Meine Erfahrung mit dem Conrad-Gutschein für 43,18€

Hallo,

ich hatte gerade ein lustiges Gespräch mit dem Service von Conrad. Wie viele hier hatte ich im November einen Conrad-Geschenk-Gutschein im Wert von 50€ bestellt. Zwei Gutscheine eingegeben (7,77€ und 5€), obendrauf Versandkosten 5,95€, macht in Summe also 43,18€. (Kostenloser Versand hat bei mir irgendwie nicht funktioniert.)

Conrad hat am 27.11.2012 geliefert. Die Rechnung habe ich zunächst nicht weiter beachtet, da ich ja Zahlung per Lastschruift eingestellt hatte. Genau einen Monat später hat Conrad 50,95€ von meinem Konto abgebucht. Ich habe der Lastschrift widersprochen und gestern eine Mahnung per Mail erhalten. Nach mehreren Versuchen habe ich eine Person ans Telefon bekommen, sie sich für kompetent hielt. Auf meine Frage, ob ein Vertarg zustande gekommen sei, meinte er "Ja.". Auf die Frage, zu welchem Preis, meinte er 50,95€.

Ich habe ihm dann erklärt, dass meine eindeutige Willenserklärung war, den Gutschein zum Preis von 43,18€ zu kaufen - also niemals ein Vertrag zum Preis von 50,95€ zustande gekommen sein kann. Er druckste dann herum, dass man nicht zwei Gutscheine verwenden kann und so. Ich habe ihm erklärt, dass mir das egal ist - ich habe über die Webseite ein verbindliches Angebot abgegeben, den Gutschein zum Preis von 43,18€ zu kaufen. Wenn Conrad das nicht will, hätten sie ja mein Angebot ablehnen können. Haben sie aber nicht, sondern sie haben laut deren AGB das Angebot angenommen, indem die Ware an mich übergeben wurde.

Dann druckste der Conrad-Mensch noch weiter herum, dass dann ja doch kein Vertrag zustande gekommen sei. Dem ich widersprochen habe, weil Conrad ja durch die Lieferung die Annahme erklärt hat. Nachdem er mit irgendwelchen völlig anderen Fallbeispielen kam (ob ein Vertrag bei Zusendung der falschen Ware zustande komme) ankam, war mir klar, dass eine weitere Diskussion sinnlos ist.

Ich habe jetzt 43,18€ überwiesen und Conrad über das umständliche Kontaktformular (ACHTUNG - man muss mehrmals bestätigen) noch folgende Mail hinterher geschickt. Ich halte euch auf dem laufenden, wenn Mahnung oder Inkasso-Schreiben kommen.

{quote]
Sehr geehrte Damen und Herren,

da in Ihrer "Service-Abteilung" leider keine juristische Kompetenz vorherrscht, beschreibe ich Ihnen auf diesem Weg noch einmal den Ablauf der Bestellung aus juristischer Sicht:

1. Sie bieten auf Ihrer Webseite einen Geschenkgutschein im Wert von 50€ an (invitatio ad offerandum).

2. Ich habe diese Einladung angenommen und ihnen das verbindliche Angebot gemacht, einen solchen Geschenkgutschein zu kaufen. Der von mir geplante Preis war 43,18€ inkl. Versandkosten. Dass ich dabei 2 Gutscheine verwendet haben, die auf einmal nicht kombinierbar sein sollen, spielt keine Rolle - ich war in der Lage, dieses Angebot über Ihre Webseite abzugeben, ich hätte es ja genauso gut telefonisch oder schriftlich machen können. Ich habe ihnen also das verbindliche Angebot gemacht, den Gutschein zum Preis von 43,18€ zu kaufen.

3. Die hatten nun zwei Möglichkeiten:
a) Sie konnten das Angebot annehmen.
b) Sie konnten das Angebot ablehnen.
Laut Ihren AGB Punkt 4.1 nehmen Sie das Angebot an, wenn ich die Ware erhalte. Dies ist passiert, der Paketbote hat mir das Paket übergeben. Sie haben also mein Angebot angenommen, die Ware zum Preis von 43,18€ zu kaufen. Damit ist der Kaufvertrag zustande gekommen.

Es ist richtig, dass Sie mir nach Vertragsabschluss (also nach Auslieferung der Ware) mittels der beiliegenden Rechnung angeboten haben, die Ware doch zum Preis von 50,95€ zu kaufen. Ich aber habe niemals eine Erklärung abgegeben, den Gutschein zum Preis von 50,95€ kaufen zu wollen. Zu diesem Preis kann also überhaupt kein Vertrag zustande gekommen sein.

Da Sie ungenehmigterweise 50,95€ von meinem Konto abgebucht haben, habe ich der Lastschrift widersprochen. Der Fehler war durch Sie verursacht, anfallende Gebühren sind von Ihnen zu tragen. Den Betrag von 43,18€ habe ich Ihnen mit dem heutigen Tag überwiesen. Damit sind beide Verpflichtungen aus dem Kaufvertrag (Lieferung der Ware und Zahlung) erfüllt und die Angelegenheit ist somit zu meiner Zufriedenheit abgeschlossen.

Sollten Sie das anders sehen, bitte ich um Erläuterung der Gründe für ihre andere Sichtweise insbesondere unter folgenden Gesichtspunkten:
Ist ein Vertrag zustande gekommen?
Wenn ja, zu welchem Preis?
Wenn nein, warum nicht (Lieferung ist doch erfolgt)?
[/quote]

Beliebteste Kommentare

Und ja, ich bin Prinzipienreiter und zur Zeit ein wenig auf Krawall gebürstet.8)

aaaaalos
1. Freundliche Anfragen bringen jemanden immre weiter als Krawall und Forderungen mit juristischen Geschrei. Kulanz kann de Kundenbetreuung machen, wenn die sich weigert (weil sie verärgert ist) gehts in die Rechtsabteilung und dann kann folgendes Theater entstehen.

2. Rechtlich gesehen hast du ein Angebot (§ 145 BGB) an Conrad für den Kauf gemacht. Mit Lieferung der Ware nebst neuem Rechnungsbetrag ist das keine Annahme von Conrad gewesen, da sie von deinem Angebot abgewichen sind. Es gab somit keine deckungsgleiche Einigung über die Konditionen (§ 929 BGB). Zwar wurde die Ware an dich geliefert und damit der "Realakt" vollzogen (§ 854 BGB), aber Conrad hat dir nun wiederrum ein Angebot (nochmal § 145 BGB) gemacht, den Gutschein für den neuen Wert zu kaufen. Dieses Angebot hast du augenscheinlich abgelehnt und die Lastschrift zurückgebucht. Es fehlt also die Annahme (§ 147 BB) irgendeines Angebotes. Folglich gibt es keinen Kaufvertrag!
Nun bleiben zwei Lösungen:
a) ihr einigt euch bzw. Conrad gibt aus Kulanz nach
b) es kommt zu keiner Einigung. Dann musst du den Gutschein wieder zurückschicken (§ 812 ff. BGB). Die Portokosten für Hin- und Rückversand muss Conrad tragen, da du nicht darum gebeten hattest, dich zu diesen Konditionen zu beliefern.
-Ende-

Ich finde die leicht überzogene und überhebliche Mail angesichts der Frechheit von Conrad einfach einen höheren Betrag als angeboten PER LASTSCHRIFT (das ist ein absolutes Unding so wie Vertrauens- und Befugnissmissbrauch) einzuziehen absolut gerechtfertigt. Daumen hoch für dich und viel Erfolg.

26 Kommentare

Und ja, ich bin Prinzipienreiter und zur Zeit ein wenig auf Krawall gebürstet.8)

BGB 101 oder wat :-)
Hast ja recht, ich gehe davon aus, dass sie dich damit in Ruhe lassen.

Die Erfahrung zeigt: In keinem Fall sollte man bei der ersten Mail ausfallend oder beleidigend werden. Freundlich auf den Sachverhalt hinweisen und vorzugsweise auf Kulanz der Firma hoffen, die Ware zu dem Preis zu bekommen. Meistens machen Sie dann ne Ausnahme.

Btw.: steht alles was du gequotet hast 1 zu 1 so in deiner Mail? Ich hoffe doch nicht...

Nicht eher BGB §155?

Kaufverträge sind generell immer §433 ff BGB

Schade das man sich da soviel arbeit machen muss. Natürlich haste mit deinen 43,18 recht.

Selten eine E-Mail (das zitierte) gelesen die derart nach Überheblichkeit stinkt..
Würd mich nicht wundern wenn der MA bei Conrad sich derart vor den Kopf gestoßen fühlt, dass er sich (wie kann man es ihm auch verdenken) quer stellt ..
Calyps0 hat es schon gut getroffen: Der Ton macht die Musik. Wenn alles nichts hilft, kannst du immer noch mit dem vorhandenen Rechtsverständnis Druck machen.

Aber da du eh auf Krawall gebürstet bist und anscheinend Zeit für nervige Auseinandersetzungen hast wünsch ich dir viel Spaß

PS: Natürlich ist das quatsch was die gemacht haben! Der korrekte Betrag ist 43,18 also bleib dran. Egal wie, Conrad wird schon irgendwie einlenken.

hellium

Nicht eher BGB §1155?


Calyps0

Kaufverträge sind generell immer §433 ff BGB


Ihr Helden
Damit war nicht der entsprechende Paragraf sondern 'Grundkurs BGB' gemeint.
Im angelsächsichen Raum ist es üblich, dass Einführungs- bzw. Grundkursvorlesungen/Veranstaltung mit z.B. Law 101 oder Science 101 bezeichnet werden.

Bin ich der Einzige, der die Gutscheine für (ich glaube) 36,23 bekommen hat?
Die Rechnung war ok, Kundenkonto ebenso und:
ich konnte beide Gutscheine + 2 weitere über ca. 9 Euro bei einem Kauf telefonisch einlösen (vorab, hinschicken musste ich sie natürlich).

Ich finde die leicht überzogene und überhebliche Mail angesichts der Frechheit von Conrad einfach einen höheren Betrag als angeboten PER LASTSCHRIFT (das ist ein absolutes Unding so wie Vertrauens- und Befugnissmissbrauch) einzuziehen absolut gerechtfertigt. Daumen hoch für dich und viel Erfolg.

luckylion56

Bin ich der Einzige, der die Gutscheine für (ich glaube) 36,23 bekommen hat?Die Rechnung war ok, Kundenkonto ebenso und:ich konnte beide Gutscheine + 2 weitere über ca. 9 Euro bei einem Kauf telefonisch einlösen (vorab, hinschicken musste ich sie natürlich).



Ja du bist der Einige. Ich habe auch 43,18€ bezahlt.

Calyps0

Die Erfahrung zeigt: In keinem Fall sollte man bei der ersten Mail ausfallend oder beleidigend werden. Freundlich auf den Sachverhalt hinweisen und vorzugsweise auf Kulanz der Firma hoffen, die Ware zu dem Preis zu bekommen. Meistens machen Sie dann ne Ausnahme.Btw.: steht alles was du gequotet hast 1 zu 1 so in deiner Mail? Ich hoffe doch nicht...



Wo ist der TE denn beleidigend geworden? Es ist doch offenbar nur eine 1:1 Beschreibung des Geschehenen. Aber was der eine als sachliche Schilderung bezeichnen würde, kann für den anderen natürlich nach Polemik klingen.

Ob man sich diesen Aufwand wegen ~7€ geben muss, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Also ich hab das in ähnlicher Weise gehabt. Hatte auch die beiden Gutscheine kombiniert. Auf jeden Fall wurde die Lieferung gesplittet. Auf der ersten Rechnung wurde nur ein Gutschein angerechnet und der andere als nicht mehr lieferbar, weil keine Kombination erlaubt ist, gekennzeichnet.

Darauf habe ich fix den noch fehlenden Artikel einfach storniert (war zwei Tage vor Erscheinungsdatum der Blu Ray). Nach zwei Wochen fragte ich dann, wann der per Paypal zuviel gezahlte Betrag (zweiter Artikel minus nicht mehr lieferbaren Gutschein) zurückerstattet wird. Daraufhin antwortete man mir, dass der Artikel nicht mehr storniert werden kann, weil schon im Versand (Häää? Zwei Wochen lang?). Auf jeden Fall war dann auf der zweiten Rechnung doch der richtige Betrag (Artikel abzgl. Gutschein) ausgewiesen, sodass hinterher doch wieder alles gepasst hat. Ich vermute mal, man hat dann einfach den Versand zu dem von mir gewünschten Preis angeleiert bzw. einfach die automatische Ablehnung des Gutscheins manuell korrigiert.

Lehre für mich: Den Stress spar ich mir demnächst. Ich bestell da nicht mehr mit zwei Gutscheinen.

Die Rechtslage ist hier vollkommen korrekt dargestellt. Nur den Stress wegen ein paar Euro muss ich mir nicht mehr geben.

aaaaalos
1. Freundliche Anfragen bringen jemanden immre weiter als Krawall und Forderungen mit juristischen Geschrei. Kulanz kann de Kundenbetreuung machen, wenn die sich weigert (weil sie verärgert ist) gehts in die Rechtsabteilung und dann kann folgendes Theater entstehen.

2. Rechtlich gesehen hast du ein Angebot (§ 145 BGB) an Conrad für den Kauf gemacht. Mit Lieferung der Ware nebst neuem Rechnungsbetrag ist das keine Annahme von Conrad gewesen, da sie von deinem Angebot abgewichen sind. Es gab somit keine deckungsgleiche Einigung über die Konditionen (§ 929 BGB). Zwar wurde die Ware an dich geliefert und damit der "Realakt" vollzogen (§ 854 BGB), aber Conrad hat dir nun wiederrum ein Angebot (nochmal § 145 BGB) gemacht, den Gutschein für den neuen Wert zu kaufen. Dieses Angebot hast du augenscheinlich abgelehnt und die Lastschrift zurückgebucht. Es fehlt also die Annahme (§ 147 BB) irgendeines Angebotes. Folglich gibt es keinen Kaufvertrag!
Nun bleiben zwei Lösungen:
a) ihr einigt euch bzw. Conrad gibt aus Kulanz nach
b) es kommt zu keiner Einigung. Dann musst du den Gutschein wieder zurückschicken (§ 812 ff. BGB). Die Portokosten für Hin- und Rückversand muss Conrad tragen, da du nicht darum gebeten hattest, dich zu diesen Konditionen zu beliefern.
-Ende-

Oder einfacher keine Deckungsgleichen Willenserklärungen = Kein Vertrag!

Daraus resultiert dann Rückabwicklung.

Supersommi hat´s drauf!:p

By the way:

Invitatio ad offerEndum
Nicht Offerandum

Supersommi bringts auf den Punkt... Hätte das gleiche jetzt geschrieben Der Punkt ist die bereits korrigierte Rechnung bei Lieferung

Ja, ich sehe das auch so, dass es keinen Vertrag gibt.

Ich würde an deiner Stelle schaun, ob sich da was aus Kulanz machen lässt und ansonsten kannst du entscheiden, ob du deren Antrag annehmen möchtest oder nicht, das steht dir ja frei, genau wie es denen frei stand dein Angebot abzuändern statt anzunehmen.

Ich sehe das anders. Die Lieferung ist erfolgt, die Übergabe der Ware an mich war erfolgreich.

Die beiliegende Rechnung sehe ich ja erst NACH der Übergabe, wenn ich das Paket öffne. Ich muss nun mal erst ein Paket annehmen und kann dann die Rechnung (die man ja als neues Angebot interpretieren könnte) entnehmen. Damit erhalte ich das neue Angebot NACH Vertragsschluss. Wenn Conrad das Angebot ablehnen will und mir ein neues Angebot machen will, müssen Sie das VOR Vertragssschluss (sprich VOR Übergabe der Ware an mich) machen. Haben sie aber nicht ...

Supersommi

Die Portokosten für Hin- und Rückversand muss Conrad tragen, da du nicht darum gebeten hattest, dich zu diesen Konditionen zu beliefern.


Selbst wenn man der Auffassung ist, dass kein Vertrag besteht - Conrad muss nicht nur die Kosten für den Versand tragen, Conrad muss die Ware bei mir abholen lassen. Was kann ich dafür, wenn sie mich ohne Vertrag einfach beliefern.

Aber wie gesagt - für mich ist mit Übergabe des Pakets der Vertrag geschlossen und ich warte jetzt einfach ab, was kommt.

Die Annahme eines Paketes ist nicht immer automatisch die Annahme eines Vertragsangebotes. Glaub mal den Juristen hier in der Runde

Aber ja, warte ab und harre der Dinge die da kommen. conrad wird sich schon auf deine Nachricht hin melden.

Supersommi

Die Portokosten für Hin- und Rückversand muss Conrad tragen, da du nicht darum gebeten hattest, dich zu diesen Konditionen zu beliefern.

Dein Kommentar
Avatar
@
    Text
    Top Diskussionen
    1. Hebt ihr Rechnungen und andere Dokumente in Papierform auf?22
    2. Steuerverlustvortrag auf aktuelles Gewerbe anrechnen?1327
    3. 2 Flixbus Gutscheine a 3€11
    4. Mobilcom-Debitel: In welchen Fällen klappt die "AP frei" sms?66

    Weitere Diskussionen