Samstags Artikel: Autogas - eine wirkliche Alternative zu Diesel oder Benzin?

Redaktion

Da wir euch ja immer wieder mal was neues zeigen wollen, berichte ich diesmal über Gasanlagen für PKWs. Der Grund dafür ist, dass ich jetzt seit 2 Monaten mit einer Gasanlage fahre und mich gefragt habe, wieso ich sowas nicht schon viel früher genutzt habe Okay – damit könnte man mir wohl Subjektivität vorwerfen, jedoch gibt es auch unzählige Gründe, wieso man auch davon abraten kann. Wie immer starten wir mit einer Art Inhaltsverzeichnis:



Die Kosten
Welche Gasanlage
Vorteile einer Gasanlage
Nachteile einer Gasanlage
Myten rund um Gasanlagen
Warum Gas und nicht Diesel
Erfahrungsbericht Dodge Grand Caravan

1. Die Kosten


Zu allererst muss man sich überlegen, ab wann sich eine Gasanlage lohnt. Das heißt, man muss berechnen, ab welcher Laufleistung pro Jahr eine Gasanlage mit Anschaffungs- und Wartungskosten günstiger ist, als der ursprüngliche Betrieb mit Benzin oder Diesel.


Dafür gibt es Seiten, wie z.B. den Amortisationsrechner. Ihr gebt dort eure Laufleistung pro Jahr ein, den Kaufpreis der Anlage und bekommt dann angezeigt, welcher Treibstoff günstiger ist. Ich habe mal im Büro rumgefragt und euch 3 Beispiele zusammengestellt:





Typ
Sportwagen

“Opel GT”
Kleinwagen

“VW Polo”
Familienvan

“Dodge Caravan”


Jahreskilometer
8000 km
 10000 km
20000 km


Steuern+Versicherung im Jahr
1350€
 464€
1600€


Verbrauch Ø auf 100km
12 Liter
8 Liter
16 Liter


Ab wann amortisiert sich eine Gasanlage?
110.092 km
 nie
28.369 km


Wieviel € spare ich im Jahr?
532€
 – 1643,75€
1365€


Lohnt sich eine Gasanlage?
Nein!
 Nein!
Ja!



Der Hauptvorteil der Gasanlage sind sicher die geringen Treibstoffkosten, die der einmaligen Anschaffung gegenüberstehen. Die obigen Werte habe ich mal hochgerechnet. Wenn die Versicherung also 1320€ kostet habe ich auf 1350€ aufgerundet.


Als derzeitigen Benzinpreis habe ich 1,50€ und Autogas mit 0,60€ herangezogen. Das schwankt ja immer etwas, aber auch hier habe ich aufgerundet. Preis für die Gasanlage: 3000€ – das beinhaltet alles was eventuell mit Eintragung, anfänglichen Problemen usw abzudecken ist. Wartungskosten für die Autogasanlage: 150€ pro Jahr; Startbenzin: 0,1L. Die durchschnittliche Streckenlänge ist recht wichtig, da ihr zum Start immer auf Benzin fahrt, bis die Betriebstemperatur der Gasanlage erreicht ist und auf Gas umgeschaltet wird. Fahrt ihr also immer nur 1km, verbraucht ihr demnach mehr Startbenzin, als jemand der immer 30km am Stück fährt.


So viel zu den Kosten. Es soll nur als Beispiel dienen. Natürlich kommen noch andere Aspekte dazu, auf die ich gleich eingehen möchte.


2. Welche Gasanlage


Welche Gasanlage man verbaut ist eher eine Art Glaubensfrage, dann kommt noch hinzu was euch die Werkstatt empfiehlt, mit welchem Anbieter sie einen Vertrag hat und was ihr für ein PKW fahrt, bzw wie groß der Motor ist.


Ihr müsst euch also selbst informieren, da ihr mit zig Umrüstern reden könnt, jeder seine eigene Meinung hat und ihr im Endeffekt das machen müsst, was der Umrüster machen will – es sei denn ihr informiert euch vorher. Im Endeffekt ist die Anlage nur so gut, wie der, der sie eingebaut hat. Achtet darauf, dass er sie auch gleich eintragen lässt, der doch sehr anstrengende Weg zum TÜV mit Tankgutachten, Einbaubestätigung der Werkstatt entfällt dann nämlich. Generell gehe ich mal davon aus, dass wir neuere Fahrzeuge besitzen, mit Kat, ohne Vergaser. Dann kommt für euch eine sequenzielle Anlage in Frage – diese spritzt das Gas in der Flüssigphase über Injektoren in den Ansaugtrakt der Zylinder und wird per Steuergerät mit Hilfe der Lambdasonde geregelt. Das ist Stand der Technik von heute und der Vorteil dieser Anlagen ist der geringere Mehrverbrauch im Gasbetrieb – rund 10%, statt 20% und mehr von “früher”. Auch ist fast kein Leistungsverlust zu merken – das war früher ebenfalls noch anders.


Generell gilt: sucht euch einen Umrüster in eurer Nähe. Ihr müsst auf jeden Fall nochmal da hin. Es lohnt sich also nicht 500km für den Einbau zu fahren und dann diese Strecke jedes Mal in Kauf zu nehmen, wenn etwas nicht funktioniert – und das dann womöglich noch im Benzinbetrieb . Verschafft euch einen Überblick, fahrt zum nächstgelegenen Umrüster und redet mit ihm. Je nach hinterlassenem Eindruck soll er euch dann eine Anlage empfehlen. Für diese übernimmt er ja auch die Garantie.


Namen von Gasanlagenherstellern die ihr schonmal gehört haben solltet:


  • Prins
  • KME
  • BRC
  • Vialle – die Anlage LPI ist komplett wartungsfrei – man muss also nicht jährlich nochmal extra Geld ausgeben

Unter dem Aspekt der Einfachheit würde ich natürlich eine wartungsfreie Anlage empfehlen. Sonst kommen ein- bis zweijährige Kosten (oder alle 20.000km, je nachdem was früher eintritt) von rund 50-150€ zusätzlich auf euch zu. Die Anlage wird dann wie bei der Inspektion gewartet, kontrolliert und dafür gesorgt, dass sie auch weiterhin einwandfrei funktioniert.


3. Vorteile einer Gasanlage


Neben der offensichtlichen Ersparnis pro Kilometer stößt das Auto auch weniger Abgase aus. Das liegt an der besseren Verbrennung von Gas. Der CO2 Ausstoß verringert sich in der Regel um rund 20%. Das hat zwar keine steuerlichen Vorteile – weil ihr ja auch auf Benzin fahren könntet, aber es ist neben der Ersparnis für den Geldbeutel ein netter Gedanke im Hinterkopf.


Bis zum Ende des Jahres 2018 ist die steuerliche Begünstigung an der Zapfsäule garantiert. Das heißt, dass ihr bis 2018 auf jeden Fall damit rechnen könnt, dass der Preis weit unter einem Euro pro Liter bleibt. Die Weichen für eine Verlängerung bis 2025 sind bereits gelegt. Brüssel gibt da eine gute Richtung vor. Aber auch wenn die Vergünstigung wegfällt, kommen nur knapp 20 Cent auf den derzeitigen Preis drauf, was rund 80-90 Cent bedeutet und immer noch deutlich günstiger als die anderen beiden Kraftstoffarten ist. Das heißt an der Tankstelle, dass die Zahl der “abgegebenen Menge Treibstoff” höher ist als die Zahl der Gesamtsumme – das gibt es weder bei Diesel, noch bei Benzin


Was aber wirklich toll ist – eure Reichweite verdoppelt sich. Das heißt, dass ihr zusätzlich zu eurem Benzintank irgendwo einen Gastank eingebaut bekommt. Ist das Gas leer und ihr findet keine Gastankstelle, fahrt ihr einfach mit der üblichen Reichweite eures Benzintanks weiter.


4. Nachteile einer Gasanlage


Autogas hat eine geringere Dichte als Benzin, dafür einen höheren Brennwert. Trotzdem kommt es dadurch zu einem Mehrverbrauch, der zwischen 10-20% liegt. Zeigt der Bordcomputer also 10 Liter Verbrauch an, liegt der tatsächliche Verbrauch von Gas bei rund 11-12 Litern.


Außerdem muss das Gas ja irgendwo aufbewahrt werden und je nach Größe des Tanks geht euch dann natürlich auch Kofferraumvolumen verloren. Meistens wird der Tank aber auch in die Reserveradmulde gebaut, das Ersatzrad entfällt – braucht man aber m.E. in Zeiten von Automobilclubs eh nicht mehr.


Autogas kann man nur bei Benzinern umrüsten, da Autogas ähnliche Eigenschaften besitzt wie Benzin. Eigentlich ist das nur ein Nachteil für Dieselfahrer, die jedoch meist eh nicht auf Autogas umrüsten müssten.


Nachteilig finde ich den Tankprozess beim Autogas. Während man beim Benzin die Pistole in den Stutzen steckt und laufen lässt, dabei Scheiben wischt oder sonst was macht, wird die Zapfpistole beim Autogas auf den Adapter aufgeschraubt und eingerastet. Danach muss man einen Totmannschalter drücken und während des gesamten Prozesses gedrückt halten. Das kann je nach Tankgröße schonmal 10 Minuten dauern. Da fällt einem der Arm ab.


Ein Autogastank wird nur mit 80% seiner möglichen Kapazität befüllt. Das passiert automatisch. Habt ihr einen 45 Liter Tank, könnt ihr meist nur maximal 36 Liter tanken. Habt ihr 2x 45 Liter Tanks, sind es 72 Liter etc. pp. Dabei geht es wieder um die Sicherheit der Anlage, da sich Autogas, je nach Temperatur ausdehnt. Es gibt aber auch Fahrer, die ihre Tanks manipuliert haben und in ihre 120 Liter Tanks 120 Liter tanken und bisher nie ein Problem hatten – was jedoch wohl nicht sehr ratsam ist. Trotzdem sollte man das vor dem Kauf bedenken, wenn ihr gerade schon eure möglichen Reichweiten ausrechnet – 20% bleiben immer leer.


5. Myten rund um Gasanlagen


–> Autogasanlagen sind unsicher. Bei einem Unfall sterben alle aufgrund des Gastanks:


Autogasanlagen unterliegen einer Menge Vorschriften, auch die 2 jährigen bzw. 20.000km Funktionstests tragen dazu bei, dass die hohen Sicherheitsstandards beibehalten werden. Der ADAC hat das im Crashtest aufgezeigt. Es geht keine gesteigerte Gefahr von einem Gastank aus – im Falle eines Brandes wird das Gas kontrolliert über ein Ventil abgelassen, so dass es zu keiner Explosion kommen kann.


–> Es gibt kein so ausgebautes Tankstellennetz, um Autogas tanken zu können, muss ich ewig weit fahren.


Sicher ist das Tankstellennetz für Benzin- und Dieselfahrzeuge stärker ausgebaut, jedoch holen die Tankstellen stark nach und immer mehr bieten mindestens eine oder zwei Zapfsäulen für LPG an. Auf Autobahnen lassen sich die Tankstellen schon immer vorher erkennen – sie sind mit dem Tanksymbol + LPG Schriftzug verbunden.


Google-Ergebnis_fr_httpswww.autogastanke


Insgesamt gibt es fast 7000 LPG Tankstellen, wie diese Übersicht einigermaßen versucht zu verdeutlichen. Allein im 20km Umkreis von Berlin-Mitte gibt es 166 Tankstellen mit LPG:


LPG_Autogas_Tankstellen_2015-07-10_07-54


 


Auch unsere Nachbarländer sind mit Gastankstellen gut ausgerüstet. Lediglich in Österreich waren in unserem Umkreis bei Spielberg nur 3 Tankstellen zu finden, die nächste wäre zu weit entfernt gewesen, dafür ist der Benzinpreis mit 1,25€ aber ziemlich akzeptabel.


–> Durch eine Gasanlage sind schon viele Motorschäden entstanden.


Es ist nicht bewiesen, dass Gasanlagen schädlich für den Motor sind. Was klar ist, dass Gas heißer verbrennt und das natürlich eine höhere Belastung für den Motor darstellt. Was man daher nicht tun sollte ist dauerhaft auf der Autobahn Vollgas zu fahren. Normale Vollgasbeschleunigungen sind kein Problem, es gibt auch unzählige Foren (z.B. Subaru), wo LPG-Fahrer ihr Auto genauso hart am Limit weiterfahren wie bisher und kein Problem haben. Manchmal ist es Pech, manchmal ist der Umrüster schuld und meistens ist es was ganz anderes und es wird trotzdem dem Autogas zugeschrieben.


6. Warum Gas und nicht Diesel


Einige Autos machen als Benziner heutzutage keinen Sinn mehr. Steigende Kraftstoffpreise und zu hoher Verbrauch führen dazu, dass große Karossen, die vor 10 Jahren noch cool waren, auf den Autohöfen stehen und die kleineren spritsparenden Fahrzeuge stattdessen gekauft werden. Gute Beispiele sind die Modelle mit 4,2 Liter V8 Benzinern, sei es ein Audi A8 oder ein VW Phaeton. Mobile ist voll von Benzinern, mit 18 Litern Verbrauch innerorts. Wer kann und möchte sich das heutzutage noch leisten? Jedoch ist auch hier der Dieselmotor keine wirkliche Alternative. Schaut man sich die 4 Liter Diesel Maschine an, zahlt man im Jahr rund 650€ Steuern (283€ beim Benziner) und verbraucht innerorts immerhin noch 14 Liter. Rüstet man hier eine Gasanlage nach, verbraucht der Benziner ca 20 Liter, zahlt aber pro Liter nur noch 50-60 Cent. Rechnet man das auf den Diesel-Preis runter (1,15€), würde man quasi nur 10 Liter Diesel bezahlen, jedoch auch fast 400€ jährlich bei den Steuern sparen.


Gut, das Beispiel ist jetzt nicht wirklich für jeden geeignet. Sicher möchte die Mehrheit nicht mit einem so großen Motor rumfahren, aber es wäre mit Gas zumindest locker bezahlbar. Aber egal wie groß der Verbrauch ist, Gas kostet derzeit nur die Hälfte von Diesel und wird auch bis 2018 genauso viel kosten wie jetzt. Diesel und Benzin steigen jährlich weiter an. Ein Benziner müsste schon mehr als doppelt so viel verbrauchen als ein vergleichbarer Diesel, damit sich Gas nicht mehr lohnt. Jeder, der über 15000km im Jahr fährt, sollte sich mal den Vergleichsrechner zu Gemüte führen. Außerdem sind die jährlichen Steuern beim Diesel deutlich teurer als beim Benziner. Das kann bei fast gleich großem Hubraum schonmal mehr als das Doppelte sein.


7. Erfahrungsbericht Dodge Grand Caravan


Mein Beweggrund für den Artikel mit Thema “Autogas” ist der private Umstieg auf Autogas. Focus hat das gleiche Modell meines Dodge Grand Caravans aus dem Hause Lancia getestet. Wie im Artikel erwähnt werden fast 90% des Fahrzeugs als 2,8L Diesel mit 163PS gekauft. Der exotische Rest kauft den 3,6L Benziner mit 283PS. Als Verbrauch gibt Focus beim Diesel knapp 10 Liter an. Testet man das Auto allerdings selbst liegen im Stadtverkehr wohl eher 13-14 Liter an, da dauerhaft 2,2 Tonnen bewegt werden müssen. Der Benziner verbraucht natürlich deutlich mehr und schlägt mit 15-18 Litern zu buche. Und da wir ja hier über Gasanlagen sprechen könnt ihr euch sicher denken, welchen Motor ich gewählt habe. Die Gasanlage war bereits eingebaut, so fiel die Wahl sehr leicht. Ich habe sonst eigentlich nach großen Dieselmotoren geguckt, die dann auch noch Spaß machen sollten. Leider war die Fahrzeugauswahl dann sehr gering und für meinen Nutzen nicht geeignet. Dann stieß ich auf die “Amis” welche bereits mit Gasanlage ausgestattet vom Zwischenhändler kommen und somit deutlich günstiger zu fahren sind als Dieselvertreter und dabei auch noch viel mehr Spaß machen.


Der Verbrauch liegt nun mit Gasanlage im Schnitt bei rund 18 Litern Gas. Das sind vollgetankt 46€ bei fast 450km Reichweite. In der Stadt. Im Vergleich – ein VW Polo mit 50 Liter Tank schafft damit 555km und bezahlt 75€. Es stehen also knapp 10,2€ pro 100km vom Grand Caravan gegen 13,5€ pro 100km beim VW Polo. Würde ich Benzin tanken, müsste ich rund 108€ für 500km Reichweite zahlen. Das ist fast unbezahlbar.


Der Verbrauch reduziert sich auf der Autobahn bei 130kmh auf 10-12L, was eine Reichweite von 666-800km ermöglicht. Das heißt, ich komme von Berlin nach Köln oder München für unter 45€. Wir sind zur Formel 1 nach Spielberg in Österreich gefahren – 1000km für rund 60€. Ich möchte damit nur verdeutlichen, dass mit Autogas bei entsprechender Laufleistung im Jahr eine deutliche Ersparnis möglich ist. Es fällt mir schwer nicht über Autogas zu schwärmen, in 10000km habe ich bisher nur 3 mal Benzin getankt, davon 2 mal in Österreich aufgrund der fehlenden Gastankstellen.


Ob ihr euch nun für Autogas begeistert oder nicht – es stellt eine super Alternative zu Diesel und Benzin dar. Erdgas kommt aufgrund der hohen Umrüstkosten, der geringen Reichweite und dem schlecht ausgebauten Tankstellennetz nicht in Frage. Der wirtschaftliche Vorteil von LPG ist nicht von der Hand zu weisen, lohnt sich aber erst ab einer gewissen Jahreslaufleistung. Wer sich dafür interessiert, sucht sich einen guten Umrüster und lässt sich unverbindlich beraten.

Beliebteste Kommentare

Verbrauch VW Polo 8 Liter? oO

Hat da jemand vergessen in den zweiten Gang zu schalten?

Als jemand der seit über 5 Jahren ein "nicht gasfestes" Fahrzeug mit LPG fährt begrüße ich diesen gutgemeinten Artikel, aber leider ist er wirklich subjektiv und mit einigen Unstimmigkeiten und Halbwissen gespickt. Dazu ein paar Hinweise:

- Autogas verbrennt *NICHT* heißer als Benzin!! Der Verbrennungsvorgang dauert nur länger, dadurch und dadurch entsteht die höhere Temperatur im Brennraum.
- wieso sich bei einem VW Polo mit eines Jahresfahrleistung von 10.000km die Gasanlage nicht lohnt ist für mich völlig unverständlich, vor allem wenn er angeblich 8 Liter schlucken soll (was recht viel ist!) Die Anlage armotisiert sich da nach etwa 3 Jahren, und ab da macht man deutlich Plus. Selbst bei einem Kleinstwagen mit 6l Verbrauch kann sich LPG lohnen!
- beim Sportwagen lohnt sich die LPG-Anlage selbstverständlich in Anbetracht des hohen Verbrauchs, allerdings können durch eine sportliche Fahrweise schnell Motorschäden ergeben. Fährt man den Sportwagen nicht "standesgemäß" spricht aber wenig gegen die Anlage!
- selbstverständlich ist erwiesen, dass es etliche Motorschäden in auf LPG-Fahrzeugen umgerüsteten gibt, sonst hätten die Produzenten der Anlagen keine schwarzen Listen. Das Problem ist aber wie du richtig schreibst die falsche Verwendung der Fahrzeuge (Dauervollgas) oder eine falsche Einstellung => diese Risiken gibt es ohne die Anlage nunmal nicht!
- diesen nachgeplapperten Blödsinn mit "doppelte Reichweite" kann ich nicht mehr hören => natürlich hat man die doppelte Reichweite wenn man auf Benzin weiterfahren würde, nur macht man das natürlich nicht wenn man sich die LPG-Anlage zum Sparen zugelegt hat! In der Praxis hat man (je nach Größe des Gastanks) also eine deutlich kleinere Reichweite, bei den meisten PKW und Tanks etwa 400km - man muss effektiv also deutlich häufiger tanken.
- der Artikel geht nicht darauf ein, dass im LPG-Betrieb die Zündkerzen deutlich häufiger gewechselt werden müssen bzw. teilweise auch deutlich teurere Zündkerzen "benötigt" werden (ob sie was bringen ist ein Thema für sich)

Was ich gerne ergänzen würde:
- an vielen Tankstellen ist man als LPG-Kunde ein Kunde zweiter Klasse - die LPG-Tanksäule ist beispielsweise nicht überdacht oder schlecht ausgeschildert und schwer zu finden.
- es gibt in der Branche recht viele schwarze Schafe, aber die Wahl des Umrüsters und damit die Qualität des Einbaus ist deutlich wichtiger als die Wahl der Anlage!
- es gibt Anlagen, die schwer zugängliche Filter haben deren Austausch teuer sein kann. Zudem können Teile der Anlage kaputt gehen oder sich (meist bei zu seltenen Filterwechseln) die Einsprtzdüsen zusetzen, was erhebliche Reparaturkosten verursachen kann.
- es wurde nicht auf die (imho schwachsinnigen) "Wundermittelchen" a la Flashlube eingegangen, die zusätzliche Mehrkosten verursache. Dazu gibt es in diversen Foren weitere Informationen.
- die Qualität von LPG ist nur dank der deutschen DIN-Norm in Deutschland gut. Im Ausland hat man häufig eine höheren Butan-Anteil, wodurch man mehr verbraucht, zudem setzen sich da auch die Filter deutlich mehr zu. In manchen Ländern ist LPG auch astronomisch teuer, z.B. kostet in Frankreich der Liter rund einen Euro.
- wann sich eine LPG-Anlage lohnt hängt nur von der erwarteten Restlaufleistung ab, nicht vom aktuellen Kilometerstand => Gegen eine Umrüstung bei 120.000km spricht also nichts, wenn der Wagen sonst technisch gut in Schuss ist.

Die, die keine Autos mit LPG fahren, schreien in der Regel am Lautesten dagegen und wiederholen den gleichen Käse immer und immer wieder: Gas verbrennt wärmer, kein Vollgas mit Gas, Defekte am laufenden Band, Gas ist gefährlich etc pp. Wir bewegen 2 Stück 6 Liter V12, 1 Stück 6 Liter V8, 1 Stück 5.5 Liter V8 und 1 Stück 3.2 Liter V6 mit LPG. Beim Tanken haben wir die Zapfsäule meist alleine, und wenn das Tanken statt 3 Minuten nun 5 Minuten dauert... na ach du liebe Güte.

Kein LPG Fahrer fährt freiwillig mit Benzin, die doppelte Reichweite ist so eine theoretische Option. Zum Preis eines 2 Liter Knatterdiesel ist man mit einem seidenweichen V8 bzw V12 Unterwegs und geniesst jeden Kilometer. Das Leben ist kurz für Langweilige Autos!

Sehr informativer Artikel. Ich brauche zwar keine Anlage, interessiert hat es mich aber trotzdem. ☺ Danke dafür.

267 Kommentare

Bei welcher Laufleistung sollte man vom Umrüsten absehen?
Hab gehört, dass ab 120.000 aufm Tacho nicht ratsam sind.

Danke für den interessanten Artikel!

Atahan

Bei welcher Laufleistung sollte man vom Umrüsten absehen? Hab gehört, dass ab 120.000 aufm Tacho nicht ratsam sind.



Habe meinen 1.6l Audi A4 damals bei 140.000 umrüsten lassen.
Der einbau einer KME-Diege kostete mich schlappe 1200 € (in Deutschland)
Die Wartung, bzw den Tausch des Filters kann jeder Laie in 2 min. erledigen.

Ich bin ca 90.000 km Langstrecke mit dem Auto gefahren und habe es dann verkauft.
Das ist jetzt ca 2 Jahre her, das Auto fährt immer noch.

Ich fahre zwar mittlerweile einen Diesel, es ist jedoch völliger Quatsch zu behaupten, es würde sich nicht lohnen in einen Polo (oder andere Kleinwagen) eine Gasanlage einzubauen.

Man hat die Kosten häufig schon nach 20.000 km wieder raus (jedenfalls im Langstreckenbetrieb).

Meinen Tank habe ich auch "manipuliert", so wie es in vielen Nachbarländern normal ist, sodass ich volle 70l reinbekommen habe.

Was mich einfach genervt hat, ist der lange Tankvorgang.

Generell ist es wichtig einen gasfesten Motor zu haben, bei welchem man nicht ständig die Ventile nachstellen muss o.Ä...


Die Verbrauchsangaben unter Punkt 1 sind ja lächerlich
Fahre meinen VW Touran Familienvan mit 6 Litern Diesel. Selbst wenn man echt sportlich fährt kommt man niemals über 8 Liter.

Die sollten mal Erdgas Autos bauen, die sind deutlich effizienter als Dieselfahrzeuge und gleich teuer (z.B. Audi g-tron Fahrzeuge)

Wenn man das mehrere Jahre fährt, mag man vllt einen wirtschaftlichen Vorteil ziehen.
Kann mir nämlich nicht vorstellen, dass man bei einem Verkauf des Autos den Preis für die Gasanlage wiederbekommt, eher wird der Preis noch unter einem reinen Benziner/Diesel liegen, da viele dem Einbau einer solchen Gasanlage wenig Vertrauen schenken.

Ich fahre eine 2002er C-Klasse Kombi (180) als Benziner bei knapp 15.000 km/a. Als Verbrauch habe ich durchschnittlich auf den letzten 50.000 km laut Boardcomputer 8,0 l/100km.
Ich denke, wer vorausschauend fährt, kann auch mit einem Benziner glücklich werden. Zudem sehr wartungsarm und keine High-Tech Bauteile ala Turbo etc, die sehr teuer sind und selten Sinn machen.

Letztendlich muss jeder selbst entscheiden.

Atahan

Bei welcher Laufleistung sollte man vom Umrüsten absehen? Hab gehört, dass ab 120.000 aufm Tacho nicht ratsam sind.



Kommt aufs Auto und den Zustand an.
V8 oder eine BMW/Mercedes V6 machen auch mit hohen Laufleistungen noch Sinn.
Da die sowieso sehr robust sind und hunderte tausende Kilometer locker laufen.

Einen Polo mit nem kleinen 1.0 Motor ist da vllt nicht so die gute Wahl.
(wobei es da auch sein kann)

Muss man sich individuell informieren.

_____________________________________________

Das obige Beispiel mit dem Polo der sich angeblich "nie" amortisiert ist aber falsch.
Hab das eben mal schnell nachgerechnet und komme auf 72.000km und 7,2 Jahren.
Danach ist man beim Wendepunkt.

amortisationsrechner.de/

Da kann man es ganz leicht eingeben und nachrechnen.


Zudem sind 150€ Wartungskosten jährlich ziemlich utopisch.
Man muss alle 2 Jahre die GWP (Gaswiederholungsprüfung) beim TÜV mitmachen (~30€) aber ansonsten ist das Wartungsintervall meiner PRINS Gasanlage bei 25.000km und danach alle 75.000km.
Kostet dann 100€.

Da kann sich jeder anhand seiner Laufleistung ausrechnen wie hoch die "Zusatzkosten" sind.
WEIT weniger als 150€


Zudem hat auch der Einbau keine 3000€ sondern 2444€ gekostet (und das bei einem 6 Zylinder)

Kurz gesagt, wer noch mal richtig Bock hat, bevor die ganzen PKW's dem Downsizing zum Opfer fallen, könnte hier nochmals mit einem V6 oder V8 problemlos bis zum Jahr 2018 (wahrscheinlich auch noch viel länger) Spass haben.

An dieser Stelle sei erwähnt:
+++ ACHTUNG +++
Nicht jeder Benziner kann umgerüstet werden. Es gibt zahlreiche Direkt-Einspritzer PKW's bzw. Motoren, wo eine Umrüstung nicht möglich ist. Und es gibt auch Erfahrungen diverser Gas-Fahrer, die eine Umrüstung auf Gas bei bestimmten Direkt-Einspritzern nicht weiterempfehlen.
Inzwischen können auch die meisten Motoren der Hersteller, wie VW, Audi und weitere Motoren, trotz Direkt-Einspritzung, umgerüstet werden.
Am Besten, bei einer guten Umrüst-Werkstatt aus der Umgebung, vor dem Fahrzeug-Kauf beraten lassen, falls ihr einen Direkt-Einspritzer anschaffen wollt!

Negativ:
- Verlängerung der Steuerbefreiung ist zwar geplant, aber immer noch offen.
- Gasprüfung alle zwei Jahre beim TÜV (kostet extra).
- Sprit braucht er trotzdem zum Warmfahren (mit einberechnen).
- Mehr Technik, mehr kaputt, mehr Reparaturkosten wenn man Pech hat.
- Im Ausland teilweise sehr mageres Netz (Österreich katastrophal).
- Filterwechsel ist nicht so einfach, es gibt mehrere Filter und die kosten auch was.
- vernünftige Gasanlage mit Einbau kostet mind. 2000,-
- Ca. 10-20 % Mehrverbrauch als mit Benzin.

Mein Cayenne V6 aus 2005 würde ich gerne umrüsten lassen, jeman einen Tipp?

Sehr informativer Artikel. Ich brauche zwar keine Anlage, interessiert hat es mich aber trotzdem. ☺ Danke dafür.

merkur.de/lok…tml

Mehr sag ich dazu nicht

Benzin/Diesel wird die #1 bleiben bis alle ist dann hat man keine andere Wahl und was anderes muss her.
Weg von fossilen Brennstoffen, wird höchste Zeit.

Neuere BMW Modelle (Dürften quasi fast alle Direkt-Einspritzer sein) lassen sich meines Wissens nicht umrüsten!

Habe mich auch schon informiert, da kommt nur eine in frage und das ist die vialle lpi.
Vorteil, wartungsfrei und kein verdampfer, das lpg kommt flüssig an und somit hat man kein leistungsverlust.
Für meinen clk 200k kostet die Anlage mit Einbau und Tüv 2300€.
Bei mir rechnet es sich schon nach 1,3 Jahren.

Toller Artikel! Danke dafür!

Ich fahre selber ein Auto mit Gasanlage und habe auch schon überlegt bzw. mal durchgerechnet, ob sich bei eine Wechsel auf ein anderes Auto wieder Gas lohnen würde oder ob ich gleich auf Diesel wechslen soll. Mein Fazit war: ab 15.000 - 20.000 km pro Jahre ist ein Diesel trotz höherer Steuern nicht teurer als Autogas (auf's Jahr gerechnet)!

Man hätte sogar noch zwei Vorteile dabei. 1. Ohne Gasanlage braucht man natürlich auch keinen zusätzlichen Tank, der irgendwo Platz wegnimmt (meistens im Kofferraum). 2. Man hat keine Fremd-Teile im Motor. Das ist zwar eher psychologisch, aber gerade am Anfang dachte ich bei jedem Ruckler und jedem ungewohnten Geräusch, ob nicht irgendwas mit der Gasanlage nicht in Ordnung sei...

lohnt sich aber erst ab einer gewissen Jahreslaufleistung



Da Antworte ich mit einem entschiedenen Vielleicht, Ich fahre beim Autogas nur gegen die Umrüstkosten, nicht gegen die Zeit (ausser natürlich die Karre fällt auseinander) Beim Diesel fahre ich immer auch gegen die Zeit (durch höhere Steuern).

Meiner Frau Ihr "Kleinwagen" Corsa 1,4 12 AJhre alt, mit 15.000 Km auf Autogas umgerüstet schnurrt jetzt immer noch mit ok....nicht gerade Wenigfahrer 210.000 km auf dem Buckel.

Vom Prinzip her aber richtig, je dicker der Benzinmotor desto besser rechnet sich das Autogas.

Ich habe u. a. einen Polo 6R BiFuel 1.6 mit LPG ab Werk verbaut.
Ich tanke 38 Liter und schaffe 630 KM ohne sparsam zu fahren, reiner Stadtverkehr.
Steuern kostet mich der Polo 39 Euro im Jahr.
Gekauft habe ich den Wagen für 15.000 Euro als Vorführwagen mit 500 Kilometer runter, Extras alles drin was es gab.
Sicherheitshalber mit einer Garantieverlängerung für knapp 600 Euro, ab 2 Jahre nach EZ.

Entschuldigung, aber die Berechnungen kann ich nicht nachvollziehen. Ich selbst fahre einen VW Polo 9N3 mit einer Prins VSI, die mich knapp 2.000 EUR gekostet hat. Ich fahre nur recht wenig, um die 12.000 km, habe meine Gasanlage aber nach ca. 3,5 Jahren raus.

3 Jahre á 12.000 km = 36.000 km
(36.000 km / 100) * 8 Liter = 2880 Liter (Benzin)
2.880 Liter * 1,55 EUR pro Liter = 4.464 EUR
Ca. halber Preis im Vergleich zu gas = 2.232 EUR
Es macht also ein PLUS von 232 EUR

Natürlich kostet der TÜV 25 EUR mehr, habe die Gasanlage einmal prüfen lassen und ich zahle Additiv. Somit komme ich auf ziemlich genau 3,5 Jahre.

Fazit: Der Einbau einer Gasanlage lohnt IMMER, sofern man das Auto noch einige Jahre fährt. Auch wenn sich die Anlage noch nicht armotisiert hat, könnt ihr beim Verkauf einen etwas höheren Preis erzielen.

come2tom1

Mein Cayenne V6 aus 2005 würde ich gerne umrüsten lassen, jeman einen Tipp?



Sein lassen.
Die Motoren gelten leider als nicht gasfest!

Umrüster die es trotzdem anbieten sind .... zu meiden.

Grenznah in Belgien kostet LPG 33 Cent pro Liter :-)

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