[Lebenshilfe] Mahnung Filesharing

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eingestellt am 31. Mai 2016
Hallo,
ich bräuchte noch einmal eure Hilfe. Meine Eltern haben Flüchtlingen bei der Vermittlung von Häusern geholfen. Jetzt hat ein Haus eine Mahnung wegen rechtswidriger Verbreitung von Musik eine Mahnung bekommen. Es wird außergerichtliche Erledigung der Urheberrechtsverletzung gegen eine Zahlung von 2400€ angeboten. Es wurde ein "Dance Collection" Mix mit 18 Titeln verbreitet. Ich habe noch Angaben zum Filehash, Benutzerkennung und der IP-Adresse.
Zeitpunkt 31.03.2016
P2P-Netzwerk: Bittorrent


Nun meine Fragen:
Kann man herausfinden mit was für einem Gerät die Daten zur Verfügung gestellt wurden? Zum Beispiel Smartphone Computer Betriebssystem Browserversion. Von den Mietern solle es nämlich keiner gewesen sein. Es gibt aber Hinweise, welche Person es gewesen sein könnte.
Und wie ist die weitere Vorgehensweise?
Ich würde dieser Anleitung folgen: praxistipps.chip.de/abm…070
Zusammenfassung

modifizierte Unterlassungserklärung verschicken
keinen weiteren Kontakt zum abmahnenden Anwalt
Erinnerungsschreiben abheften
Inkasso oder Mahnbescheid widersprechen
bei Eintreffen einer Klageschrift schnellstens einen eigenen Anwalt kontaktieren

Sind noch weiter Schritte zu beachten/empfehlenswert?

Schon mal Danke im Voraus.


Nachtrag
Meine Eltern haben nicht die Abmahnung bekommen, sondern die Mieter. Der Telekomvertrag läuft über den Mieter und nicht meine Eltern. Meine Eltern wurden lediglich um Rat gefragt.

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Beste Kommentare

Wer von den Mydealzern ist ein kompetenter Anwalt, der dir helfen kann? Richtig: keiner. Also, wende dich mit diesem Thema an einem Anwalt. Keiner kann dir hier helfen. Viele haben vielleicht Tipps, aber so richtig wird dir hier im Forum keiner helfen können.

Ganz ehrlich selber Schuld.

Ich kommentiere lieber nicht

28 Kommentare

Verfasser

Ich kommentiere lieber nicht

Wer von den Mydealzern ist ein kompetenter Anwalt, der dir helfen kann? Richtig: keiner. Also, wende dich mit diesem Thema an einem Anwalt. Keiner kann dir hier helfen. Viele haben vielleicht Tipps, aber so richtig wird dir hier im Forum keiner helfen können.

Über wen läuft der Anschluss?

Mit etwas Glück hat der Router aufgezeichnet, wer zur besagten Zeit online war (wem eine IP zugewiesen war). Das grenzt sicherlich schonmal die Verdächtigen ein.
Ich blicke da aber auch nicht ganz durch. Deinen Eltern gehört das Haus und die haben an Flüchtlinge vermietet. Warum bekommen die jetzt die Abmahnung? Wenn die auch noch den Internetanschluss für die abgeschlossen haben, ist es ja ein Fall von "selbst Schuld", da der Anschlusshaber momentan noch prinzipiell der Haftende ist. Am besten mal die Rechtsschutzversicherung einschalten und die fragen. Die haben mehr Ahnung und vermitteln direkt an Anwälte, die sich mit Abmahnungen und dem Anschlussinhaberproblem auskennen.

Das Problem ist ja, dass es hier um die Verbreitung und nicht den Download geht (Torrent-Protokoll mit hoher Wahrscheinlichkeit). Deswegen ist die Abmahnsumme auch so hoch.

P.S.: Ich weiß, mit "selbst Schuld" provoziere ich Anfeindungen etc., aber Telekommunikationsanschlüsse (ob Mobilfunk oder Festnetz) schließt man niemals für andere ab, da eben der Anschlussinhaber haftet, falls der Schuldige nicht gefunden wird.

Ganz ehrlich selber Schuld.

Verfasser

Seneca

Über wen läuft der Anschluss?


Den Mieter. Meine Eltern wurden lediglich um Rat gefragt.

Nur ein Hinweis vorab: wenn man keine Ahnung hat, kann man auch Torrents auf fremden PCs installieren, ohne dass man es selbst gemacht hat. Diese theoretische Option ist auch möglich. Fällt bei Leuten, für die das Internet Neuland ist, also Frau Merkel, nicht auf.

beneschuetz

Nur ein Hinweis vorab: wenn man keine Ahnung hat, kann man auch Torrents auf fremden PCs installieren, ohne dass man es selbst gemacht hat. Diese theoretische Option ist auch möglich. Fällt bei Leuten, für die das Internet Neuland ist, also Frau Merkel, nicht auf.


Sicherlich gibt es die Möglichkeit. In diesem Fall liegt die Vermutung einer tatsächlich selbst verschuldeten Urheberrechtsverletzung aber nahe.

Seneca

Über wen läuft der Anschluss?




Gut, dann seid ihr ja fein raus. Grundsätzlich haftet der Anschlussinhaber.

Ist das alles noch im privaten Rahmen organisiert? Oder was heißt, deine Eltern haben "vermittelt".

Verfasser

kingetzel2

Mit etwas Glück [...]ich Anfeindungen etc., aber Telekommunikationsanschlüsse (ob Mobilfunk oder Festnetz) schließt man niemals für andere ab, da eben der Anschlussinhaber haftet, falls der Schuldige nicht gefunden wird.


Mein Fehler. War nicht wirklich präzise formuliert. Meine Eltern wurden lediglich um Rat gefragt. Der Internetanschluss läuft über den Mieter. Wir fragen morgen mal bei der Verbraucherzentrale nach. Mit "selbst Shuld" Antworten habe ich natürlich gerechnet :). Frage mich auch wer so etwas noch macht.


Tja, dann hier folgender Rat für den Mieter:
In Deutschland gibt es das Urheberrechtsgesetz. Wer dagegen verstoßen will, sollte zumindest dafür sorgen nicht erwischt zu werden. Wer entsprechende Maßnahmen nicht trifft, der ist selber Schuld.

Ansonsten:
1. Rechtsschutz einschalten.
2. Rechtsschutz machen lassen.

Oder eben eine der unzähligen Anleitungen befolgen. Hast ja schon eine gefunden. Sicherlich gibt es auch passende Rechtsforen.

Eventuell gibt es für die ja auch eine dreckige Lösung aus dem Problem, da es ja eben nunmal Flüchtlinge sind und sie deshalb überhaupt diese Option haben: Vielleicht gibt es die Möglichkeit ohne Pass neu als Flüchtling in Deutschland anzukommen *hust* ? Ist halt nur die Frage, ob sich der Umzug lohnt für 2400€ (Falls die Klage in der Höhe durchgeht).

Verfasser

Seneca

Über wen läuft der Anschluss?



Ja wurde nur privat vermittelt. Mir ist bewusst das wir fein raus sind, allerdings hat der Mieter keine Ahnung wie er mit dem Fall umgehen soll, daher probiere ich mich mal ein bisschen schlau zu machen.

auch wenn der Mieter ne Rechtsschutzversicherung hat, wird die zu 95% so was nicht übernehmen, denn die meisten schließen solche Sachen wie Urheberrechtsverletzung von vorne herein aus. nur mal so als Hinweis.

Irgendjemand wird am Ende zahlen müssen, auch wenns Scheiße klingt.

hab die Kommentare nicht gelesen, aber vor ein paar Jahren lief das so:
Du gibst eine modifizierte Unterlassungserklärung ab, dass du das Stück nicht mehr runterladen wirst. Zahlst den keinen Cent. Ende.
kA wie aktuell das noch ist^^

edit: rede aus eigener Erfahrung / Bittorrent. Aber ist schon ewig her.

Facemeltyo

Irgendjemand wird am Ende zahlen müssen, auch wenns Scheiße klingt.


Wie kommst du darauf? Ich habe auch schon von nem Fall gehört, in dem der Anschlussinhaber iwie geantwortet haben soll, dass er den Internetanschluss mit seinen vielen Mitbewohnern teilt, und die sich an alle einzeln wenden sollen (und erstmal selber herausfinden müssten, wer da alles so wohnt). Ist aber ziemliches hören-sagen (über 3 Ecken), von daher muss man sich verlässliche Informationen woanders holen.


Genau so ein vorgehen, habe ich auch in Erinnerung

btw: sueddeutsche.de/dig…287
Da seid ihr aber wohl leider zu früh dran und die Abmahner wollen eine letzte Absahnrunde einleiten... . Allerdings könnte man evtl. damit argumentieren, dass in Aussicht auf dieses schon länger diskutierte Gesetz und die aktuelle Rechtsprechung die Abmahnung evtl. angreifbar ist. Dazu ergänzend:

sueddeutsche.de/dig…059

sueddeutsche.de/dig…303

Insbesondere der dritte Artikel könnte hilfreich sein. (Als juristischer Laie würde ich ja annehmen, dass professionelle Abmahnanwälte die aktuelle Rechtssprechung in ihrem Fachgebiet kennen sollten - insofern würde ich spontan Lust auf Strafanzeige gegen den Abmahner wegen versuchten gewerbsmässigen Betruges o.ä. bekommen - kann mir aber nicht wirklich vorstellen, dass das ein Jurist ähnlich sieht... )

Auch ansonsten sind bekanntlich viele solcher Abmahnungen angreifbar - angefangen von der Höhe des geforderten Betrages über die zuverlässige Ermittlung der IP über den Inhalt (Dateiname nicht notwendigerweise = Inhalt) bis zur Haftung des Inhabers bei einem geteilten Anschluss etc. etc.. Viele Möglichkeiten, viele Fussangeln, viele eventuelle Auswege - ohne erfahrenen Beistand wird das problematisch.


Seneca

Ist das alles noch im privaten Rahmen organisiert? Oder was heißt, deine Eltern haben "vermittelt".


Nö, nicht seid dem neuen BGH Urteil, dadurch wurde nicht nur der weg für Hotspots für Privat und gewerbliche frei, sondern damit werden die Abmahnwellen endlich aufhören, die haben nämlich keine Chance mehr, das erledigt ein guter Anwalt mit einem schreiben.

Kurz, benutzen mehre Personen den Anschluss haftet der, der es getan hat, der Kläger muss dies aber herausfinden, niemand der Personen muss den anderen ans Messer Liefern, sofern es Minderjährige Personen sind, muss man diese nur 1 mal vorher belehren das sie keine Illegalen Sachen herunterladen, oder Hochladen dürfen, der Inhaber des Anschlusses der also Mitbewohnern, Volljährige Besucher/Gäste hat und der sein Internet mit denen Teilt/zur Verfügung stellt, brauch diese nicht Belehren, geschweige ist nicht für deren Überwachung zuständig, entsprechend entfällt die Störhaftung vollständig für den Inhaber...

BGH Urteil vom 12.05.2016 I ZR 86/15

Das Urteil gilt bisher als ziemlich wichtig, da es endlich klar macht das sie nicht einfach abmahnen dürfen ohne genug beweise, genug beweise bekommen sie aber nie zusammen um eine Urheberrechtsverletzung anzustreben, jedenfalls nicht mehr mit den 0815 Methoden, zudem kann sich so in Deutschland endlich der Hotspot frei machen für jedermann, nicht umsonst sprang Unitymedia auf und will alle seine Router zu Hotspots umfunktionieren lassen, die bekriegen sich jetzt schon alle um der beste da zu werden...

dann gab es auch noch ein BGH Urteil wegen der Abmahn Höhe, damit muss sich das LSG Leipzig aber nun wider beschäftigen... dabei wird wohl raus kommen das die abmahn Höhe letztlich deutlich zu Hoch immer waren, da sie nun " zum wirtschaftlichen Wert des verletzten Rechts, zur Aktualität und Popularität des Werks, zur Intensität und Dauer der Rechtsverletzung sowie zu subjektiven Umständen auf Seiten des Verletzers." einbeziehen müssen, das ist letztlich völlig unmöglich, wird lange dauern und so wird die Uhrerbrechtsverletzung letztlich, selbst wenn man vor Gericht verlieren würde, ein paar wenige hundert euro betragen, da wären selbst Anwalts und Gerichtskosten höher...

Das scheinen auch Trotz urteile vom BGH zu sein(Waren übrigens soweit ich weiß ganze 6 Urteile an dem Tag), da ja der Fliegende Gerichtsstand 2013 abgeschafft wurden ist bei Urheberrechtsverletzungen(Der Anschlussinhaber muss an seinem Wohnsitzgericht verklagt werden), wurden die Gerichte überschwemmt mit den Klagen(Vorher wurde immer in Köln geklagt) und die meisten haben dies dann direkt weiter an das BGH gereicht und haben sich damit so welche Urteile erhofft um endlich entlastet zu werden...

modifizierte Unterlassungserklärung verschickenkeinen weiteren Kontakt zum abmahnenden AnwaltErinnerungsschreiben abheftenInkasso oder Mahnbescheid widersprechenbei Eintreffen einer Klageschrift schnellstens einen eigenen Anwalt kontaktieren


passt, wenn sich in den letzen Jahren nichts geändert hat. Ich bin mit meiner Abmahnung (2 Werke waren's 2011) so ganz auf die mydealzer Art für die Kosten von 2 Einschreiben aus der Sache rausgekommen.

Wichtig ist jetzt halt, dass der Mieter niemals, niemals wieder genau dieses Werk fileshared. Also ab jetzt den FIlesharern einen Freifunk-Router hinstellen.

Nur als kleine Anmerkung: Die Dance-Collection wird nicht das Einzige gewesen sein, was er geshared hat. Es ist sehr wahrscheinlich, dass weitere Abmahnungen folgen werden, selbst (oder sogar erst recht wenn) die 2400 € bezahlt werden.

Facemeltyo

Irgendjemand wird am Ende zahlen müssen, auch wenns Scheiße klingt.


Lol. Schon Deutsche die sich informieren müssen da seit Jahren nichts mehr zahlen. Flüchtlinge können ja wohl eh nicht zahlen. Ich würde als Flüchtling überhaupt nichts machen. Was soll denn da passieren. Zudem haftet der Anschlussinhaber doch nur mit 100€ pro Lied oder so wenn das Passwort nicht geändert wurde. Und was soll schon worst case passieren? 2 sozialstunden? Geld wird ja nicht zu holen sein.

modifizierte Unterlassungserklärung verschicken keinen weiteren Kontakt zum abmahnenden Anwalt Erinnerungsschreiben abheften Inkasso oder Mahnbescheid widersprechen bei Eintreffen einer Klageschrift schnellstens einen eigenen Anwalt kontaktieren



Genau so. Das Einschalten eines eigenen Anwalts (kostet mind. 300-500€) kann man sich in diesem Fall wirklich sparen. Da kommt garantiert nichts mehr. Schon bisher hat es kaum ein Abmahnanwalt auf einen Prozess eingelassen, es geht nur darum, mit Angst der Angeschriebenen schnell Geld zu machen. Durch die geänderten Gesetze wird sich erst recht niemand mehr darauf einlassen.

beneschuetz

Wer von den Mydealzern ist ein kompetenter Anwalt, der dir helfen kann? Richtig: keiner. Also, wende dich mit diesem Thema an einem Anwalt. Keiner kann dir hier helfen. Viele haben vielleicht Tipps, aber so richtig wird dir hier im Forum keiner helfen können.



In diesem Forum vielleicht nicht, aber dafür gibt es genügend einschlägige Seiten, zB abmahnwahn-dreipage.de/
Das Einschalten eines Anwalts wäre herausgeworfenes Geld.

Verfasser

quellcode

Nur als kleine Anmerkung: Die Dance-Collection wird nicht das Einzige gewesen sein, was er geshared hat. Es ist sehr wahrscheinlich, dass weitere Abmahnungen folgen werden, selbst (oder sogar erst recht wenn) die 2400 € bezahlt werden.


Es ist vermutlich ein Freund von einem der Mitbewohner gewesen, der auch eine Laptop dabei hatte. Kann natürlich sein das die Person öfters zu besuch war und Sachen geshared hat.

Lass den Flüchtling einfach mal mit dem Anwalt telefonieren, der wird dann auch schnell erkennen, dass es sinnlos sein wird da weiter Energie zu investieren...Ähnlich wie es die Polizei mittlerweile bei Ladendiebstahl handhabt.

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