Interrail in Deutschland als EU-Ausländer

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eingestellt am 18. Aug
Ich möchte als EU-Ausländer ohne dt. Staatsbürgerschaft ein Interrail-Ticket erwerben und ganz normal in Deutschland nutzen, als wäre ich Tourist.

Als Deutscher ist man ja (ausgenommen zwei Fahren zur und von der Grenze) davon ausgeschlossen, wie ich analog auch in meinem Heimatland.

Auf der Website heißt es:

Dein Wohnsitzland ist das Land, in dem du deinen offiziellen Wohnsitz hast oder dessen Staatsbürger du bist. Das von dir als Wohnsitzland ausgewählte Land wird in der oberen rechten Ecke deines Interrail Passes aufgedruckt. Du musst bei deiner Reise einen offiziellen Nachweis mitnehmen, aus dem hervorgeht, dass du ein Staatsbürger oder Einwohner dieses Landes bist.

Ich lebe schon immer in Dt., besitze jedoch nur die Staatsbürgerschaft meines EU-Herkunftlandes. So wie ich das verstehe, reicht mein Personalausweis als Nachweis aus. Dort steht auch eine Heimatadresse im Ausland notiert!

Hat jemand Erfahrung damit, wie es die Kontrolleure der DB in der Praxis handhaben? Am besten von einem EU-Ausländer der sonst in Deutschland lebt und meine Idee bereits umgesetzt hat. Habe die Befürchtung, dass evtl. ein zusätzlicher Nachweis aus der Heimat benötigt wird (Meldebescheinigung usw.), den ich natürlich nicht zur Hand habe. Und dass natürlich die Schaffner immer diskutieren werden, wenn sie sehen, dass ich das Ticket zum Pendeln benutze - man muss ja per Hand die Reiseziele eintragen.

Nur als Preisvergleich: Momentan kostet ein Interrailticket für 3 Monate mit 10% Nachlass 575 Euro. Eine Probe BahnCard 100 hingegen 1157 Euro. Ein sehr spezieller potentieller Nischendeal, jedoch mit großer Ersparnis!
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11 Kommentare
Da man selbst als Deutscher nicht verpflichtet ist, einen Ausweis zu besitzen, sollte es kein Problem sein, nur seinen EU-Pass mit zuführen.
Bearbeitet von: "Persona_non_grata" 18. Aug
Ist es koscher dass du eine andere Adresse als deine Wohnanachrift auf deinem Perso hast? Wie du sagst bist du doch dauerhaft in Deutschland.

Wenn du auf den falschen Kontrolleur stößt kann das ganze bei der Bundespolizei enden, spätestens da wird dann festgestellt ob du in Deutschland wohnst und es kann festgestellt werden ob du dieses Ticket benutzen darfst oder eben nicht. An deiner Stelle würde ich den Kundenservice deine Situation schildern und fragen wie der Paragraph zu verstehen ist, dann haste immerhin was schriftliches.
Wenn Du ein ausländischen Dokument hast aus dem Deine ausländische Anschrift hervorgeht, dürfte es dem Kontrolleur schwer fallen Dir das Gegenteil zu beweisen, wenn Du ihm nicht gleichzeitig noch den deutschen Personalausweis unter die Nase hältst. ;-)
Ja ist es, ich darf meine deutsche Adresse nicht auf meinem ausländischen Perso eintragen, es muss die aus meinem Heimatland sein. Hat mir manchmal schon Probleme bereitet, z.B. bei der Anmeldung in der Bibliothek oder beim Abholen von Paketen.

Würde wenn dann den Interrail-Support kontaktieren, die Bahn wird ja safe sagen dass es nicht geht, die werden sich kaum ins eigene Fleisch schneiden.

Doch davor würde mich echt interessieren, ob wer dieselbe Idee hatte und mir was dazu sagen kann....gerne auch per PN!
So speziell ist der Deal eigentlich nicht, in D wohnen ja immerhin fast 5 Mio Eu Ausländer.

Ein Deutscher der zb in Österreich wohnt könnte dann ja nach Bedarf einen Pass für Österreich oder Deutschland bekommen,.
Bearbeitet von: "1cast" 18. Aug
5.6 Falls das Land, in dem Sie leben und/oder arbeiten – Ihr offizielles Wohnsitzland – nicht mit der Staatsangehörigkeit in Ihrem Reisepass oder einem rechtlich gleichgestellten Ausweisdokument übereinstimmt, ist das Land, in dem Sie tatsächlich leben und/oder arbeiten, maßgeblich und sollte bei der Bestellung des Passes angegeben werden.
didik2318.08.2020 14:16

5.6 Falls das Land, in dem Sie leben und/oder arbeiten – Ihr offizielles W …5.6 Falls das Land, in dem Sie leben und/oder arbeiten – Ihr offizielles Wohnsitzland – nicht mit der Staatsangehörigkeit in Ihrem Reisepass oder einem rechtlich gleichgestellten Ausweisdokument übereinstimmt, ist das Land, in dem Sie tatsächlich leben und/oder arbeiten, maßgeblich und sollte bei der Bestellung des Passes angegeben werden.


Danke für den Passus. Dass dort "sollte" und nicht "muss" steht, lässt meines Erachtens Diskussionsspielraum. Was ist bei Pendlern, getrennter Familie, Einkommen in beiden besagten Ländern?

Naja, ich glaube trotzdem, dass es funktionieren kann. Vielleicht nicht zum Pendeln derselben Strecke, aber bei einem plausiblen Reiseverlauf sollte kein Kontrolleur skeptisch werden.
anep18.08.2020 14:26

Danke für den Passus. Dass dort "sollte" und nicht "muss" steht, lässt m …Danke für den Passus. Dass dort "sollte" und nicht "muss" steht, lässt meines Erachtens Diskussionsspielraum. Was ist bei Pendlern, getrennter Familie, Einkommen in beiden besagten Ländern?Naja, ich glaube trotzdem, dass es funktionieren kann. Vielleicht nicht zum Pendeln derselben Strecke, aber bei einem plausiblen Reiseverlauf sollte kein Kontrolleur skeptisch werden.



"Soll" heißt "muss" wenn "kann" - so ist der salopp gesagte Juristen-Merkspruch. Für den Hausgebrauch kann man also einfach ein "Muss" lesen. Letzten Endes kommt es auf den Zweck der Regelung des Interrail-Tickets an, der wird mit Deinem Vorgehen ja unterlaufen. Es dürfte vermutlich unwahrscheinlich sein, dass es ein Problem gibt (aus pragmatischen Gründen), wenn, dann wird es aber sehr unangenehm, weil dann ja eine strafrechtlich relevante Beförderungserschleichung im Raum steht, und das dann gleich mehrfach (so genanntes Schwarzfahren). Keine Rechtsberatung, aber ich finde das ein beachtliches Risiko.
Bearbeitet von: "the.doc" 18. Aug
Wenn du deinen französischen Pass hast, woher soll der kontrolletti denn wissen dass du in Deutschland lebst? Darfst halt nicht zuerst den deutschen zeigen
äölkjhgfdsa18.08.2020 15:54

Wenn du deinen französischen Pass hast, woher soll der kontrolletti denn …Wenn du deinen französischen Pass hast, woher soll der kontrolletti denn wissen dass du in Deutschland lebst? Darfst halt nicht zuerst den deutschen zeigen


Denke ich mir auch. Aber misstrauisch dürfte er werden, wenn ich beruflich eine Strecke regelmäßig pendele, weil dann mein Wohnsitzland logischerweise Deutschland sein muss. Auf einer Rundreise durch Deutschland kann nach menschlichem Ermessen aber nichts schief laufen. Werde ich nächsten Sommer mal ausprobieren.

Frage mich nur, ob das Ticket dann an meine ausländische Adresse geschickt werden muss. Würde bedeuten, dass mein Onkel es mir weitersenden müsste.
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