Mit NV-Bescheinigung keine Steuererklärung?

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eingestellt am 29. MaiBearbeitet von:"JanKohl"
Hallo,

ich bin Student und habe diverse Einnahmen durch Depotprämien, Bankprämien, usw.
Da sonst keine Einnahmen vorhanden sind, bietet sich eine NV-Bescheinigung an. Hat jemand Erfahrung damit?

Ich gebe dann weiter die Steuererklärung für den Verlustvortrag ab, aber muss keine Einnahmen mehr angeben, oder?
Zusätzliche Info
Sonstiges
20 Kommentare
Sind deine Kapitalerträge höher als 601€? Wenn nicht, dann brauchst du auch keine NV Bescheinigung, die ist nämlich so 2004.
kannst du hier nachlesen vlh.de/wis…tml
Die Kapitalerträge nicht, allerdings müsste ich die anderen Prämien ja noch als sonstige Einkommen (Anlage SO) versteuern. Kann man das irgendwie umgehen?
Gleich noch eine Frage: Für sonstige Einkünfte gilt ja die Freigrenze von 256€ - Gilt die mit dem Grundfreibetrag? Muss ich also Steuern zahlen, wenn ich über 256€ der SO Freigrenze bin, aber innerhalb des Grundfreibetrags?
yps129.05.2019 23:22

kannst du hier nachlesen …kannst du hier nachlesen https://www.vlh.de/wissen-service/steuer-abc/nichtveranlagungsbescheinigung-was-ist-das.html


"Grundsätzlich wird die Nichtveranlagungsbescheinigung für drei Jahre ausgestellt und sie endet zum Jahresende des dritten Jahres. Ist diese Zeit vorbei, müssen Sie einen neuen Antrag stellen. Ändert sich Ihre finanzielle Situation – Sie haben höhere Einkünfte als früher – müssen Sie die Bescheinigung zurückgeben."

Da ich ständig wechselnde Einkünfte habe (durch Prämien), müsste ich die ja ständig neu beantragen, oder?
Depotprämie bei der Steuer angeben
JanKohl29.05.2019 23:26

Gleich noch eine Frage: Für sonstige Einkünfte gilt ja die Freigrenze von 2 …Gleich noch eine Frage: Für sonstige Einkünfte gilt ja die Freigrenze von 256€ - Gilt die mit dem Grundfreibetrag? Muss ich also Steuern zahlen, wenn ich über 256€ der SO Freigrenze bin, aber innerhalb des Grundfreibetrags?


Es heißt für "Andere Einkünfte" nicht ohne Grund Freigrenze statt sonst Freibetrag. Eine Jahreseinkunft bis 255€ ist steuerfrei. Eine Jahreseinkunft von 256€ wird vollständig besteuert im Rahmen der Gesamteinkünfte.

JanKohl29.05.2019 23:28

"Grundsätzlich wird die Nichtveranlagungsbescheinigung für drei Jahre a …"Grundsätzlich wird die Nichtveranlagungsbescheinigung für drei Jahre ausgestellt und sie endet zum Jahresende des dritten Jahres. Ist diese Zeit vorbei, müssen Sie einen neuen Antrag stellen. Ändert sich Ihre finanzielle Situation – Sie haben höhere Einkünfte als früher – müssen Sie die Bescheinigung zurückgeben." Da ich ständig wechselnde Einkünfte habe (durch Prämien), müsste ich die ja ständig neu beantragen, oder?


Wechselnd Einkünfte sind kein Problem und ja auch bei den meisten anderen vorhanden, für die eine NV-Bescheinigung infragekommt. Du bist von dir aus verpflichtet, die NV-Bescheinigung zurückzugeben, wenn deine Gesamteinkünfte den Grundfreibetrag überschreiten sollten. Ansonsten gilt sie bis zum Ablauf nicht nur für einen vorher festzulegenden Betrag, sondern allgemein.

"Andere Einkünfte" (bis/ab 256€) wie Prämien und Kapitalerträge sind allerdings unterschiedliche Sachverhalte. "Andere Einkünfte" sind selbst zu versteuern, während Kapitalerträge ohne NV-Bescheinigung direkt vom Institut versteuert werden. Die Prämien sind keine Kapitalerträge.
Bearbeitet von: "Turaluraluralu" 29. Mai
JanKohl29.05.2019 23:28

Da ich ständig wechselnde Einkünfte habe (durch Prämien), müsste ich die ja …Da ich ständig wechselnde Einkünfte habe (durch Prämien), müsste ich die ja ständig neu beantragen, oder?


Also mein Hamster gibt seine Prämien nie irgendwo an, obwohl ich ihm schon 1000 mal erklärt hab, dass das verboten ist
Bei deinen sehr speziellen Fragen solltest Du ernsthaft einen Steuerberater aufsuchen.

Du kennst bestimmt den Spruch, Unwissenheit schützt vor Strafe nicht, das trifft insbesondere auch bei Steuererklärungen zu.
DrRo29.05.2019 23:45

Also mein Hamster gibt seine Prämien nie irgendwo an, obwohl ich ihm schon …Also mein Hamster gibt seine Prämien nie irgendwo an, obwohl ich ihm schon 1000 mal erklärt hab, dass das verboten ist


Falls der nicht gerade ein für Hasen sehr biblisches Alter von 18 Erdenjahren erreicht hat, haftest du ja für seine Steuerschulden und -hinterziehungen.
Hier ist das Thema ziemlich gut erklärt:
steuer-schutzbrief.de/konto-praemie-richtig-versteuern.html

Demnach gehören die Einkünfte zu den "Sonstigen Einkünften" in der Anlage SO. Und man kann sogar Aufwände für das Erlangen der Prämie wie z.B. Porto oder die Fahrt zur Bank gegenrechnen.
Bearbeitet von: "hotice" 30. Mai
Da offenbar auch Sachprämien steuerrechtlich als Einkünfte gezählt werden, bedeutet das ja im Umkehrschluss, dass man auch Meilen oder sonstige Bonus- oder Statuspunkte versteuern muss, die man z.B. im Rahmen von Kreditkartenbeantragung erhält.

Wie kann man denn da den realen Gegenwert berechnen?
Bearbeitet von: "hotice" 30. Mai
DrRo29.05.2019 23:45

Also mein Hamster gibt seine Prämien nie irgendwo an, obwohl ich ihm schon …Also mein Hamster gibt seine Prämien nie irgendwo an, obwohl ich ihm schon 1000 mal erklärt hab, dass das verboten ist



Du musst ihm das schriftlich zukommen lassen! Das weiß doch jedes Hamsterkind!
Turaluraluralu29.05.2019 23:45

Es heißt für "Andere Einkünfte" nicht ohne Grund Freigrenze statt sonst Fr …Es heißt für "Andere Einkünfte" nicht ohne Grund Freigrenze statt sonst Freibetrag. Eine Jahreseinkunft bis 255€ ist steuerfrei. Eine Jahreseinkunft von 256€ wird vollständig besteuert im Rahmen der Gesamteinkünfte.Wechselnd Einkünfte sind kein Problem und ja auch bei den meisten anderen vorhanden, für die eine NV-Bescheinigung infragekommt. Du bist von dir aus verpflichtet, die NV-Bescheinigung zurückzugeben, wenn deine Gesamteinkünfte den Grundfreibetrag überschreiten sollten. Ansonsten gilt sie bis zum Ablauf nicht nur für einen vorher festzulegenden Betrag, sondern allgemein."Andere Einkünfte" (bis/ab 256€) wie Prämien und Kapitalerträge sind allerdings unterschiedliche Sachverhalte. "Andere Einkünfte" sind selbst zu versteuern, während Kapitalerträge ohne NV-Bescheinigung direkt vom Institut versteuert werden. Die Prämien sind keine Kapitalerträge.


Danke für die Antwort!

Das bedeutet, dass ich trotz NV-Bescheinigung sonstige Einkünfte in der Steuererklärung angeben muss, korrekt?

Hat jemand Erfahrung damit, Depotprämien als Kapitalertrag zu versteuern?
JanKohl30.05.2019 00:36

Danke für die Antwort! Das bedeutet, dass ich trotz NV-Bescheinigung …Danke für die Antwort! Das bedeutet, dass ich trotz NV-Bescheinigung sonstige Einkünfte in der Steuererklärung angeben muss, korrekt? Hat jemand Erfahrung damit, Depotprämien als Kapitalertrag zu versteuern?



Depotprämien werden nicht als Kapitalertrag versteuert, sondern als "sonstige Einkünfte".
Hier gibt es einen Freigrenze von 256€.
Du kannst aber alle Kosten, die dir in dem Zusammenhang entstanden sind abziehen z.B. Kosten zum Kreditinstitut, Porto Kosten für den Brief, Telefonkosten für den Anruf etc.

Sobald du über dem Freibetrag bist wird der gesamte Betrag mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert.
Quellen:
vlh.de/kau…tml

Muss man eigentlich Steuern auf die "sonstigen Einkünfte" zahlen, wenn man unter dem Grundfreibetrag liegt?

Und an alle, die sich über das angeben der Prämien wundern/lustig machen.

Der TE macht einen Verlustvortrag, dabei kann man als Student z.B. Kosten für Handy, Laptop, Auto etc. von der Steuer absetzen, wenn man noch kein Einkommen hat. Später muss man dann weniger Steuern zahlen. Das Finanzamt wird also vermutlich genau hinschauen, dass man auch wirklich einen "Verlust" von z.B. 4000€ während seiner Studienzeit hatte durch Semesterbeiträge, Fahrtkosten, Bücherkauf, Handy, Laptop etc. und nicht doch "nur 3500€" durch 500€ Prämien und ähnliches.

Wichtige Infos noch:
Ein Verlustvortrag kann nicht im Erststudium gestellt werden. Eine Entscheidung des BGH steht noch aus.
Bei Handy, Laptop etc. werden natürlich nicht die vollen Kosten übernommen, sondern nur ein Anteil, weil diese Dinge auch privat genutzt werden.

EDIT:
Solltest du dich im Erststudium befinden, dann mache trotzdem einen Verlustvortrag!
Er wird abgelehnt werden, dann legst du Berufung ein und bei einem positiven Urteil kannst du so Steuern sparen!
Bearbeitet von: "Lonser" 30. Mai
Turaluraluralu29.05.2019 23:59

Falls der nicht gerade ein für Hasen sehr biblisches Alter von 18 …Falls der nicht gerade ein für Hasen sehr biblisches Alter von 18 Erdenjahren erreicht hat, haftest du ja für seine Steuerschulden und -hinterziehungen.


Na toll, dank dir kommt Hamsti jetzt und Tierheim (doh)
Lonser30.05.2019 00:51

Depotprämien werden nicht als Kapitalertrag versteuert, sondern als …Depotprämien werden nicht als Kapitalertrag versteuert, sondern als "sonstige Einkünfte". Hier gibt es einen Freigrenze von 256€.Du kannst aber alle Kosten, die dir in dem Zusammenhang entstanden sind abziehen z.B. Kosten zum Kreditinstitut, Porto Kosten für den Brief, Telefonkosten für den Anruf etc.Sobald du über dem Freibetrag bist wird der gesamte Betrag mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert. Quellen: https://www.vlh.de/kaufen-investieren/geldanlage/konto-praemie-ist-steuerpflichtig.htmlMuss man eigentlich Steuern auf die "sonstigen Einkünfte" zahlen, wenn man unter dem Grundfreibetrag liegt?Und an alle, die sich über das angeben der Prämien wundern/lustig machen. Der TE macht einen Verlustvortrag, dabei kann man als Student z.B. Kosten für Handy, Laptop, Auto etc. von der Steuer absetzen, wenn man noch kein Einkommen hat. Später muss man dann weniger Steuern zahlen. Das Finanzamt wird also vermutlich genau hinschauen, dass man auch wirklich einen "Verlust" von z.B. 4000€ während seiner Studienzeit hatte durch Semesterbeiträge, Fahrtkosten, Bücherkauf, Handy, Laptop etc. und nicht doch "nur 3500€" durch 500€ Prämien und ähnliches. Wichtige Infos noch:Ein Verlustvortrag kann nicht im Erststudium gestellt werden. Eine Entscheidung des BGH steht noch aus. Bei Handy, Laptop etc. werden natürlich nicht die vollen Kosten übernommen, sondern nur ein Anteil, weil diese Dinge auch privat genutzt werden.EDIT: Solltest du dich im Erststudium befinden, dann mache trotzdem einen Verlustvortrag!Er wird abgelehnt werden, dann legst du Berufung ein und bei einem positiven Urteil kannst du so Steuern sparen!


Das ist der Plan. Danke für die Antwort
Lonser30.05.2019 00:51

Depotprämien werden nicht als Kapitalertrag versteuert, sondern als …Depotprämien werden nicht als Kapitalertrag versteuert, sondern als "sonstige Einkünfte". Hier gibt es einen Freigrenze von 256€.Du kannst aber alle Kosten, die dir in dem Zusammenhang entstanden sind abziehen z.B. Kosten zum Kreditinstitut, Porto Kosten für den Brief, Telefonkosten für den Anruf etc.Sobald du über dem Freibetrag bist wird der gesamte Betrag mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert. Quellen: https://www.vlh.de/kaufen-investieren/geldanlage/konto-praemie-ist-steuerpflichtig.html


Das schreibt die FAZ dazu: "Bei Prämien, die für ein neu eröffnetes Depot unter der Bedingung gezahlt werden, dass Wertpapiere neu erworben werden, wird diskutiert, ob diese die Anschaffungskosten der Wertpapiere mindern. In diesem Fall erhöht sich der spätere steuerpflichtige Gewinn aus den Papieren. Diese Handhabung kann für den Anleger vorteilhaft sein, weil die Prämie der oft niedrigeren Abgeltungsteuer unterliegt."

faz.net/akt…tml
Wenn du eine Steuererklärung abgibst und eine NV-Bescheinigung hast, sind die Kapitalerträge grundsätzlich in der Erklärung anzugeben, falls diese höher sind als der Freibetrag von 801 €. Falls geringer macht die NV-Bescheinigung keinen Sinn.
Bearbeitet von: "Matthes2010" 30. Mai
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