Moderne Messeinrichtung - intelligenter Stromzähler - smart meter

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eingestellt am 13. JanBearbeitet von:"quellcode"
Da Stromanbieterwechseln zum kleinen 1x1 der Mydealzer gehört, denke ich, dass das Thema hierher passt: Vom örtlichen Netzbetreiber habe ich ein Schreiben bekommen, dass dieses Jahr "moderne Messeinrichtungen" eingebaut werden sollen. Im Volksmund auch intelligente (smarte) Stromzähler genannt.

So ganz habe ich nicht verstanden, was die Dinger zur Energiewende beitragen sollen. Die haben wohl keinen Internetanschluss, sprich das Einzige, was die anders machen als bisher, ist zwei Jahre lang den Verlauf des Stromverbrauchs zu speichern und demjenigen zu offenbaren, der physisch Zugriff auf den Zähler hat. Was sie nicht machen, ist kontinuierlich nach Hause zu telefonieren.

Wie detailliert wird denn gespeichert? Nur ein täglicher Mittelwert oder stündliche oder minutengenaue Verbrauchswerte?

Als erste wirkliche Neuerung ist mir aufgefallen, dass man künftig den Messstellenbetreiber selbst wählen können soll. Einen ersten Deal dazu gab es ja auch schon (mydealz.de/dea…789).

Hat da jemand schon praktische Erfahrungen damit? Sollte man den Betrieb der Messeinrichtung lieber dem Netzbetreiber überlassen? Oder munter den Messstellenbetreiber wählen, der mit dem dicksten Bonus lockt?

Wie ist das mit dem Ablesen? Angenommen, man hat 5 Zähler und 5 verschiedene Messstellenbetreiber? Kommen dann zu 5 Terminen 5 verschiedene Firmen zum Ablesen vorbei? Das wäre dann ein handfester Nachteil, der mir einfallen würde.

Wie ist es im Mehrfamilienhaus? Gehe ich recht in der Annahme, dass der Mieter da nichts zu entscheiden hat, sondern für die Wahl des Messstellenbetreibers der Vermieter zuständig ist? Oder kann jeder Mieter zum Stromtarif den passenden Messstellenbetreiber wählen? Und was ist beim Auszug? Muss der Nachmieter den Betreiber behalten?

Die Kosten für den Betrieb werden etwas teurer - naja. Wie läuft das mit der Abrechnung? Es gibt wohl zwei Möglichkeiten: Einmal (wie gehabt) dass der Stromanbieter die Kosten für den Betrieb der Messstelle in den Strompreis einkalkuliert und mit dem Netzbetreiber abrechnet. Zweitens: Der Messstellenbetreiber stellt die Kosten direkt in Rechnung. Aber wem? Dem Mieter? Dem Hausbesitzer?

Und was soll das alles bringen? Die Messstellenbetreiber können doch nur rückwirkend Daten gewinnen. Wie hilft das bei der "Energiewende". Und haben Sie überhaupt das Recht, die Daten zu analysieren? Wann ich wie viel Strom verbrauche, würde ich als persönliche Daten bezeichnen, die Rückschlüsse auf meine Lebensgewohnheiten erlauben. Gibt es ein Widerspruchsrecht?
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14 Kommentare
zwecks dem Ablesen der Stromzähler vermute ich mal das es dabei bleibt das ein Netzbetreiber/Serviceunternehmen die Ablesung macht & die Daten dann zb. per Datenbank abgefragt werden können.

In Berlin kenn es nur so das ein Netzbetreiber die Ablesungen macht
Smartmeter senden 1x im Monat den aktuellen Stand zum Anbieter.
Mal Blackout von Marc Elsberg zu dem Thema lesen
pumkin13.01.2020 20:42

Smartmeter senden 1x im Monat den aktuellen Stand zum Anbieter.



Kann man wohl so pauschal nicht sagen. In dem Brief der Stadtwerke steht "Da der Zähler über kein Kommunikationsmodul verfügt, sind Ihre Verbrauchsdaten nur auf dem zählerinternen Speicher sicher hinterlegt und können nicht von Dritten aus der Ferne ausgelesen werden". Ich nehme an, dass das dann künftig teilweise mittels Apps umgangen wird, dass man sich bei bestimmten Tarifen verpflichtet, regelmäßig mit der Stromanbieter-App den Zähler auszulesen.
phoboss13.01.2020 20:44

Mal Blackout von Marc Elsberg zu dem Thema lesen


Oder das Buch NSA, da wird das Thema auch aufgegriffen.
Kein 3., also nur du und die Stadtwerke
verbraucherzentrale.de/wis…275

Wie immer bei solchem Schrott hast DU nix davon, sondern wie du selber schon erahnst, einzig und allein der Netzbetreiber, indem er anhand deiner Verbrauchswerte irgendwann mal seine Preise "optimieren" und gegen Entgelt die Konkurrenz mit den Informationen versorgen kann.
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GelöschterUser1014301
pumkin13.01.2020 20:42

Smartmeter senden 1x im Monat den aktuellen Stand zum Anbieter.


Oder Netzbetreiber?
Ich könnte Dir deine Frage beantworten, aber ein Teil dieser Antworten würden dich bestimmt extrem beunruhigen.

Brave New World :-/
Bearbeitet von: "adhskandidat" 13. Jan
Die Schnittstelle Stromkabel bleibt ja auch noch. Für Netzbetreiber und Hacker sicher ein Leichtes Daten über das Stromnetzt zu senden. Nichts anderes machen ja die DLAN Steckdosen.
phoboss13.01.2020 20:44

Mal Blackout von Marc Elsberg zu dem Thema lesen


Passt zwar nicht zu 100%, aber trotzdem ein sehr empfehlenswertes Buch.
Um mal die Vielzahl der Fragen zu beantworten


Wie detailliert was gespeichert wird, liegt individuell an dem Smart Meter was er kann. Das geht von normalen Tageswerten bis hin zu alle 15 Minuten genauen Verbrauch was zum Beispiel der Backofen oder der Fernseher verbraucht. Die Daten werden jedenfalls 24 Monate lang gespeichert.

Den lokalen Messstellenbetreiber wechseln, steht dir als Eigentümer immer frei, als Mieter brauchst du die Zustimmung ab 2021 vom Vermieter. Ob sich ein Wechsel lohnt kann man pauschal nicht sagen. Aber man sollte folgendes dabei bedenken:
1. Wenn der Smart Meter des neuen Messstellenbetreibers nicht in deinen Stromkasten passt, musst du den Umbau selber bezahlen. Das kann schonmal vierstellige Summe betragen. 2. Ein freier Messstellenbetreiber untersteht nicht der gesetzlichen Preisobergrenze und kann teurer werden.

Ablesen muss man nicht mehr, das ist der Vorteil am Smart Meter, Die Daten werden digital übertragen an den Netzbetreiber, da muss niemand mehr zum Ablesen kommen.

Mehrfamilienhaus mit Mietern dir schon gesagt. Bis 2020 kann der Mieter frei entscheiden. ab 2021 brauch er die Zustimmung vom Vermieter. Ansonsten entscheidet der Vermieter, als Einschränkung aber darf es nicht teurer werden als der aktuelle. Beim Auszug muss der Nachmieter den Betreiber nicht behalten, weil ein Auszug automatisch die kündigung bedeutet, sofern dies mitgeteilt wurde.

Exakt die Abrechnung erfolgt genau in den 2 Möglichkeiten die du angegeben hast, entweder über den Stromanbieter oder direkt an den Eigentümer bzw. an den vermieter, der es dann in den Nebenkosten an den Mieter weiter gibt.

Was es bringen soll usw. lasse ich mal im Raum stehen...
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GelöschterUser20926
Du hast nichts davon, nur höhere Kosten.
Für die super zuverlässigen und langlebigen Ferraris-Zähler durften die Netzbetreiber viel weniger abrechnen als für Elektroschrott mit Taschenrechnerdisplay. Dazu ist vorgesehen die Dinger deutlich häufiger auszutauschen. Durch Nacheichung von Baureihen konnten Ferraris-Zähler über Jahrzehnte zuverlässig laufen und entsprechend Verbrauchern Kosten und der Umwelt Ressourcenverbrauch ersparen.

Weil Energiewende aber heißt Industriepolitik mit grünem Anstrich wird's mit den neuen Zählern teurer und alle paar Jahre weggeschmissen. Richtig besch...eiden. Ich habe mich sehr geärgert als ich das Ding vor ein paar Jahren bekommen habe.
adhskandidat13.01.2020 21:42

Ich könnte Dir deine Frage beantworten, aber ein Teil dieser Antworten …Ich könnte Dir deine Frage beantworten, aber ein Teil dieser Antworten würden dich bestimmt extrem beunruhigen.Brave New World :-/



Jetzt bin ich erst recht beunruhigt, also schieß los
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