Muss man jede Rechnung akzeptieren?

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eingestellt am 15. Mär 2012
Hallo Leute

Mal ein etwas anderes Thema:
Bei einem Bekannten von mir stand letztes Jahr der Umzug an. Dabei ist ihm ein Missgeschick passiert, und er hat beim heraustragen einer Schrankwand im Treppenhaus der alten Mietwohung mit derselbigen einen Lampenschirm aus Glas abgeräumt.
Außer einer leichten Platzwunde ist glücklicherweise nichts passiert.
Jetzt aber zu meiner eigentlich Frage:
Die Hausverwaltung seiner alten Wohnung hat ihm nun erwartungsgemäß eine Rechnung gestellt. Der Lampenschirm kostet 33 Euro - in Ordnung.
ABER. Die Rechnung beläuft sich auf insgesamt knapp 100 (!) Euro, da die Hausverwaltung extra einen Elektrikermeister aus einer 30km entfernten Stadt hat kommen lassen, der natürlich großzügig Meisterstunden und natürlich auch Kfz-Pauschale in Rechnung stellt.
Wir reden hier von dem kurzen Anschrauben eines Lampenschirms (die Elektrik war nicht betroffen). Das hätte jeder Hausmeister in 1 Minute erledigt.
Muss man das akzeptieren? Es kommt uns so vor uner dem Motto: "Probieren wir halt mal abzukassieren."
Wahrscheinlich führt kein Weg daran vorbei, aber einfach verständlicherweise ärgerlich 100 Euro zu latzen wegen einer kleinen Lampenabdeckung.
Zusätzliche Info
31 Kommentare

Dein Freund hat doch sicher eine Haftpflichtversicherung. Lass diese doch das Ganze abwickeln. Normalerweise ist der Geschädigte verpflichtet den enstanden Schaden so gering wie möglich zu halten. Ob das in deinem Fall so zutrifft kann dir ggf. ein Anwalt sagen oder eben die Haftpflicht (falls vorhanden) das regulieren lassen.

Hätte man sicher günstiger haben können, aber überteuert finde ich das nicht.
Viel wichtiger: Warum nicht der Haftpflichtversicherung melden?
Die hat doch hoffentlich jeder.

Was sollte die Hausverwaltung davon haben? Daran verdienen die doch nichts (höchstens Provision vom Elektriker ) Dass Hausverwaltungen nicht immer nach der günstigsten Lösung suchen, ist eine andere Geschichte. Dein Freund hätte sich ja selbst um die Reparatur kümmern können, dann wäre es evtl. billiger geworden.

Verfasser

SnakeDoc

Dein Freund hat doch sicher eine Haftpflichtversicherung. Lass diese doch … Dein Freund hat doch sicher eine Haftpflichtversicherung. Lass diese doch das Ganze abwickeln. Normalerweise ist der Geschädigte verpflichtet den enstanden Schaden so gering wie möglich zu halten. Ob das in deinem Fall so zutrifft kann dir ggf. ein Anwalt sagen oder eben die Haftpflicht (falls vorhanden) das regulieren lassen.



Genau darauf bezog sich die Frage. Wenn sich die Versicherung jetzt nämlich quer stellt, weil die Hausverwaltung unverhältnismäßige Reperaturmaßnahmen vorgenommen hat - einen Anwalt wegen eines Lampenschirms bemühen zu müssen wäre natürlich ärgerlich.

Würde ich eiskalt machen, wozu hat man denn Haftpflicht + Rechtschutz?!

Na klar meldet man das der Hausrat Versicherung mit dem Hinweise, dass hier die Hausverwaltung und der Elektriker Kohle zocken wollen. Die Versicherung wird dem Hinweis hoffentlich gerne nachgehen...sowas schreit doch nach Versicherungsabzocke und das schdet Allen.

Ich wette ein Großteil der "Lass doch über Haftpflicht laufen" schreier wissen nicht einmal das "Gefälligkeitsschäden" bei vielen Versicherungen gar nicht mit versichert sind. Einfach mal googlen....

deathlord

Ich wette ein Großteil der "Lass doch über Haftpflicht laufen" schreier w … Ich wette ein Großteil der "Lass doch über Haftpflicht laufen" schreier wissen nicht einmal das "Gefälligkeitsschäden" bei vielen Versicherungen gar nicht mit versichert sind. Einfach mal googlen....


Es ist kein Gefälligkeitsschaden.
Gebannt

Ich würde einen Betrag überweisen und schreiben, dass der Schaden damit ausgeglichen sei. Die Feststellung des Schadens obliegt nicht dir.
Ist aber eher eine Sache für einen Anwalt, wenn du da wasserdicht vorgehen willst.

Dass die Hausverwaltung des Schaden von ausgebildeten Elektrikern, also Fachpersonal, ausbessern lässt, ist wohl ihr gutes Recht.
Somit bliebe wohl nur als Alternative, dass man nachweisen könnte, dass es sehr einfach gewesen wäre einen billigeren Elektriker aus der direkten Umgebung zu finden. Das dürfte wohl schwierig werden, da auch nicht erwartet werden kann, dass man sich im Vorwege zig Angebote einholt. Und ob das so viel billiger geworden wäre, dass man von unverhältnismäßigkeit sprechen könnte, halte ich für unwahrscheinlich.

Bzgl. der in Anspruchnahme von Versicherungen sei angemerkt, dass die auch nicht aus Spaß ihre Dienste anbieten. Wenn man zu oft auffällt, kündigen auch gerne mal von ihrer Seite. Da muss jeder selbst entscheiden, ob das 100€ wert sind.

Ich versteh das ganze Problem nicht. Normalerweise ( man möge mich gerne korrigieren ) läuft das so ...

Man verursacht einen Schaden, man meldet den Schaden der Versicherung und der Geschädigte kann dann gegenüber der Versicherung seine Ansprüche geltend machen, in dem er z.B. eine Rechnung einschickt oder bei Pipifaxschäden reicht oft auch einfach die Nennung einer Schadensumme. Wenn das alles plausibel ist wird einfach abgenickt und gut ist. Wenn die Rechnung zu hoch erscheint, wird sich die Versicherung schon beim Geschädigten melden. Das ist aber alles nicht mehr Angelegenheit des Versicherten. Also wo ist das Problem oder die Aufregung ... ?

gorgonz0la

Ich versteh das ganze Problem nicht.


Anscheinend hat der "Freund" keine privat HV. Sonst würde doch die Rechnung auch gar nicht an den Freund gehen, oder?
Gebannt

Ich glaub der Haken ist, dass der Geschädigte ohne Aufforderung eine Reperatur in Auftrag gegeben hat.
Wo und wie der Schaden zu ersetzen ist, entscheidet das der Geschädigte oder der Schadenverursacher?

Wenn mir jemand meinen Reifen kaputt macht und ich dann in eine Vertragswerkstatt gehe und das reparieren lasse, würde ich mich nicht wundern, wenn die Gegenseite meint, dass ich die Mehrkosten zu tragen hätte!

hellium

Wenn mir jemand meinen Reifen kaputt macht und ich dann in eine … Wenn mir jemand meinen Reifen kaputt macht und ich dann in eine Vertragswerkstatt gehe und das reparieren lasse, würde ich mich nicht wundern, wenn die Gegenseite meint, dass ich die Mehrkosten zu tragen hätte!


"Sie haben das Recht, Ihr Fahrzeug in einer von Ihnen ausgewählten Werkstatt Ihres Vertrauens reparieren zu lassen."
hellium

Ich glaub der Haken ist, dass der Geschädigte ohne Aufforderung eine … Ich glaub der Haken ist, dass der Geschädigte ohne Aufforderung eine Reperatur in Auftrag gegeben hat.Wo und wie der Schaden zu ersetzen ist, entscheidet das der Geschädigte oder der Schadenverursacher? Wenn mir jemand meinen Reifen kaputt macht und ich dann in eine Vertragswerkstatt gehe und das reparieren lasse, würde ich mich nicht wundern, wenn die Gegenseite meint, dass ich die Mehrkosten zu tragen hätte!



Moment, also wenn mir jetzt der Schädiger diktieren darf, wo ich meinen Schaden beheben lasse, dann bekomme ich Bauchschmerzen.

Natürlich muss man als Geschädigter auch darauf achten, keine unnötigen Kosten zu verursachen, ansonsten darf sich der Geschädigte das aussuchen. Ob es dann überteuert/überzogen ist, steht auf einem anderen Blatt Papier.
Gebannt

Das beim Auto scheint wirklich so zu sein. Vielleicht ein Sonderfall, weil man immer eine Versicherung hat?
Ich kann mir aber gut vorstellen, dass man einen Schaden nicht einfach selbst regulieren darf, wenn man darauf hofft nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben!

Mich würde interessieren was Holk1ng tut und wie die Sache ausgehen wird.

DerGeorg

Würde ich eiskalt machen, wozu hat man denn Haftpflicht + Rechtschutz?!



Hier reicht eine Haftpflicht... Denn in dieser ist die "Abwehr unberechtigter Forderungen" enthalten.

Ich möchte nochmal klarstellen, dass ich nicht gesagt habe, dass die Hausverwaltung im Recht sei, noch die Kosten angemessen seien.

deathlord

Ich wette ein Großteil der "Lass doch über Haftpflicht laufen" schreier w … Ich wette ein Großteil der "Lass doch über Haftpflicht laufen" schreier wissen nicht einmal das "Gefälligkeitsschäden" bei vielen Versicherungen gar nicht mit versichert sind. Einfach mal googlen....


und ich sag noch: einfach mal googlen.
lmgtfy.com/?q=…zug
da findest du gleich auf der ersten seite jede menge treffer, teilweise sogar mit den AZ bei den sachen die vor gericht entschieden wurden.
also solange beim schadenverursacher keine gefälligkeitsschäden mitversichert sind zahlt die sowieso net.

zu der sache selber:
die werden die doch die rechnung des handwerkers in kopie geschickt haben. da steht doch drauf was er gemacht hat. wenn da steht: lampenschirm gewechselt
und sonst nix würd ich das für nicht angemessen halten.
aber der wird auch noch die elektrik der lampe überprüft haben. ich würd als vermieter/verwalter auch das ding eher einmal zuviel durchchecken lassen als das mir die bude nachher abfackelt.


Verfasser

also erstmal danke für die vielen Antworten.
Natürlich ist eine Haftpflicht vorhanden.
So wie ich das mitbekommen habe, wurde davon ausgegangen, dass man die Sache ohne Versicherung regelt, sprich der Lampenschirm in Rechnung gestellt wird und gut ist. Die Rechnung kam erst diese Woche, der Vorfall ereignete sich hingegen schon letztes Jahr.
Ich weiß jetzt nicht, ob er den Fall noch nachträglich bei der Versicherung melden kann - die Frage war einfach, ob man die Rechnung so akzeptieren muss. Soweit ich mich erinnere, standen auf der Rechnung folgende ausgeführte Arbeiten des Meisters: "Ersatzglas montiert".

Letzten Endes ist er da auch selber schuld! Wenn er sich nicht drum kümmert (war ja schon letztes Jahr).
Wenn man was kaputt macht, dann wartet man nicht ein halbes Jahr, sondern sagt: "Hey, ich hab´ die Lampe vorhin kaputt gemacht. Wollen Sie sich im Baumarkt eine Neue kaufen oder soll ich eine ähnliche kaufen? Und wenn sie da ist, geht man hin, schraubt sie an und fertig."
Aber sich monatelang einfach nicht drum zu kümmern ist eben auch Mist. Da kommt sich der Vermieter eben auch verarscht vor und hat dann auch keinen Bock es selber zu machen - und ruft eben einen Handwerker (ob der aus 30KM extra geholt werden muss, ist nochmal ne andere Sache).

ich verstehe nicht das Problem?
Schaden der Versicherung melden, inkl. Rechnung.
Die prüfen den Vorgang und übernehmen die Korrespondenz mit der Gegenseite.
das wartet man ab und wenn die einen Vergleich/Minimierung hinbekommen, kann man gegenüber der Versicherung die Schadenssumme im Nachhinein immer noch übernehmen.

Gebannt

Mal so als allgemeinen Tipp: Man muss nichts und Dreißtigkeit ist of t von Vorteil und Sie haben das Recht zui schweigen. Damit kommt man schon mal weit.

Das Problem liegt in der Absprache. Zwischen dem was ausgemacht wurde und dem was passiert ist.

Wenn die mündliche Vereinbarung war, dass der Sachschaden beglichen wird, dann ist die Vereinbarung doch nciht gebrochen, indem sich jemand eine möglicherweise fingierte Rechnung ausstellen lässt.
Ich halte es aber für nicht unüblich, dass bei manchen Firmen oder Kleinunternehmen das Ausstellen der Rechnung lange dauert.
Vielleicht hätte man direkt 50€ in die Hand drücken sollen und hätte sich an Ort und Stelle gütlich geeinigt.

deathlord

Ich wette ein Großteil der "Lass doch über Haftpflicht laufen" schreier … Ich wette ein Großteil der "Lass doch über Haftpflicht laufen" schreier wissen nicht einmal das "Gefälligkeitsschäden" bei vielen Versicherungen gar nicht mit versichert sind. Einfach mal googlen....


Wo besteht denn ein Gefälligkeitsschaden?

Hat er sich selbst einen Gefallen getan?
keule68

Hat er sich selbst einen Gefallen getan?


Ich denke, dass deathlord selbstgefällig ist! (_;)
deathlord

und ich sag noch: einfach mal … und ich sag noch: einfach mal googlen. http://lmgtfy.com/?q=gef%C3%A4lligkeitssch%C3%A4den+umzug da findest du gleich auf der ersten seite jede menge treffer, teilweise sogar mit den AZ bei den sachen die vor gericht entschieden wurden.



Sags doch noch 20x, vielleicht hat dein Gebrabbel dann irgend wann mal irgend einen Bezug zum Fall. Was für eine Unverschämtheit, lmgtfy in den Raum zu schmeissen, wenn es am simplesten Textverständnis mangelt. Da hilft dir kein Google weiter, wenn du nicht mal die Frage richtig verstehst.

Warum sollte man einen privat Haftpflichtschaden selbst regulieren und nicht melden? Genau für sowas ist die doch da. Der Fall ist auch klar und nachvollziehbar bei einem Umzug.
Verstehe nicht warum da überhaupt eine Frage aufkommt. Und ob der Preis zu hoch ist, dass wird die Versicherung dann schon sagen aber ich denke bei der Gesamtsumme gibt es keine Probleme.

schade, dass sich der Threadersteller nur Ratschläge abholt und nicht sagt, wie es weiterging!?

ganz ehrlich - es ist unverhältnismäßig
(schreiben auf deinen kollegen bezogen)
wenn der lampenschirm 33€ kostet, der Wechsel 5min - wie kann dann der arbeitsaufwand über dem nominalwert der ware liegen? 50€ überweisen = 7€ anfahrt + 10€ lohn (bei 60 minuten macht das nen stundenlohn von 120€)
schreiben aufsetzen mit - die sache ist für dich persönlich erledigt - die kosten wurden fair und innerhalb normaler maßstäbe betrachtet - sollten weitere forderungen erwünscht, dann sollen sie das mittels anwaltsschreiben klären - schreib noch rein, dass die mündliche vereinbarung einen anderen kontext hatte - frag, ob sie monatlich den weihnachtsmann einfliegen lassen, um den "kohlebestand" zu kontrollieren? in dieser sache sollte man absolut frech, ein bisschen niveaulos und fordernd argumentieren
wenn die verwaltung groß genug ist, werden sie es dabei belassen

@igoku:
Das kann man auch anders sehen.
Sehr schön ist es nämlich nicht, wenn Jemand was wissentlich kaputt gemacht hat und sich dann monatelang nicht mehr meldet, anstatt den Schaden von sich aus zu begleichen! Da war wohl der Gedanke: Jetzt bin ich sowieso ausgezogen (aus den Augen aus dem Sinn) stärker und die alten/anderen Mieter haben ne kaputte Lampe da hängen. Und wenn man es dann reparieren lässt, wird er jetzt noch frech nach deinem Ratschlag! (wieso sollte der Vermieter sich selber bemühen? Ich wäre wohl an Vermieter-Seite auch so dreist gewesen extra einen Handwerker zu bemühen, nachdem der andere hier was beschädigt und sich dann einfach aus dem Staub macht).

aus dem Staub hat er sich ja nicht gemacht - der Schaden wurde gemeldet mit Bitte um Ausbesserung und Zusendung einer Rechnung (@Holk1ng - ist doch so, oder nicht?) - der Verzug der Rechnungslegung liegt bei der Hausverwaltung - somit kein Fehlverhalten vom Schädiger
vielleicht hätte man noch mal nachfragen können, wie der Stand der Dinge ist - das wars dann aber auch

bleibt die Rechnung als solches, die unverhältnismäßig ist

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