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    Kaufen über Amazon für andere - Gewährleistung und Garantie

    Hallo zusammen,

    ich habe öfters gesehen, dass manche User es anbieten, für jemand anderes von Ihrem amazon Konto, etwas zu kaufen mit einem gewissen Rabatt.

    Wie sehen die Gewährleistungs-und Garantieansprüche in einem solchen Fall aus?
    Sobald ein Defekt der Ware vorliegt, akzeptiert amazon nur eine Abwicklung über das Konto des Bestellers. Wird das Geld dann wieder von Amazon auf das Konto des Käufers erstattet?
    Kann sich der Belieferte (nicht der Käufer) beim Händler mit einer Rechnung melden die nicht auf seinen Namen ausgestellt ist?

    Freue mich über qualifizierte Antworten.

    16 Kommentare

    Nur bei Geschenkbestellungen gehen die entsprechenden Ansprüche auf den Beschenkten über. Ansonsten liegt alles beim Bestellung auslösenden Account.

    Der "Beschenkte" erhält das Geld auf sein eigenes Amazon Konto zurück. Der Käufer der es als Geschenk verschicken lässt an jemand anderes, kann dieser Person auch eine Rechnung zuschicken lassen.

    geht alles über den besteller

    maxii

    geht alles über den besteller


    Freue mich über qualifizierte Antworten.

    Generell würde ich alles über 50€ nicht über andere Accounts bestellen.

    Verfasser

    Ico

    Nur bei Geschenkbestellungen gehen die entsprechenden Ansprüche auf den Beschenkten über. Ansonsten liegt alles beim Bestellung auslösenden Account.


    Basler182

    Der "Beschenkte" erhält das Geld auf sein eigenes Amazon Konto zurück. Der Käufer der es als Geschenk verschicken lässt an jemand anderes, kann dieser Person auch eine Rechnung zuschicken lassen.


    muss der Beschenkte dementsprechend amazon Kunde sein? Oder würde der Beschenkte im Gewährleistungsfall auch Geld auf sein Bankkonto erhalten, anstatt amazon Gutschein?

    Ico

    Nur bei Geschenkbestellungen gehen die entsprechenden Ansprüche auf den Beschenkten über. Ansonsten liegt alles beim Bestellung auslösenden Account.

    Basler182

    Der "Beschenkte" erhält das Geld auf sein eigenes Amazon Konto zurück. Der Käufer der es als Geschenk verschicken lässt an jemand anderes, kann dieser Person auch eine Rechnung zuschicken lassen.


    ich denke, dass es sich hierbei nicht um eine Schenkung bzw. um einen Schenkungsvertrag handelt (wer bekommt hier was geschenkt?) Es geht wohl eher Richtung Stellvertretung, Auftrag, entgeltliche Geschäftsbesorgung,

    Zunächst einmal sind alle vorherigen Antworten falsch und unbrauchbar.

    Nachfolgend die zutreffende "qualifizierte" Antwort:

    Wenn du etwas kaufst, hast du im Falle eines Sachmangels (der bei Gefahrübergang vorgelegen hat) Sachmängelgewährleistungsansprüche gegen den Verkäufer (Nacherfüllung, Schadensersatz, Rücktritt, Minderung). Dir geht es darum die Sachmängelgewährleistungsansprüche gegen Amazon durchsetzen zu können.

    Wenn eine andere Person etwas für dich kauft, kann es unter Umständen sein, dass der Kaufvertrag direkt mit dir und Amazon zustande kommt (Geschäft für den, den es angeht - Offenkundigkeit nicht erforderlich). Dies ist aber in der Regel schwer gegenüber Amazon zu vermitteln. Amazon wird vermutlich immer sagen (auch wenn das rechtlich unzutreffend sein kann), dass derjenige Käufer ist, über dessen Account bestellt wurde.

    Also gehen wir einfach mal ganz klassisch davon aus, dass eine andere Person etwas von Amazon gekauft hat (also den Kaufvertrag mit Amazon geschlossen hat) und diese Person dir diese Sache von Amazon weiter verkauft. In diesem Fall stehen dir - sofern der Weiterverkäufer dies nicht ausdrüchklich ausschließt (die Leute schreiben immer laienhaft "Privatverkauf ich schließe die Sachmängelgewährleistung aus"), stehen dir die Ansprüche gegen ihn zu. Möchtest du die Sachmängelgewährleistungsansprüche des Weiterverkäufers gegen Amazon durchsetzen, so ist dir dies dann gestattet, wenn der Weiterverkäufer dir seine Ansprüche abtritt.

    Dazu setzt du einfach ein Schreiben auf:

    "Ich [XYZ] trete meine gesamten Gewährleistungsansprüche aus dem von mir mit Amazon geschlossenen Kaufvertrag vom [XXX] über [XXX] an Herrn/Frau [XYZ] ab."

    Dann kannst du diese Ansprüche direkt gegen Amazon selbst durchsetzen.
    Bearbeitet von: "PrinceCGN" 30. Dez 2016

    Verfasser

    PrinceCGNvor 7 m

    Zunächst einmal sind alle vorherigen Antworten falsch und unbrauchbar.Nachfolgend die zutreffende "qualifizierte" Antwort:Wenn du etwas kaufst, hast du im Falle eines Sachmangels (der bei Gefahrübergang vorgelegen hat) Sachmängelgewährleistungsansprüche gegen den Verkäufer (Nacherfüllung, Schadensersatz, Rücktritt, Minderung). Dir geht es darum die Sachmängelgewährleistungsansprüche gegen Amazon durchsetzen zu können. Wenn eine andere Person etwas für dich kauft, kann es unter Umständen sein, dass der Kaufvertrag direkt mit dir und Amazon zustande kommt (Geschäft für den, den es angeht - Offenkundigkeit nicht erforderlich). Dies ist aber in der Regel schwer gegenüber Amazon zu vermitteln. Amazon wird vermutlich immer sagen (auch wenn das rechtlich unzutreffend sein kann), dass derjenige Käufer ist, über dessen Account bestellt wurde.Also gehen wir einfach mal ganz klassisch davon aus, dass eine andere Person etwas von Amazon gekauft hat (also den Kaufvertrag mit Amazon geschlossen hat) und diese Person dir diese Sache von Amazon weiter verkauft. In diesem Fall stehen dir - sofern der Weiterverkäufer dies nicht ausdrüchklich ausschließt (die Leute schreiben immer laienhaft "Privatverkauf ich schließe die Sachmängelgewährleistung aus"), stehen dir die Ansprüche gegen ihn zu. Möchtest du die Sachmängelgewährleistungsansprüche des Weiterverkäufers gegen Amazon durchsetzen, so ist dir dies dann gestattet, wenn der Weiterverkäufer dir seine Ansprüche abtritt. Dazu setzt du einfach ein Schreiben auf:"Ich [XYZ] trete meine gesamten Gewährleistungsansprüche aus dem von mir mit Amazon geschlossenen Kaufvertrag vom [XXX] über [XXX] an Herrn/Frau [XYZ] ab."Dann kannst du diese Ansprüche direkt gegen Amazon selbst durchsetzen.

    ​genauso sehe ich es auch und praktiziere es schon so seit geraumer Zeit mit der Abtrittseklärung

    Jack119vor 38 m

    ​genauso sehe ich es auch und praktiziere es schon so seit geraumer Zeit mit der Abtrittseklärung


    So steht es auch im Gesetz. Du machst dann die Sachmängelgewährleistungsansprüch aus abgetretenem Recht geltend, § 398 S. 2 BGB. Die Abtretung muss nicht schriftlich erfolgen, aus Gründen der Beweisbarkeit ist die Schriftform ab vorzugswürdig. In der praktischen Umsetzung scannt man das ganze ein, sendet es an Amazon (in dem Schreiben steht am besten auch die Bestellnummer drin) und fordert sie höflich auf das umzusetzen. Ich denke, dass - da Amazon sehr kulant ist - dies keine Probleme geben wird. Falls es - was ich mir gerade bei Amazon nicht vorstellen kann - wirklich zu einem Problem kommen sollte, dürfte ein anwaltliches Aufforderungsschreiben genügen. Die Rechtslage ist eindeutig.

    EDIT: Bei meiner Beantwortung habe ich unterstellt, dass der Online-Händler (Amazon) kein Abtretungsverbot vereinbart hat. Ein solches dürfte überdies aber auch unwirksam sein, vgl. zutreffende Entscheidung des OLG Hamm, Urteil vom 25.09.2014 - 4 U 99/14
    Bearbeitet von: "PrinceCGN" 30. Dez 2016

    Man kann hier natürlich jetzt Gesetze und Paragraphen zitieren, oder es so machen wie Amazon das anbietet amazon.de/gp/…610

    Aber das wäre sicher viel zu einfach

    JohnnyBonjournovor 24 m

    Man kann hier natürlich jetzt Gesetze und Paragraphen zitieren, oder es so machen wie Amazon das anbietet https://www.amazon.de/gp/help/customer/display.html/ref=hp_lprr_rgo?nodeId=201826610Aber das wäre sicher viel zu einfach



    Man kann natürlich auch den Thread erstmal lesen und verstehen, bevor man etwas unpassendes postet, aber das wäre sicher viel zu einfach.

    Es ging nicht um die Frage der Rücksendung (Amazon bietet für Geschenke offenbar ein erweitertes Rücksenderecht an), sondern um die Geltendmachung von Sachmängelgewährleistungsansprüchen. Das sind zwei paar Schuhe.

    Wenn die Playstation, die dir dein Onkel zu Weihnachten geschenkt hat, nach 4 Monaten kaputt geht und du gegenüber Amazon die Sachmängelgewährleistungsvorschriften aus dem zwischen Amazon und deinem Onkel geschlossenen Kaufvertrag geltend machen willst, hilft dir diese von Amazon eingeräumte Geschenkrüsende-Option nicht weiter.

    Verfasser

    PrinceCGNvor 1 h, 10 m

    So steht es auch im Gesetz. Du machst dann die Sachmängelgewährleistungsansprüch aus abgetretenem Recht geltend, § 398 S. 2 BGB. Die Abtretung muss nicht schriftlich erfolgen, aus Gründen der Beweisbarkeit ist die Schriftform ab vorzugswürdig. In der praktischen Umsetzung scannt man das ganze ein, sendet es an Amazon (in dem Schreiben steht am besten auch die Bestellnummer drin) und fordert sie höflich auf das umzusetzen. Ich denke, dass - da Amazon sehr kulant ist - dies keine Probleme geben wird. Falls es - was ich mir gerade bei Amazon nicht vorstellen kann - wirklich zu einem Problem kommen sollte, dürfte ein anwaltliches Aufforderungsschreiben genügen. Die Rechtslage ist eindeutig. EDIT: Bei meiner Beantwortung habe ich unterstellt, dass der Online-Händler (Amazon) kein Abtretungsverbot vereinbart hat. Ein solches dürfte überdies aber auch unwirksam sein, vgl. zutreffende Entscheidung des OLG Hamm, Urteil vom 25.09.2014 - 4 U 99/14

    ​bis jetzt habe ich es so gehandhabt, dass ich dem Käufer die Abtrittseklärung überreicht habe. sollte ich in Zukunft direkt auch eine an Amazon schicken?

    Jack119vor 12 m

    ​bis jetzt habe ich es so gehandhabt, dass ich dem Käufer die Abtrittseklärung überreicht habe. sollte ich in Zukunft direkt auch eine an Amazon schicken?


    Die Abtretungserklärung von dem Verkäufer reicht aus. Diese sollte natürlich erkennen lassen (Adresse, Datum des Kaufs, Bestellnummer, Gegenstand, Kaufpreis etc.).

    Das muss Amazon gegenüber nicht angezeigt werden, das ist keine Wirksamkeitsvoraussetzung. Du kannst es natürlich sicherheitshalber Amazon gegenüber anzeigen, die Frage ist nur, was die dann tatsächlich damit machen. Letztlich ist es für sie nur eine Information die im Zweifel irgendwo versickert. Ich kenn die internen Abläufe bei Amazon nicht. Käme sicher auf den Versuch an, vielleicht buchen sie den Kauf dann auch einfach auf dein Konto um (wobei ich mir das nicht wirklich vorstellen kann), oder vermerken es im System. Die Abtretungsanzeige hat den Vorteil, dass der Zedent (der Abtretende), nach der Anzeige der Abtretung, diese gegen sich gelten lassen muss, also die Rechte nicht mehr selber geltend machen kann - dies dürfte aber in der Regel bei solchen Weiterverkaufskonstellationen nicht erforderlich sein. Wenn du das mal ausprobierst, lass doch mal hören, wie Amazon darauf reagiert. Das würde mich sehr interessieren
    Bearbeitet von: "PrinceCGN" 30. Dez 2016

    Verfasser

    PrinceCGNvor 1 h, 25 m

    Die Abtretungserklärung von dem Verkäufer reicht aus. Diese sollte natürlich erkennen lassen (Adresse, Datum des Kaufs, Bestellnummer, Gegenstand, Kaufpreis etc.). Das muss Amazon gegenüber nicht angezeigt werden, das ist keine Wirksamkeitsvoraussetzung. Du kannst es natürlich sicherheitshalber Amazon gegenüber anzeigen, die Frage ist nur, was die dann tatsächlich damit machen. Letztlich ist es für sie nur eine Information die im Zweifel irgendwo versickert. Ich kenn die internen Abläufe bei Amazon nicht. Käme sicher auf den Versuch an, vielleicht buchen sie den Kauf dann auch einfach auf dein Konto um (wobei ich mir das nicht wirklich vorstellen kann), oder vermerken es im System. Die Abtretungsanzeige hat den Vorteil, dass der Zedent (der Abtretende), nach der Anzeige der Abtretung, diese gegen sich gelten lassen muss, also die Rechte nicht mehr selber geltend machen kann - dies dürfte aber in der Regel bei solchen Weiterverkaufskonstellationen nicht erforderlich sein. Wenn du das mal ausprobierst, lass doch mal hören, wie Amazon darauf reagiert. Das würde mich sehr interessieren

    ​ich denke, dass Händler auf den häufigen Weiterverkauf von ihren Artikeln ziemlich allergisch reagieren. erstmal werde ich es wohl dabei belassen dem neuen Käufer bei privatem Weiterverkauf nur die Abtrittseklärung auszuhändigen, damit sich dieser im Gewährleistungsfall an den eigentlichen Verkäufer wenden kann. danke für die Fortführung der Diskussion

    Jack119vor 1 h, 10 m

    ​ich denke, dass Händler auf den häufigen Weiterverkauf von ihren Artikeln ziemlich allergisch reagieren. erstmal werde ich es wohl dabei belassen dem neuen Käufer bei privatem Weiterverkauf nur die Abtrittseklärung auszuhändigen, damit sich dieser im Gewährleistungsfall an den eigentlichen Verkäufer wenden kann. danke für die Fortführung der Diskussion


    Na klar!

    Denke auch, dass es so ausreichend ist. Abtretungserklärung unterschreiben lassen und im Fall des Falles einfach an Amazon wenden.
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