Kurze Zusammenfassung zum Thema Balkonkraftwerk

eingestellt am 30. Okt 2021
Hallo zusammen,

da hier ja die letzten Deals immer mal ein recht viele Diskussionen aufgekommen sind, hier mal eine kleine Übersicht.

Erst mal, mit einem Balkonkraftwerk explodiert euer Haus nicht!
Ihr braucht auch keine Elektofachkraft dafür.

Ein Balkonkraftwerk besteht im wesentlichen aus zwei Komponenten, den PV Modulen und dem Wechselrichter.
Die PV Module erzeugen eine Gleichspannung bei Sonneneinstrahlung und auch bei Schwachlicht, diese werden vom Wechselrichter, wie der Name schon sagt, in Wechselspannung umgewandelt.

Es gibt noch einen Unterschied von String- und Modulwechselrichtern.
Beim String hängen alle Module in Reihe, diese sind geeignet für eine gleiche Ausrichtung aller Module, da sich die gesamte Leistung am schwächsten Modul orientiert.
Wenn ihr beispielsweise ein Teil der Module nach Westen, den anderen Teil Richtung Osten ausrichten wollt, oder verschieden Verschattungen habt, eignet sich ein Modulwechselrichter besser, dieser holt die maximale Leistung aus jedem Modul.
Ich würde bei BKW, egal ob 2, 3 oder 4 Modulen immer einen Modulwechselrichter empfehlen.

Ein Wielandstecker ist nicht notwendig, wenn dieser angeboten wird, muss auch eine passende Wielandsteckdose montiert werden.
Oft haben die Anlagen einen Schukostecker, dieser wird einfach in eine Steckdose in der Nähe gesteckt und schon kann es losgehen.

Naja, fast, eine Anmeldung im Marktstammdatenregister ist notwendig, genauso eine Anmeldung beim Netzbetreiber. Nutzt hier eine formlose Mail, füllt auf keinen Fall ein Formular aus.
Solltet ihr noch einen alten Ferraris-Zähler ohne Rücklaufsperre haben, wird dieser vermutlich innerhalb von drei Monaten getauscht, das übernimmt der zuständige Netzbetreiber kostenlos, es sei denn ihr habt in eurem Antrag einer Kostenübernahme zugestimmt.
Der neue Zähler zählt auch die Summierte Leistung, solltet ihr also auf einem Außenleiter 600 Watt einspeisen, könnt ihr diese auf einem aus dem Netz ziehen, ohne, dass der Zähler zählt.

Zulässig sind Anlagen bis zu 600 Watt pro Zähler, hierbei ist die Ausgangsleistung des Wechselrichters entscheidend. Ihr könnt also auch zwei 405Wp Module an einen Wechselrichter hängen, der eine Ausgangsleistung von 600 Watt hat.
Dies hat sogar den Vorteil, dass ihr bei schlechtem Wetter immer noch mehr Leistung bekommt, als mit zwei 300Wp Modulen.
Zusätzlich ist es Sinnvoll, wenn mehrere Module vorhanden sind, diese unterschiedlich auszurichten, so verhindert man Leistungsspritzen und hat den ganzen Tag eine Erzeugung, welche dem Bedarf am nächsten kommt.
Spülmaschine, Trockner, Waschmaschine und ähnliche programmierbare Geräte, kann man in den Mittagsstunden laufen lassen, auch das erhöht den Eigenbedarf.

Eine Einspeisevergütung gibt es nicht, alles was ihr ins Netz einspeist verschenkt ihr quasi.

Ohne ein vorhandenes Netz funktioniert die gesamte Anlage nicht, es kann also kein Gerät, auch keins mit weniger als 600 Watt betrieben werden.
Der Stecker der Anlage muss also unbedingt in der Steckdose stecken.

Und die Anschaffung lohnt sich natürlich auch.
Ihr solltet bei 800 Wp, einem 600 Watt Wechselrichter und einer gemischten Ausrichtung (W/O oder W/S/O) auf ca. 600Kwh im Jahr kommen
In Bayern, Baden Württemberg, Rheinland Pfalz und dem Saarland etwas mehr, in Bremen, Hamburg, Schleswig Holstein etwas weniger.
Realistisch sind davon 400 Watt zur Eigennutzung.
400Kwh*0,30€ Strompreis je Kwh sind 120€ im Jahr.
Wenn ihr also eine Anlage für ca. 500€ bekommt, habt ihr das Ganze nach 5 Jahren amortisiert.

Hier noch eine Seite der EU, bei der ihr anhand der Ausrichtung und eurem Wohnort den Ertrag errechnen könnt.
Verschattungen werden hier nicht berücksichtigt, diese könnt ihr hier aber grob simulieren.

Ich hoffe das reicht mal für eine grobe Übersicht, falls ich was vergessen habe, immer her damit.

Gruß
Voga
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