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    Rechtliche Aspekte bei geliefertem Preisfehler

    Hi,

    natürlich erwarte ich hier keine fundierte Rechtsauskunft, aber es interessiert mich ob ihr in so einem Fall schon mal Erfahrungen gemacht habt.

    Folgender Sachverhalt:

    Kunde X kauft bei gewerblichem Verkäufer Y einen Artikel (offentsichtlicher Preisfehler). X ging in Vorkasse und Y bemerkte daraufhin den Preisfehler. Y schrieb X an mit der Bitte die restliche Summe zu überweisen, oder vom Rücktrittsrecht Gebrauch zu machen.

    Kunde X schrieb Verkäufer Y eine Aufforderung, dass Geld zurückzuzahlen. Verkäufer Y schreibt daraufhin eine Email, dass der Artikel leider schon versandt wurde und das Geld erst bei Rücksendung erstattet werden kann. Ein entgegenkommen für den entstandenen Schaden gibt es von Y nicht.

    Was ist eure Meinung? Als Belohnung für einen hilfreichen Tipp gibt es einen 7,50 € Gutschein ohne MBW für die Zur Rose Versandapotheke.Danke

    27 Kommentare

    Was denn für ein entstandener Schaden?
    Einfach das Paket nicht annehmen; es geht zurück und du bekommst dein Geld...

    um welchen bezahlten Betrag geht es?

    Der Betrag über welchen hier geredet wird, würde mich auch interessieren.

    Sehe hier auch keinen Schaden für den Käufer. Wenn ich es richtig sehe, hat der Verkäufer Y sogar versandt, ohne auf die Nachzahlung von X zu warten. Somit ist das Produkt zum falschen Preis ausgeliefert worden?!

    meiner ansicht nach, hätte Y nicht verschicken dürfen und das bereits gezahlte geld an Y zurück erstatten sollen.

    mit dem versand hat er doch den Kauf abgeschlossen. Der Verkäufer ist selber schuld wenn er dir etwas sendet

    Verfasser

    ok, X hat in der Email die Bestellung storniert mit Bitte um schnellstmögliche Rückzahlung, weil er sein Geld wieder haben wollte. Der Preisfehler wurde ja augenscheinlich erkannt. Welchen Wert hat dann noch die Versendung des Artikels. Summe der Bestellung ist <100€

    In der Aufforderung des Verkäufers, den Restbetrag zu zahlen, oder das Rücktrittsrecht in Anspruch zu nehmen, könnte eine Anfechtungserklärung liegen. Eine Anfechtung eines Preisfehlers ist auch bei 'nem gelieferten Preisfehler noch möglich - sie muss lediglich unverzüglich nach Bemerken des Fehlers erfolgen. Hier ist der Fall scheinbar so gelagert, dass der Versand bereits vor dem Bemerken des Fehlers passiert ist und so der Versand auch nicht mehr aufgehalten werden konnte.
    X muss daher die Ware auf Kosten von Y zurücksenden - dass es das Geld erst nach Rücksendung zurückgibt, ist wohl einwandfrei.
    Schadensersatz gibt es im Falle einer Anfechtung nur für negatives Interesse - dh der Käufer muss so stehen, wie er stünde, hätte er nie was von dem Geschäft gehört. Das dürfte hier aber ausgeschlossen sein, weil der Preisfehler offensichtlich war.
    Keine Gewähr.

    nxt

    Summe der Bestellung ist


    Also bitte... Was erhofft sich Besteller X jetz?
    Eine Zahlung von 0,21€, weil er das bei der genannten Summe in der Zeit an Zinsen erhalten hätte?

    Was steht in den AGBs? Kommt der Kaufvertrag mit Versand der Ware zustande?

    Ezekiel

    Was steht in den AGBs? Kommt der Kaufvertrag mit Versand der Ware zustande?


    Egal was in den AGB steht - spätestens mit Versand der Ware kommt der Kaufvertrag zustande, das ändert aber nichts an der Anfechtbarkeit des Vertrages.

    M.m.n. hast du kein recht auf schadenersatz...
    monsterdealz.de/rat…837


    ...Der Händler hat dennoch das Recht, den Kaufvertrag selbst nach der Lieferung anzufechten. Eine gern genommene Begrüdung hierfür ist eine fehlerhafte Datenübermittlung.

    Laut §119 Abs. 1 BGB sowie §121 Abs. 1 BGB kann das Angebot angefochten werden, sofern dies unverzüglich vom Händler erledigt wird. Dennoch kommt diese Maßnahme eher selten in der Praxis vor.

    Dennoch gilt hierbei natürlich der Drang eines jeden Schnäppchenjägers, der die günstigsten Angebote wahrnehmen möchte. Einen Versuch sind Preisfehler demnach immer wert, auch wenn man in einigen Fällen von einem regelrechten Glückstreffer sprechen kann, wenn der Anbieter die Ware tatsächlich ausliefert. Das Recht auf Schadenersatz hat der Käufer zudem ausdrücklich nicht. Eine pauschale Entschädigung könnt Ihr demnach ebenso nicht verlangen.

    Artnik

    M.m.n. hast du kein recht auf schadenersatz...http://www.monsterdealz.de/ratgeber/preisfehler-die-rechtliche-lage-im-ueberblick/180837...Der Händler hat dennoch das Recht, den Kaufvertrag selbst nach der Lieferung anzufechten. Eine gern genommene Begrüdung hierfür ist eine fehlerhafte Datenübermittlung.Laut §119 Abs. 1 BGB sowie §121 Abs. 1 BGB kann das Angebot angefochten werden, sofern dies unverzüglich vom Händler erledigt wird. Dennoch kommt diese Maßnahme eher selten in der Praxis vor.Dennoch gilt hierbei natürlich der Drang eines jeden Schnäppchenjägers, der die günstigsten Angebote wahrnehmen möchte. Einen Versuch sind Preisfehler demnach immer wert, auch wenn man in einigen Fällen von einem regelrechten Glückstreffer sprechen kann, wenn der Anbieter die Ware tatsächlich ausliefert. Das Recht auf Schadenersatz hat der Käufer zudem ausdrücklich nicht. Eine pauschale Entschädigung könnt Ihr demnach ebenso nicht verlangen.



    Nur die §§ 119 I, 121 I BGB zu zitieren bringt nichts. Wenn du schon Paragraphen zitierst, dann bitte richtig. Der § 142 I muss immer mitzitiert werden. Zudem macht sich der Anfechtende gem § 122 I theoretisch schadensersatzpflichtig. Hier kommt aber der § 122 II in Betracht, wenn der Preisfehler offensichtlich war, wovon ich mal stark ausgehe.

    Ergo: Paketannahme verweigern & Geld unter Fristsetzung vom Händler zurückverlangen.

    KA habe nur von monsterdealz zitiert.;)




    Artnik

    M.m.n. hast du kein recht auf schadenersatz...http://www.monsterdealz.de/ratgeber/preisfehler-die-rechtliche-lage-im-ueberblick/180837...Der Händler hat dennoch das Recht, den Kaufvertrag selbst nach der Lieferung anzufechten. Eine gern genommene Begrüdung hierfür ist eine fehlerhafte Datenübermittlung.Laut §119 Abs. 1 BGB sowie §121 Abs. 1 BGB kann das Angebot angefochten werden, sofern dies unverzüglich vom Händler erledigt wird. Dennoch kommt diese Maßnahme eher selten in der Praxis vor.Dennoch gilt hierbei natürlich der Drang eines jeden Schnäppchenjägers, der die günstigsten Angebote wahrnehmen möchte. Einen Versuch sind Preisfehler demnach immer wert, auch wenn man in einigen Fällen von einem regelrechten Glückstreffer sprechen kann, wenn der Anbieter die Ware tatsächlich ausliefert. Das Recht auf Schadenersatz hat der Käufer zudem ausdrücklich nicht. Eine pauschale Entschädigung könnt Ihr demnach ebenso nicht verlangen.

    Verfasser

    ok, danke für die rege Beteiligung. Und die Stornierung seitens des Kunden hat im Endeffekt nur eine Randgewichtung? Also wird X das Paket ablehnen und bei Abgabe beim Nachbarn den Ärger haben

    nxt

    ok, danke für die rege Beteiligung. Und die Stornierung seitens des Kunden hat im Endeffekt nur eine Randgewichtung? Also wird X das Paket ablehnen und bei Abgabe beim Nachbarn den Ärger haben



    X kann nichts stornieren, wenn Y bereits angefochten hat. Eine Anfechtung hat eine ex tunc Wirkung, das Geschäft wird also von Anfang an als nichtig angesehen, als hätte es nie bestanden.
    Mit der Annahmeverweigerung habe ich das anders gemeint. Wenn der DHL-Bote klingt, sagst du einfach, dass du die Annahme verweigerst. Dann darf er das Paket nicht beim Nachbarn abgeben.

    Wieso hast du denn storniert?

    Entweder aussitzen und auf Entstehen des Kaufvertrages durch Versand pochen (ist ja bereits geschehen) und behalten oder aber Annahme verweigern bzw. zurücksenden und Rückzahlung erhalten.

    Wenn du den Artikel haben willst behalte ihn und gut ist, Vollpfosten müssen auch ihr Lehrgeld bezahlen. Wenn du ihn nicht willst lehne das Paket einfach ab.

    Verfasser

    Versende den Gutschein heute Abend, falls noch jemand Anregungen hat, immer her damit.;)

    puzzle123

    Wieso hast du denn storniert?Entweder aussitzen und auf Entstehen des Kaufvertrages durch Versand pochen (ist ja bereits geschehen) und behalten oder aber Annahme verweigern bzw. zurücksenden und Rückzahlung erhalten.



    Darauf kann man lange pochen - nach §142 BGB ist mit der Anfechtung, die hier durch die Aufforderung zum Rücktritt/Zahlung des Differenzbetrages erfolgt ist, der Kaufvertrag ex tunc nichtig, es wird also so behandelt, als hätte der Kaufvertrag nie bestanden. Da kann man sich dann noch so sehr auf den Kopf stellen...

    puzzle123

    Wieso hast du denn storniert?Entweder aussitzen und auf Entstehen des Kaufvertrages durch Versand pochen (ist ja bereits geschehen) und behalten oder aber Annahme verweigern bzw. zurücksenden und Rückzahlung erhalten.


    Lieferung ist erfolgt, Ende aus.
    Wegen paar € macht sich der HÄndler eh keinen Stress..

    puzzle123

    Wieso hast du denn storniert?Entweder aussitzen und auf Entstehen des Kaufvertrages durch Versand pochen (ist ja bereits geschehen) und behalten oder aber Annahme verweigern bzw. zurücksenden und Rückzahlung erhalten.


    Die von tehq dargelegte rechtliche Situation ist nun mal Fakt, da helfen auch keine Totschlagargumente.

    puzzle123

    Wieso hast du denn storniert?Entweder aussitzen und auf Entstehen des Kaufvertrages durch Versand pochen (ist ja bereits geschehen) und behalten oder aber Annahme verweigern bzw. zurücksenden und Rückzahlung erhalten.


    leider nicht, keine wirksame Anfechtung erfolgt.
    Diese ist durch den Händler auch als solche zu benennen...

    puzzle123

    Wieso hast du denn storniert?Entweder aussitzen und auf Entstehen des Kaufvertrages durch Versand pochen (ist ja bereits geschehen) und behalten oder aber Annahme verweigern bzw. zurücksenden und Rückzahlung erhalten.


    Bei wem hast du denn gelernt? Es ist eben nicht erforderlich, im Wortlaut "Anfechtung" zu sagen. Es muss lediglich hervorgehen, dass der andere sich nicht mehr an das Geschäft binden möchte. Du redest dich um Kopf und Kragen, mein Lieber.

    Verfasser

    Gutschein ging raus an tehq

    Vielleicht kannst du es ja auch mit dem Händler freundlich klären. Wenn du da ganze annimmst, entstehen dem Händler ja auch Kosten durch Porto und Arbeitszeit. Sofern der Presifehler nicht allzu krass war (eine Null vergessen), kann man sich ja möglicherweise einigen.

    dealfreak1

    Die von tehq dargelegte rechtliche Situation ist nun mal Fakt, da helfen auch keine Totschlagargumente.



    "Fakt" ist in diesem Zusammenhang schön. Ohne sämtliche Details zu kennen, ist das Ganze doch nur Kaffeesatzseleserei. Natürlich spricht etwas dafür, dass hier ein Anfechtungsrecht bestand und dies auch wirksam ausgeübt wurde. Aber tatsächlich haben wir keine Ahnung, wie es zu dem fehlerhaften Preis kam, wann er bemerkt wurde, wann die Anfechtung (wenn es denn eine solche war) erklärt wurde.

    Es giibt einfach keine "pauschale" Marschroute, sondern es kommt auf den EInzelfall an - und dafür wissen wir zu wenig.
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