Werkstattrechnung ca. 37% teurer als mündlicher Kostenvoranschlag

Vielleicht kennt sich jemand damit aus, da es immer ein ärgerliches Thema ist wenn man einen Kostenvoranschlag für etwas erhält, die Rechnung dann aber weitaus höher ausfällt.

In meinem Falle hatte ich ein TÜV Mängelprotokoll, dieses der Werkstatt gezeigt und nachdem sich ein Mitarbeiter mein Auto genauer anschaute einen Preis von 350,- € genannt bekommen. Jetzt bekam ich die Rechnung, es werden 480,- € verlangt, also ca. 37% mehr als der Kostenvoranschlag.

Hat man hier irgendwelche Chancen? Da das ganze nur mündlich war, wird sich der Weg zum Anwalt nicht lohnen, denn es steht Aussage gegen Aussage. Wahrscheinlich bestreiten Chef und Mitarbeiter die 350,- € aus dem mündlichen Kostenvoranschlag.

In Zukunft also alles schriftlich geben lassen? Hätte man dann Chancen gegen so etwas juristisch vorzugehen?

Danke für evtl. Hilfen!

25 Kommentare

kostenAnschlag...nicht voranschlag

Ich glaub 12 % Drüber dürfen sein mehe nicht und da würde ich drauf bestehen. Wenn nicht geh zum Anwalt

Auch ein mündlicher Vertrag ist bindend !

Da ist der Anwalt teurer als der Differenzbetrag. Ich würde zähneknirschend zahlen und denen sagen das ich das letzte mal da war und die Werkstatt auch nicht weiter empfehlen werde

Kartoffelkoepfe

Ich glaub 12 % Drüber dürfen sein mehe nicht und da würde ich drauf bestehen. Wenn nicht geh zum Anwalt Auch ein mündlicher Vertrag ist bindend !


Klar ist ein mündlicher Vertrag bindend, aber ehe es zum Anwalt geht, sollte man halt immer die Beweislage mal durchdenken.

Bernare, bist du rechtschutzversichert?

Wenn du eine Rechtsschutz hast um so besser. Aber normalerweise müssen die dich anrufen falls die Kosten massiv ansteigen. Mich hatten die auch mal angerufen und gefragt ob die weitermachen sollen bzw ob das okay ist.

Mich rufen die sogar wegen 20 € an.

Beiweislast liegt bei dir. Hast du Zeugen sieht es gut aus -hast du keinen, sieht es extrem schlecht aus. Prozesskostenrisiko traegst du - die Werkstatt hat garantiert ein Versicherung fuer solche Faelle.
Merke: IMMER SCHRIFTLICH

Die sind 2,du alleine......außer denen ne tolle Werbung zu versprechen kannst da nicht viel machen.

In Zukunft also alles schriftlich geben lassen?


Natürlich, immer.

Jetzt bekam ich die Rechnung, es werden 480,- € verlangt, also ca. 37% mehr als der Kostenvoranschlag.


Hast du die gefragt, was das soll? Wenn die alles abstreiten, dann gehe zur Polizei.
Vielleicht ist diese Werkstatt der Polizei bekannt, dass sie sowas abziehen.

Man muss genau hinsehen warum die Kosten gestiegen sind. Wurden die Arbeiten falsch eingeschätz oder sind da noch weitere Arbeiten dazugekommen? Gehe zum Chef und sage dass du die vereinbarte Summe von 350€ bezahlen kannst und nicht mehr. Das wäre fair. Bedrohe damit dass wenn die drauf bestehen würdest du nicht mehr da etwas machen lassen. Du kannst sagen dass du deine Bewertungen und Erfarungen mit diesem Mickeymouse-Geschäft im Internet (motortalk, autoplenum, goyellow) verteilst. Lege ein Widerspruch auf der Rechnung (Frist beachten) ein. Lass dich nicht verarschen!

Am Ende müsste die Werkstatt versuchen di Forderung einzuklagen , wenn du nicht komplett bezahlst. Ob sie das machen würden steht in den Sternen. Ausgang einer möglichen Klage würde ich ohne Einzelheiten zu Kennen auf 50 zu 50 schätzen.
Mein Tipp : Geh zu der Werkstatt und mach denen ein Vergleichsangebot von 400 bis 420.

sehr affige Vorschläge hier.

lol ihr wisst doch alle garnicht was auf dem Mängelbericht steht und was tatsächlich am Auto repariert worden ist.
Wenn der Scheinwerfer nicht geht, geht man von einem defekten Halogenstrahler aus und kostet ca 20€. Wenn aber die Halterung oder sonst was angebrochen ist kann das auch 50-100€ kosten.

Hauptsache gleich mit der Anwaltskeule rumhauen

Oder was mor grad noch einfällt es gibt ne Schlichtungstelle bei Werkstattprpblemen musst mal googeln. Wenn die Werkstatt Mitglied in so nem Bund ist klären die das Gratis für dich.

Asterix123

kostenAnschlag...nicht voranschlag


KostenVORanschlag ist laut Google etwa 8x gebräuchlicher als Kostenanschlag.
Richtig ist beides.
@Topic: Üblich ist es doch, den Auftraggeber telefonisch zu informieren, falls die Aufwände doch nicht dem Kostenvoranschlag entsprechen.
Einfach so um 37% mehr verlangen geht nicht.
Das ist eigentlich auch ausreichend geregelt, google mal nach 'differenz kostenvoranschlag rechnung'.

Zitat:
Überschreitung des Kostenvoranschlags
Geht man von einem Kostenvoranschlag aus, so ist deren Überschreitung grundsätzlich zulässig. Handelt es sich jedoch um eine wesentliche Überschreitung, ist der Unternehmer verpflichtet, den Verbraucher hierüber rechtzeitig zu informieren. Der Verbraucher hat dann die Möglichkeit den Vertrag zu kündigen (§ 650 BGB) und muss nur die bis dahin ergrachte Werklohnleistung bezahlen (§ 645 BGB). Hält der Verbraucher jedoch an dem Werkvertrag fest, muss er die Kosten der Überschreitung voll bezahlen.

Wann eine „wesentliche“ Überschreitung vorliegt, ist nicht ausdrücklich normiert. In der Regel wird man davon ausgehen können, dass eine Überschreitung, die sich im Rahmen von 15-20 % bewegt, keine wesentliche Überschreitung darstellt und damit nicht zu beanstanden ist (Palandt/ Sprau, BGB, 65. Aufl., § 650 Rn. 2; Soergel/Teichmann, § 650 Rn. 12). Diese Zahlen dürfen jedoch nicht als starre Grenzen gesehen werden – es kommt (wie so oft) auf die Umstände des Einzelfalles an.

Erfahrungen in der Praxis zeigen, dass der Verbraucher häufig erst mit Schlussrechnung die Überschreitung des Kostenvoranschlags zur Kenntnis bekommt. Dann aber ist es in der Regel für eine Kündigung zu spät, da die Arbeiten bereits beendet sind. An sich muss der Verbraucher dann den in der Rechnung genannten Werklohn bezahlen. Haben die Parteien keinen bestimmten Werklohn vereinbart, kann der Unternehmer insoweit den üblichen Werklohn verlangen, § 632 Abs. 2 BGB. Daran ändert auch das Vorliegen eines Kostenvoranschlags nichts.

Schadenersatzanspruch wegen unterlassener Anzeige
Unterlässt der Unternehmer die erforderliche Anzeige, verletzt er jedoch eine Nebenpflicht des Vertrages. Es stellt sich nun die Frage, ob aus dieser Nebenpflichtverletzung auch ein Schadensersatzanspruch resultiert, den der Verbraucher dem Werklohnanspruch des Unternehmers entgegenhalten kann.

Das hierfür erforderliche Verschulden des Unternehmers wird man in aller Regel annehmen können, denn dem Unternehmer dürfte es schwer fallen, dieses zu widerlegen. Er müsste schon darlegen und beweisen, dass er die Überschreitung der Kosten nicht erkannt hat bzw. nicht hätte erkennen müssen. Dies jedoch ist nur schwer vorstellbar.

Äußerst problematisch ist hingegen die Bestimmung des entstandenen Schadens. Dieser besteht nämlich nicht – wie man auf den ersten Blick vielleicht annehmen könnte – in der Differenz zwischen Kostenvoranschlag und Rechnungssumme.

Bei der Bemessung des Schadenersatzes gilt: Der Verbraucher ist so zu stellen, wie er bei rechtzeitiger Anzeige durch den Unternehmer stehen würde.

Wie stünde also der Verbraucher, wenn er rechtzeitig über die Überschreitung des Kostenvoranschlags informiert worden wäre? In diesem Fall hätte der Verbraucher kündigen können und dem Unternehmer stünde nur ein Anspruch auf die bis zu diesem fiktiven Kündigungszeitpunkt entstandenen Kosten zu, § 650 Abs.1, § 645 BGB. Der Schaden liegt dann in der Differenz zwischen den vom Unternehmer verlangten Werklohn und den Kosten bis zum fiktiven Kündigungszeitpunkt.

So weit so gut. Nun aber der Haken: Im Schadenersatzrecht sind bei der Berechnung des Schadens auch die Vorteile zu berücksichtigen, die dem Geschädigten zufließen (sog. Vorteilsausgleichung). Der Verbraucher muss sich also auf seinen Schadenersatzanspruch das anrechnen lassen, was er durch die Beendigung der Werksarbeiten erlangt hat, d.h. den Wert der Arbeiten, die nach dem fiktiven Kündigungszeitpunkt ausgeführt wurden. Dieser Wert wird in der Regel gleich dem Schaden sein, so dass folglich kein Schadensersatzanspruch besteht.

Im Ergebnis kann dies also dazu führen, dass der Verbraucher die Rechnung des Unternehmers voll bezahlen muss. Was also bringt die Anzeigepflicht, wenn sie letztlich doch sanktionslos bleibt? Diese Frage vor Augen wird in der Literatur und von den Gerichten teilweise vertreten, dass der Unternehmer lediglich die Kostenvoranschlagsumme plus zulässiger Überschreitung beanspruchen darf (vgl. Palandt/ Sprau, BGB, 65. Aufl., § 650 Rn. 3, Rohlfing/Thiele, MDR 1998, S. 636, ). Dem hat das OLG Celle jedoch ausdrücklich widerspruchen und bejaht einen Schadensersatzanspruch nur dann, wenn auch unter Berücksichtigung der Vorteilsanrechnung tatsächlich ein Schaden entstanden ist (OLG Celle, NJW-RR 2003, 1243).

Die Frage ist also äußerst umstritten. Ganz sicher besteht ein Schadensersatzanspruch folglich nur dann, wenn dargelegt werden kann, dass bei rechtzeitiger Ankündigung die Reparatur hätte billiger durchgeführt werden können.

Fazit
Der Kostenvoranschlag ist lediglich eine unverbindliche Ankündigung über die voraussichtlichen Kosten. Wird dieser jedoch wesentlich überschritten, so ist der Unternehmer verpflichtet, dies dem Kunden anzuzeigen. Tut er dies nicht, so macht er sich schadensersatzpflichtig. Er kann daher lediglich einen Werklohn in Höhe des Kostenvoranschlags plus einem Aufschlag von 15-20 % verlangen. Bei den Gerichten ist diese Position jedoch nicht unumstritten, so dass hier ein nicht unerhebliches Prozessrisiko besteht. Ganz sicher besteht ein Schadensersatzanspruch aber, wenn nachgewiesen werden kann, dass bei rechtzeitiger Anzeige die restliche Werkleistung billiger hätte durchgeführt werden können.

QUELLE:
verbraucherrechtliches.de/200…gs/

War der kostenanschlag inkl. Mehrwertsteuer? Meistens geben die nur den nettobetrag an und Mehrwertsteuer kommt noch dazu. Wenn die 480 wie schon Mehrwertsteuer enthalten, ist die Differenz von kostenanschlag zu endpreis nicht mehr so groß

schwarzer_kaffee

War der kostenanschlag inkl. Mehrwertsteuer? Meistens geben die nur den nettobetrag an und Mehrwertsteuer kommt noch dazu. Wenn die 480 wie schon Mehrwertsteuer enthalten, ist die Differenz von kostenanschlag zu endpreis nicht mehr so groß


Verbraucherpreise sind immer als Bruttopreise anzugeben. Die Ausrede ' das war netto' wird häufiger verwendet, mir ist kein Fall bekannt, wo man damit vor Gericht durch gekommen wäre... Falls die Werkstatt das behaupten sollte (vor Zeugen) würde ich eine Klage prüfen. Bei allem anderen steht für mich Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis. Außer, da nie wieder hinzugehen...

schwarzer_kaffee

War der kostenanschlag inkl. Mehrwertsteuer? Meistens geben die nur den nettobetrag an und Mehrwertsteuer kommt noch dazu. Wenn die 480 wie schon Mehrwertsteuer enthalten, ist die Differenz von kostenanschlag zu endpreis nicht mehr so groß


Du kannst davon ausgehen, daß er Privat dort das Auto in Reparatur gegeben hat und somit müssen ihm alle Preise inkl. Steuer genannt werden oder gesagt würden "+ Steuern". Dafür gib es auch eine gesetzliche Vorgabe. Frag mich jetzt nicht wo. Ich müsste es jetzt auch ergoogeln.

Prinzipiell solltest du erst mal bei deiner Werkstatt anrufen und fragen, warum die Kosten wesentlich höher sind, als im Kostenvoranschlag und warum man dich nicht über die Mehrkosten informiert hat.
Vorher brauchst du dir über Anwalt ect. pp. garkeine Gedanken machen.
Wenn ich hier teilweise so höre von wegen "bist du rechtsschutzversichert?" frage ich mich manchmal wie manche hier noch eine Rechtsschutz abgeschlossen bekommen, wenn ihr wegen jedem abgelaufenen Joghurt zum Anwalt rennt.

nr1610

Wenn ich hier teilweise so höre von wegen "bist du rechtsschutzversichert?" frage ich mich manchmal wie manche hier noch eine Rechtsschutz abgeschlossen bekommen, wenn ihr wegen jedem abgelaufenen Joghurt zum Anwalt rennt.



Gutes Beispiel, gefällt mir.

Ruf mal eine Schiedstelle an und schildere den Fall. Die sind nach meiner Erfahrung wiklich hilfbereit und geben dir sicher einen Tipp, wie du in dem Fall weiter verfahren solltest. Die setzen sich auch mit der Werkstatt in Verbindung.
kfz-schiedsstellen.de/

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