Handyvertrag wurde trotz Widerruf aktiviert

Hallo liebe Hobbyjuristen,

ich habe einen etwas komplexeren Fall bei dem es um 2 Handyverträge geht. Vielleicht kann mir den ein oder andere ein paar Ratschläge geben.

Am 28.03.2013 habe ich bei Sparhandy einen Vodafone Red M Aktionstarif abgeschlossen. Da das dazugehörige Handy plötzlich eine lange Lieferzeit hatte, habe ich den Vertrag am 04.04.2013 widerrufen. Dies wurde mir von Sparhandy bestätigt (Email noch vorhanden). D.h. ich habe nie das bestellte Handy und die Simkarte erhalten (und den Vertrag natürlich auch nie verwendet).

Am 08.04.2013 habe ich einen anderen Vertrag abgeschlossen, welcher bis zum heutigen Zeitpunkt noch läuft. Das merkwürdige war, dass die Rechnung noch nie stimmte und mir immer 7,50€ (Junge Leute Rabatt) zu viel abgebucht wurden. Nach vielen Beschwerden, wurde dieser Betrag aber immer wieder als Gutschrift ausgeglichen. Als ich heute erneut bei Vodafone wegen der falschen Rechnung anrief, wurde mir zum ersten Mal gesagt, dass ich gar keinen Junge Leute Rabatt auf diesen Vertrag erhalten könne, da dieser schon auf einen anderen Vertrag gebucht wurde. Da war ich doch sehr verwundert, denn ich war mir sicher, dass ich nur diesen einzigen Handyvertrag am Laufen habe. Die nette Dame am Telefon konnte mir auch die dazugehörige Rufnummer und das Konto nennen. Und tada, es war der Vertrag von Sparhandy aus dem Jahre 2013.

Ja, peinlich für mich, dass ich meine Konten so schlecht im Überblick habe, und mir dies nie anhand von Abbuchungen auffiel. Natürlich hat sich der Vertrag auch automatisch verlängert, so dass mir bis zum heutigen Zeitpunkt ein Schaden von mehr als 1000€ dadurch entstanden ist.

Wie kann ich nun vorgehen, um zum einen den widerrufenen Vertrag aufzulösen, und zum anderen den entstandenen Schaden zurück zu bekommen?

Viele Grüße
Ivenh0

...
- ivenh0

19 Kommentare

Was genau steht in der Email von sparhandy?

Komplizierter Fall. Das würde ich nicht ohne anwaltliche Hilfe machen, geht ja auch um nicht wenig Geld.

Ganz einfacher Fall, dir muss das Geld zurückgezahlt werden. Ob du das ohne Anwalt schaffst? Wohl kaum...

Bei Vodafone reklamieren und mit Sparhandy Kontakt aufnehmen wäre meine erste Idee. Vor allem nicht versuchen, den Vertrag aufzulösen o.ä., sondern auffordern, den Nachweis über das Bestehen eines solchen zu führen. Geld zurückfordern. Wenn die nicht freiwillig einlenken (was ich befürchte), dann würde ich das mit Anwalt durchziehen.

Das mit dem Überblick über das Konto, habe ich ja schon eingeräumt. Keine Rechtfertigung, aber von dem Konto werden mehrere Mobilfunkverträge in ähnlicher Höhe abgebucht. Da kann das schon übersehen werden...

Deshalb immer die Verträge auch beim Provider widerrufen. Sparhandy war ja hier nur der Vermittler. Vodafone wird sich darauf berufen, nie einen Widerruf bekommen zu haben, und nach 2 Jahren wird Sparhandy die Schuld auf dich schieben wollen. -> Rechtsschutz im besten Fall vorhanden -> ab zum Anwalt.

Ich gehe schwer davon aus, dass Sparhandy den Widerruf nie an Vodafone weitergegeben hat. Denn die Bestätigung des Widerrufs habe ich ja sogar von Sparbandy erhalten.
Des weiteren habe ich in diversen Foren gelesen, dass ich da nicht der Einzige bin, dem sowas passiert ist. Da scheint Sparhandy schon das ein oder andere mal unsauber gearbeitet zu haben.
Rechtsschutz habe ich leider keinen.
Habe schon mit Sparhandy telefoniert, der Vorgesetzte der Mitarbeiterin wird sich jetzt den Fall ansehen.
Wenn das zu lange dauert, werde ich auch bei Facebook an Sparhandy schreiben. Es scheint so, also würde man heutzutage auf diesem Weg die geringste Reaktionszeit haben

War Sparhandy verpflichtet den von dir erhaltenen Widerruf an Vodafone weiterzuleiten? Denn Vertragspartner für den Tarif war Vodafone und nicht Sparhandy.

Kommentar

fuckthesystem

Das größte Problem dürfte sein, dass dir das ganze erst nach 2,5 Jahren auffällt. Das ist nicht die Sorgfalt, die ein deutsches Gericht erwartet. Ich würde versuchen bei Vodafone auf Kulanz zu pochen. Sollte der Fehler bei Sparhandy liegen (Widerruf nicht weitergeleitet) würde ich da anklopfen. Imho hast du aber schlechte Karten. Wer nur alle 2,5 Jahre seine Kontoauszüge kontrolliert hat wohl auch andere Probleme...



Das denk ich auch hätte auch so einen Fall mit einer Kundin wo es nach 2 Jahren aufgefallen ist das Zuviel bezahlt wurde. Es gab eine Kulanz Gutschrift von 6 Monaten mehr nicht, weil auch der Kunde eine gewisse Sorgfaltspflicht hat

In einem Rechtsforum habe ich einen nahezu identischen Beitrag gefunden.

Dort wird geschrieben, dass ich jetzt noch bei Vodafone widerrufen kann, denn die 14-tägige Widerrufsfrist beginnt erst, wenn der gesamte Vertrag vollständig erfüllt würde (Handy, Sim-karte, Aktivierung).
Gleichzeitig sollte ich alle Beiträge zurückfordern.

Bestimmt war jemand so nett, die SIM bei Sparhandy aus jux zu aktivieren damit du blechen kannst X)

Das ist easypeasy:
mit Anwalt holst du 2,5 Jahre raus, lässt dir Zinseszinsen zahlen und kannst Schmerzensgeld einfordern, weil du das Vertrauen in das Rechtssystem verloren hast.

ohne Anwalt kriegst du 6 Monate Kulanz und wirst wohl weiter zahlen müssen, da du die Fristen versäumt hast. Ich nehme auch stark an, dass der Fehler nicht bei Vodafone lag, sondern bei Sparhandy. Da hat dieser Base Praktikant (um diese Zeit waren jede Menge Preisfehler in deren Webshop drinnen, die ich und andere Mydealzer ausgenutzt haben) wohl vergessen, das auch bei Vodafone zu stornierne. Ergo wird Vodafone nichts machen, solange Sparhandy nicht seine Schuld klarmacht.

Ergo, müsste SParhandy dir 1000€ zahlen, tut es aber nicht und wird es nicht tun. Ergo nimmst du einen Anwalt, um alles zurecht zu biegen.
Ergo: nimm dir einen Anwalt, geh mit Stahlhandschuhen rein und mache es wie Luffy

ivenh0

In einem Rechtsforum habe ich einen nahezu identischen Beitrag gefunden. Dort wird geschrieben, dass ich jetzt noch bei Vodafone widerrufen kann, denn die 14-tägige Widerrufsfrist beginnt erst, wenn der gesamte Vertrag vollständig erfüllt würde (Handy, Sim-karte, Aktivierung). Gleichzeitig sollte ich alle Beiträge zurückfordern.


wo steht, dass die Widerrufsfrist erst dann beginnt?

In § 355 steht: "...Die Widerrufsfrist beträgt 14 Tage. Sie beginnt mit Vertragsschluss, soweit nichts anderes bestimmt ist." dejure.org/ges…tml

hast du damals die vertragsunterlagen unterschrieben oder hätte das noch per postident z.b. erledigt werden müssen?

wenn nämlich nicht, hast du gute karten weil du ja nie unterschrieben hast

Habe natürlich nichts unterschrieben und auch kein postident gemacht. Kam ja nie ein Paket für mich an

darf ich fragen warum dir das erst jetzt auffällt? Generell für die Zukunft: Überprüf bitte regelmäßig deine Konten.
Was ist wenn z.b. jemand einfach grundlos per Lastschrift Geld von dir abbucht? Nach ein paar Wochen läuft die Frist ab und das Geld wäre weg bzw. kann nicht mehr zurückgezogen werden.

2.5 Jahre gepennt, Pech gehabt.. Ganz ehrlich

beneschuetz

Das ist easypeasy: mit Anwalt holst du 2,5 Jahre raus, lässt dir Zinseszinsen zahlen und kannst Schmerzensgeld einfordern, weil du das Vertrauen in das Rechtssystem verloren hast.


Sei du mal nur froh, wenn ich nicht irgendwann mal Schmerzensgeld wegen deiner Kommentare fordere X)

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