet ihr auch tun.
In meinem Fall hat mein Freund stunk gemacht und ich habe noch etwas mehr dabei raus bekommen, letzten Endes wirst du aber so gut wie nie das bekommen, was du brauchst um den Sollzustand wieder herzustellen, außer du hast einen Vertreter, der was "dreht", weil du alles bei Ihm seit X Jahren abgeschlossen hast und selbst da ist es inzwischen schwierig.

PartyEnde

Vorgeschrieben ist es bei Ofen/Herd.. Meine Empfehlung, wenn man in einem Mietshaus wohnt: Waschmaschine in der Wohnung sollte man auch von einer Firma anschliessen lassen :-D



Nicht nur im Mietshaus. Nicht nur Ofen und Herd. So ziemlich alles bis auf Glühlampe wechseln. Wenn du danach googlest kommst du zu Elektrikerforen wo die Verordnung verlinkt ist. Natürlich kann man das alles selber machen, nur wenn dir die Bude abfackelt und du was selbst gemacht hast, zahlt niemand dafür.

PartyEnde

Vorgeschrieben ist es bei Ofen/Herd.. Meine Empfehlung, wenn man in einem Mietshaus wohnt: Waschmaschine in der Wohnung sollte man auch von einer Firma anschliessen lassen :-D




Das stimmt, aber bei einer Glühlampe brückt man nicht 3 Stromkreise, um auf 10000 Watt zu kommen :-)

Ich erwähne Mietshaus bei Waschmaschine deshalb, da die Waschmaschine bei Eigentumshäusern meistens im Keller stehen. In Mietshäuser/Wohnungen oft in dem Badezimmer.. Und wenn es dann aus dem 9.Stock bis in Keller läuft, ist das entschieden teurer :-)

diarrhoe

Die Korrespondenz [mit der Versicherung] hat übrigens dein Kumpel zu führen, er ist der Geschädigte und Anspruchsteller.

Das ist sicher richtig so, aber meines Erachtens unlogisch. Der Geschädigte sollte sich doch logischerweise immer nur an den Schadensverursacher wenden. Ob der Schadensverursacher den Schaden dann (teilweise) mit Hilfe seiner Versicherung begleicht, sollte doch eigentlich dem Geschädigten egal sein. Mir ist klar, dass die Rechtslage so wie beschrieben ist, aber ich finde das total unlogisch.

In diesem Fall hier ist es ja dem Schadensverursacher auch eher unangenehm, dass der Geschädigte sich mit der Versicherung auseinandersetzen muss. Angenehmer für beide Seiten wäre es sicher, wenn der Schadensverursacher den Schaden zur beidseitigen Zufriedenheit beseitigt und sich dann selbst um eine (teilweise) Kostenerstattung bei seiner Versicherung bemüht.

diarrhoe

Die Korrespondenz [mit der Versicherung] hat übrigens dein Kumpel zu führen, er ist der Geschädigte und Anspruchsteller.


Das wäre sicherlich angenehmer, ist aber unpraktikabel.
Neben der Befriedigung berechtigter Ansprüche übernimmt der Haftpflichtversicherer auch die Abwehr unberechtigter Ansprüche. Aus diesem Grund ist immer erstmal eine Prüfung durch die Versicherung notwendig.
Würde man einen Schaden sofort anerkennen und auch bereits bezahlen ohne dem Versicherer die Möglichkeit zur Prüfung zu geben, verliert man sogar den Versicherungsschutz.
Ist auf den ersten Blick unlogisch, wenn man aber weiß, wie der Hase läuft und nach den Regeln der Versicherung spielt sollten alle Beteiligten bei einem versicherten Schadenfall befriedigt werden.

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