Rechnung der Versicherung untergegangen/verschusselt - direkt Schreiben vom Inkassounternehmen [Diverses 2017]

25
eingestellt am 6. Nov 2017Bearbeitet von:"SirBothm"
Sachverhalt:
Mein Vater hat, während er im Urlaub war, eine Rechnung von der KFZ-Versicherung bekommen (Verti).
Die Höhe der Rechnung betrug 18 Euro, zahlbar bis zum 08.08.17 (Auto wurde abgemeldet, das war noch der Restbetrag).
Unter den ganzen Briefen die sich, während er im Urlaub war, gesammelt haben, hat er diese Rechnung verlegt und dann - selbstverständlich aus Versehen - nicht bezahlt.

Nun kam letzte Woche ohne Mahnung ein Brief vom Inkassounternehmen - er soll 112,18 Euro zahlen.
Mein Vater wusste eigentlich kaum worum es ging und hat das ganze Haus durchsucht und die Rechnung in Höhe von 18,49 Euro gefunden.

Er war ziemlich verwundert über das Schreiben vom Inkassounternehmen, da er ja 3 weitere Auto bei der Versicherung Verti versichert hat und diese währenddessen ganz normal per Überweisung weiter gezahlt hat.
Hier kann man ihm ja nicht mal Vorsatz vorwerfen, da er für die anderen Autos jedes Quartal brav fast 600 Euro zahlt.

Ich weiß, dass das BGB sagt, dass der Gläubiger verhindern muss, dass die Kosten bei Verzug unverhältnismäßig hoch werden. Dieser Fall ist beim Fall von 18€ auf 112,18€ wohl gegeben (etwa 510% Anstieg der Kosten).

1. Weder ich, noch mein Vater haben Erfahrungen mit Inkassoschreiben bzw. Inkassounternehmen. Im Internet habe ich von nicht zahlen bis brav zahlen alles gelesen, daher meine Frage: Hat jemand von euch Erfahrung mit solchen Unternehmen?

2. Ja, kann durchaus als Lehrgeld verbucht werden, wenn man sich dagegen nicht wehren kann ;-)
Zusätzliche Info
Diverses
Beste Kommentare
Die offene Forderung sofort an die Versicherung überweisen. Die Inkasso-Gebühren dürften zu hoch sein, also rund 100 € kann eigentlich nicht passen?

Du findest online Inkassogebühren-Rechner. Da steht auch meist etwas zur Geschäftsgebühr. Außerdem dürfen zu einer Sache nicht Inkasso- und Anwaltsgebühren berechnet werden. Entweder, oder. Nicht beides.

Inkasso ohne Mahnung ist möglich. Siehe auch im Thema: Inkasso und Thalia.
Bearbeitet von: "chris99" 6. Nov 2017
Kam die Rechnung per Einschreiben? Ansonsten behaupten sie nie erhalten zu haben. Sollen die doch das Gegenteil beweisen. Direkt Inkasso zu beauftragen ist natürlich ein unverhältnismäßiges Vorgehen, gerade wenn weitere Versicherungen laufen. Ich würde nach der Aktion wohl auch dazu tendieren alles zu kündigen.
25 Kommentare
Kam schon eine Mahnung im Zeitraum an?
Anrufen , Sachverhalt Schildern und die Sache sollte nach Bezahlen der 18€ erledigt sein.Ansonsten würde ich es darauf ankommen lassen ob die rechtliche Schritte einleiten
Verfasser
appleandy36. Nov 2017

Kam schon eine Mahnung im Zeitraum an?


Nein, es gab keine Mahnung von Verti. Ich glaube die umgehen anscheinend die Mahnung, indem sie ein bestimmtes Zahlungsziel (08.08.17) in der Rechnung angeben.
Bearbeitet von: "SirBothm" 6. Nov 2017
Die offene Forderung sofort an die Versicherung überweisen. Die Inkasso-Gebühren dürften zu hoch sein, also rund 100 € kann eigentlich nicht passen?

Du findest online Inkassogebühren-Rechner. Da steht auch meist etwas zur Geschäftsgebühr. Außerdem dürfen zu einer Sache nicht Inkasso- und Anwaltsgebühren berechnet werden. Entweder, oder. Nicht beides.

Inkasso ohne Mahnung ist möglich. Siehe auch im Thema: Inkasso und Thalia.
Bearbeitet von: "chris99" 6. Nov 2017
Gebannt
Verti hat ferti!
Unzulässiges Vorgehen! Abmahnen!
Einfach androhen, alle Autos woanders zu versichern, wenn die nicht einlenken oder grünes Licht geben (Brüller!) dann auch wirklich machen und wechseln. Die können den Inkasso Doggy ganz schnell zurück pfeifen und gut.
Bearbeitet von: "UnbekannterNr1" 6. Nov 2017
Verfasser
chris996. Nov 2017

Die offene Forderung sofort an die Versicherung überweisen. Die …Die offene Forderung sofort an die Versicherung überweisen. Die Inkasso-Gebühren dürften zu hoch sein, also rund 100 € kann eigentlich nicht passen?Du findest online Inkassogebühren-Rechner. Da steht auch meist etwas zur Geschäftsgebühr. Außerdem dürfen zu einer Sache nicht Inkasso- und Anwaltsgebühren berechnet werden. Entweder, oder. Nicht beides.Inkasso ohne Mahnung ist möglich. Siehe auch im Thema: Inkasso und Thalia.



Habe die Rechnung hier, sorry sind 112,18€ insgesamt, die das Inkassounternehmen möchte.
Setzt sich zusammen aus

in €
18,49 Hauptforderung
0,15 Zinsen
10,00 Mahnkosten
0,00 Auskunftskosten
58,50 Geschäftsgebühr
11,70 Post- und Telekommunikationspauschale
13,34 Mehrwertsteuer
=112,18 €
Vor einigen Jahren hatte ich auch Ärger mit einem Inkassounternehmen sowie nachfolgenden Anwalt.

Grund war ein Strafzettel auf dem Gelände der Deutschen Bahn. Parkplatzbetreiber war Contipark die das ganze Spiel mit 30,00€ begonnen haben. Am Ende war ich bei 209,60 € und Contipark wollte, nachdem ich die Inkasso- und Rechtsanwaltgebühren nicht zahlte, vor Gericht klagen.

Irgendwann wurde es mir zu blöd und ein befreundeter Anwalt setzte 2 Schreiben auf. Ich warte noch heute auf die Klageerhebung.

Doch vermutlich ist dein Fall anders gelagert und für ein Minimum an Rechtsicherheit einfach bei einem Anwalt fragen.
SirBothm6. Nov 2017

Habe die Rechnung hier, sorry sind 112,18€ insgesamt, die das I …Habe die Rechnung hier, sorry sind 112,18€ insgesamt, die das Inkassounternehmen möchte.Setzt sich zusammen ausin €18,49 Hauptforderung0,15 Zinsen10,00 Mahnkosten0,00 Auskunftskosten58,50 Geschäftsgebühr11,70 Post- und Telekommunikationspauschale13,34 Mehrwertsteuer=112,18 €


Mein Urteil: Gebühren die ein Inkassoinstitut
maximal in Rechnung stellen darf:

58,50 €
(Auslagenpauschale max. ***: 11,70 €)
zzgl. 19%: 13,34 €

Gesamtbetrag : 83,54 €
Avatar
GelöschterUser249931
Wenn eine Frist gesetzt wird und du diese nicht einhälst bist du automatisch in Verzug. Der Gläubiger muss dir keine Mahnung schicken.
GelöschterUser2499316. Nov 2017

Wenn eine Frist gesetzt wird und du diese nicht einhälst bist du …Wenn eine Frist gesetzt wird und du diese nicht einhälst bist du automatisch in Verzug. Der Gläubiger muss dir keine Mahnung schicken.


Darf aber 10€ für die Mahnung berechnen? Halte ich für anfechtbar.
Avatar
GelöschterUser249931
UnbekannterNr16. Nov 2017

Darf aber 10€ für die Mahnung berechnen? Halte ich für anfechtbar.



Das habe ich nicht geschrieben. Finde allerdings auch die Forderung ist überzogen.
Kam die Rechnung per Einschreiben? Ansonsten behaupten sie nie erhalten zu haben. Sollen die doch das Gegenteil beweisen. Direkt Inkasso zu beauftragen ist natürlich ein unverhältnismäßiges Vorgehen, gerade wenn weitere Versicherungen laufen. Ich würde nach der Aktion wohl auch dazu tendieren alles zu kündigen.
SirBothm6. Nov 2017

Nein, es gab keine Mahnung von Verti. Ich glaube die umgehen anscheinend …Nein, es gab keine Mahnung von Verti. Ich glaube die umgehen anscheinend die Mahnung, indem sie ein bestimmtes Zahlungsziel (08.08.17) in der Rechnung angeben.

Klären solltest du unbedingt, ob überhaupt Verzug vorlag. Eine einseitige Bestimmung eines Zahlungsziels führt idR nicht zum Entfallen des Mahnerfordernisses zur Verzugsbegründung. Anders wäre es bspw, wenn sich aus den AVB eine Vereinbarung der Zahlung innerhalb von xy Tagen nach Beginn eines neuen Versicherungszeitraums ergibt.
GelöschterUser2499316. Nov 2017

Wenn eine Frist gesetzt wird und du diese nicht einhälst bist du …Wenn eine Frist gesetzt wird und du diese nicht einhälst bist du automatisch in Verzug. Der Gläubiger muss dir keine Mahnung schicken.

Die Mahnung ist nur entbehrlich, wenn die Zahlungsfrist auch rechtsgeschäftlich vereinbart war. Das kann sich auch aus AGB ergeben, dann aber Inhaltskontrolle 305ff.. Bei einseitiger Zahlungszielbestimmung liegt idR kein Fall der entbehrlichen Mahnung vor.
Hilft jetzt nicht weiter, aber zwischen dem 08.08. (bzw. schon sicherlich 14 Tage vorher) und letzter Woche ist viel Zeit vergangen. Ist hier vielleicht etwas verschwiegen worden? Eine Zahlungserinnerung? Kann mir kaum vorstellen, dass die Versicherung solche Maßnahmen ergreift ohne drei Monate etwas gesagt zu haben
Bearbeitet von: "Backautomat" 6. Nov 2017
Verfasser
Backautomat6. Nov 2017

Hilft jetzt nicht weiter, aber zwischen dem 08.08. (bzw. schon sicherlich …Hilft jetzt nicht weiter, aber zwischen dem 08.08. (bzw. schon sicherlich 14 Tage vorher) und letzter Woche ist viel Zeit vergangen. Ist hier vielleicht etwas verschwiegen worden? Eine Zahlungserinnerung? Kann mir kaum vorstellen, dass die Versicherung solche Maßnahmen ergreift


Kein weiterer Brief diesbezüglich.
Weitere Briefe/Rechnungen von der Versicherung für die anderen 3 Autos: Ja. Die wurden auch bezahlt.
Warum sollte mein Vater alle Rechnungen in Höhe von über 600 Euro im Quartal zahlen, aber für 18 Euro rechtliche Konsequenzen riskieren?
Mein Vater war sein ganzes Leben ein Papierfuzzi im Büro, dem passiert 1x vielleicht ein Fehler, aber 2x oder 3x Fehler beim selben Unternehmen - das ist fast ausgeschlossen. Er hat auch alle KFZ Papiere in einem Ordner, nach der 18 Euro Rechnung kamen die Rechnungen für die anderen Autos, alles fein säuberlich sortiert.
SirBothm6. Nov 2017

Kein weiterer Brief diesbezüglich. Weitere Briefe/Rechnungen von der …Kein weiterer Brief diesbezüglich. Weitere Briefe/Rechnungen von der Versicherung für die anderen 3 Autos: Ja. Die wurden auch bezahlt. Warum sollte mein Vater alle Rechnungen in Höhe von über 600 Euro im Quartal zahlen, aber für 18 Euro rechtliche Konsequenzen riskieren?Mein Vater war sein ganzes Leben ein Papierfuzzi im Büro, dem passiert 1x vielleicht ein Fehler, aber 2x oder 3x Fehler beim selben Unternehmen - das ist fast ausgeschlossen. Er hat auch alle KFZ Papiere in einem Ordner, nach der 18 Euro Rechnung kamen die Rechnungen für die anderen Autos, alles fein säuberlich sortiert.


1. 18€ zahlen. (Aber erwähnen, dass gemäß der Inkassoforderung diese beglichen werden, da Rechnung nicht erhalten)
2. HUK checken: mydealz.de/dea…070
3. Mit Versicherung verhandeln, auch in Bezug auf 2.
Verti schickt doch eigentlich alles per Email?
Verfasser
kalle0067. Nov 2017

Verti schickt doch eigentlich alles per Email?


Hab in meinem Emails geschaut und keine Mahnung gefunden. Die Rechnung über die 18 Euro kam aber auch postalisch.
SirBothm7. Nov 2017

Hab in meinem Emails geschaut und keine Mahnung gefunden. Die Rechnung …Hab in meinem Emails geschaut und keine Mahnung gefunden. Die Rechnung über die 18 Euro kam aber auch postalisch.

Ich meinte auch die Rechnung. Mahnungen per Email sind eh rechtswirksam. Verti war doch mal Directline, die haben doch alles nur per Mail verschickt. Dachte ich zumindest.
Bitte nicht zitieren.

Wie ich die Sache lösen würde:

Zunächst die Hauptforderung inkl. Zinsen an die Versicherung überweisen. Meldet die Versicherung jetzt an das Inkasso, die Forderung wurde beglichen, dann wird zwar das Inkasso weiterhin Briefe verschicken, aber viel mehr wahrscheinlich auch nicht.

Wenn ich die Kommunikation zum Inkasso suchen (wollen) würde, dann würde ich mir zunächst erklären lassen, woher die 10,00 € Mahngebühren kommen. Vor Gericht würden maximal 2,50 € pro Mahnschreiben anerkannt werden (lt. Google). [Würde ich auch die Hauptforderung an das Inkasso bezahlen wollen, dann würde ich nach der Inkasso-Vollmacht fragen. Will ich aber sowieso nicht.]

Das Inkasso berechnet mit 58,50 € die 1,3-fache Geschäftsgebühr. Mit hoher Wahrscheinlichkeit liefen aber bisher sämtliche Prozesse vollständig automatisiert ab. Die 0,65-fache Gebühr (*) würde ich aus eigenem Ermessen einsehen. Das bedeutet 29,25 € zzgl. MwSt. und allenfalls den 20 % Auslagen. Wobei sicherlich auch niemand telefonieren musste. Ich würde daher aus weihnachtlicher Nächstenliebe weitere 2,50 € für das eine Schreiben aufrechnen (= 37,30 €).

Weil ich aus meinem laienhaften Verständnis von Google weiß, dass Inkasso-Gebühren vor Gericht oftmals auf ein Minimum reduziert werden – und zwar so, dass Inkasso-Unternehmen gar kein Interesse an einer Verhandlung haben, würde ich auch in Erwägung ziehen, dem Inkasso nichts zu bezahlen. Briefe werden sie mir sowieso noch weitere zusenden. Vielleicht auch von einem Anwalt. Das würde an der Sache nichts ändern: Die Schreiben aufbewahren und reagieren wenn ein Mahnbescheid kommt. Aber welches Inkasso würde schon versuchen ausschließlich Inkasso-Gebühren einzuklagen, wenn vor Gericht keine 60 €, vielleicht nicht mal 30 € zu holen sind?

Nach dem etwa zehnten Schreiben werden sie die Sache vorerst aufgeben und sich erst Ende 2020 wieder melden. Kurz bevor die Sache am 31. Dezember verjährt.


Schufa nicht vergessen zu prüfen, ggf. kann ein Schufa-Eintrag wieder gelöscht werden.
Bearbeitet von: "chris99" 7. Nov 2017
Verfasser
Danke an @chris99
Einige der Sachen von dir habe ich gestern Abend schon recherchiert, ein paar andere Infos sind mir neu.
Geschaftsgebühr von 1,3 fand ich auch sehr happig, gerade bei dem niedrigen Betrat. 10€ Mahngebühr kann zulässig sein, wenn die eine Pauschale erheben, aber das mit dem 2,5€ habe ich auch gelesen. Bisschen verwirrend, dazu habe ich nichts handfestes.
Werde mal mit meinem Pa reden. Mal schauen was der sagt. Bei Schufa und Inkasso ist er sehr empfindlich und will eigentlich so wenig Probleme wie möglich.
Insgesamt würde ich jedem abraten, irgendwo eine Versicherung abzuschließen, die mit dem Inkassounternehmen SIRIUS Zusammenarbeit. Generali, Verti arbeiten mit denen. Wenn ihr mal im Netz recherchiert, gibt es echt teilweise schlimme Geschichten bezüglich SIRIUS. Klar, wenn man im Leben keine Fehler macht, wie z.B. Rechnung verlegen, kann einen kaum etwas passieren (wobei auch diesbezüglich über SIRIUS viel Schlimmes im Netz steht), aber welcher Mensch macht nicht auch mal einen Fehler? Dann direkt ein Inkassounternehmen rufen, ohne Mahnung, das ist nicht wirklich seriös.
Verti kann auch nichts zum Fall sagen, da sie Akte beim Inkassounternehmen ist. Da fragt man sich auch, habe die keine Kopie der Akte? Also alles sehr sehr kurios. Finger weg kann ich nach unserer Erfahrung nur sagen.
Es wäre mit Hörnlein & Feyler oder Haas & Kollegen vermutlich auch nicht besser.

: )
Nicht vergessen im Anschluss die Versicherung zu kündigen, sowas geht gar nicht.
Dein Kommentar
Avatar
@
    Text

    Top Diskussionen

    Top-Händler