Würdet ihr diese Rechnung zahlen?

56
eingestellt am 21. Nov 2017
Jaja, mal wieder Diverses Ich würde gerne eure Meinung hören.
Vorweg, Termin beim Anwalt steht.
Jetzt zu dem Anliegen. Bei einem Grundstück von mir standen etwa 150 Bäume und die habe ich zusammen mit Freunden gefällt. Es blieben nur noch die Wurzeln übrig.
Da ich keinen Bagger habe, habe ich mir Angebot von zwei Firmen geholt.
Am ende habe ich mich für eine Firma entschieden.
Der Chef der Firma hat sich das Grundstück angeguckt und wusste wie viele Stämme das sind.

Im Angebot waren 4.600€ angegeben, wobei bei der Entsorgung geschätzt wurde. Hier wussten wir nicht, wie viele Tonnen zusammen kommen.

Außerdem stand im Angebot folgende Klausel:
"Die angegebenen Massen sind überschlägig ermittelt. Die Abrechnung erfolgt nach örtlichem Aufmass, Lieferscheinen und Wiegenoten.
Vertragsgrundlage für das Angebot und die Ausführung sind die Leistungsbeschreibung des Angebotes und der geschlossene Werkvertrag.
Grundlage der Angebotspreise ist der Zustand des Grundstücks, der bei der Besichtigung vorlag. Werden einzelne Positionen des LVs verändert oder gestrichen, kann es zu Preisänderungen der gebotenen Positionen kommen.
Angebot 4 Wochen gültig"

So, die Aufgabenstellung war klar und der Aufwand ja auch, da man die Fläche kannte und die Anzahl der Stubben.
Die haben das dann auch gemacht, aber wir haben das nicht kontrolliert, die waren irgendwie eine Woche zu gange.

Jetzt kam die Rechnung:
11.250€

Da ich erstmal schlucken musste, habe ich das ganze mit dem Angebot verglichen.
Die Entsorgung der Wurzeln war gut geschätzt und kam auch mir dem Angebot hin, aber die Arbeitsstunden inkl. Bagger nicht.
Im Angebot waren 48 Stunden angeboten. Abgerechnet wurden knapp 120 Stunden.
Ebenso bei den Maschinenstunden, die Bagger waren halt ein paar Stunden länger in Benutzung.
Saatgut ebenfalls, im Angebot waren 15KG geschätzt, verbraucht wurden 50KG,

Wir wurden in der Zwischenzeit auch nicht informiert, dass es teurer wird oder sonstiges.

Meine Frage ist nun, ob man sich mit den Klauseln aus dem Angebot retten kann?
Termin beim Anwalt steht, aber das ist noch ein bisschen hin und eventuell hat jemand ja schonmal ähnliche Erfahrungen gemacht.
Zusätzliche Info
Diverses
Beste Kommentare
das wird spannend... nach meiner rechtsinterpretation hätte dich die firma rechtzeitig über die mehrkosten informieren müssen

§ 650
Kostenanschlag
(1) Ist dem Vertrag ein Kostenanschlag zugrunde gelegt worden, ohne dass der Unternehmer die Gewähr für die Richtigkeit des Anschlags übernommen hat, und ergibt sich, dass das Werk nicht ohne eine wesentliche Überschreitung des Anschlags ausführbar ist, so steht dem Unternehmer, wenn der Besteller den Vertrag aus diesem Grund kündigt, nur der im § 645 Abs. 1 bestimmte Anspruch zu.

(2) Ist eine solche Überschreitung des Anschlags zu erwarten, so hat der Unternehmer dem Besteller unverzüglich Anzeige zu machen.

Quelle: dejure.org/ges…tml

§ 645
Verantwortlichkeit des Bestellers
(1) 1Ist das Werk vor der Abnahme infolge eines Mangels des von dem Besteller gelieferten Stoffes oder infolge einer von dem Besteller für die Ausführung erteilten Anweisung untergegangen, verschlechtert oder unausführbar geworden, ohne dass ein Umstand mitgewirkt hat, den der Unternehmer zu vertreten hat, so kann der Unternehmer einen der geleisteten Arbeit entsprechenden Teil der Vergütung und Ersatz der in der Vergütung nicht inbegriffenen Auslagen verlangen. 2Das Gleiche gilt, wenn der Vertrag in Gemäßheit des § 643 aufgehoben wird.

(2) Eine weitergehende Haftung des Bestellers wegen Verschuldens bleibt unberührt.

Quelle: dejure.org/ges…tml
Bearbeitet von: "brandy1986" 21. Nov 2017
Grundsätzlich darf das Angebot (Kostenvoranschlag) höher ausfallen.

Der Erhöhung sind jedoch Grenzen gesetzt. Wenn der Kostenvoranschlag „wesentlich überschritten" wird, ist der Handwerker gesetzlich verpflichtet, den Besteller hierüber unverzüglich zu informieren (§ 650 Abs. 2 BGB). Unverzüglich heißt immer ohne schuldhaftes Zögern, also sobald wie möglich.

Als unwesentlich gilt nach der Rechtsprechung eine Überschreitung der Kosten von 10 bis 20 Prozent. In besonderen Ausnahmefällen wird von den Gerichten die Grenze manchmal bei 25 Prozent gezogen. Als Faustregel kann daher eine Grenze von 15 Prozent angenommen werden.

Eine unwesentliche Überschreitung des Kostenvoranschlags muss der Auftraggeber grundsätzlich zahlen. Bei einer wesentlichen Überschreitung kann der Besteller den Werkvertrag außerordentlich kündigen. Die Höhe des Zahlungsanspruchs des Handwerkers ist auch davon abhängig, ob von dem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch gemacht worden ist. Kündigt der Kunde den Auftrag, so steht dem Unternehmer nur der Teil der Vergütung zu, der den bereits geleisteten Arbeiten entspricht.

Beispiel: 70% der Leistungen wurden erbracht, so stehen dem Handwerker auch nur 70% der vereinbarten Vergütung zu. Wird der Werkauftrag hingegen nicht gekündigt, ist auch bei wesentlicher Überschreitung der Rechnungsbetrag zu zahlen.


Wenn der Handwerker den Auftraggeber nicht rechtzeitig über die wesentliche Überschreitung des Kostenvoranschlags informiert, macht er sich schadensersatzpflchtig. Dies bedeutet, dass der Auftraggeber so zu stellen ist, wie er bei rechtzeitiger Information durch den Handwerker stehen würde.

Beispiel aus der RechtsprechungEin Hausbesitzer hatte sich einen Kostenvoranschlag geben lassen und dann dem Handwerker einen Auftrag über Dacharbeiten erteilt. Die Handwerkerrechnung lag deutlich über dem vorher grob erstellten Kostenvoranschlag. Im Urteilsfall musste der Hausbesitzer die Rechnung trotzdem bezahlen (OLG Celle, Urteil vom 6. Juli 2000, Az. 22 U108/99). Nach Ansicht der Richter sei der Kostenvoranschlag nur als eine grobe Schätzung der Kosten anzusehen. So sei schon früh klar gewesen, dass die vereinbarte Summe überschritten wird. Trotzdem habe der Hausbesitzer die Arbeiten fortführen lassen, statt vom Auftrag an den Handwerker zurückzutreten.

Fazit: Ein Kostenvoranschlag ist kostenlos, falls der Handwerker mit dem Auftraggeber nichts anderes vereinbart hat. Erhält der Handwerker den Auftrag und zeigt sich im Laufe der Arbeiten, dass es wesentlich teurer wird (10 bis 20 Prozent), muss er den Besteller hiervon unverzüglich darüber informieren. Der Besteller kann dann außerordentlich kündigen oder den Mehrpreis akzeptieren.

Quelle: finanztip.de/kos…ng/
Admin
@brandy1986 hat ja bereits genau den richtigen Paragraphen zitiert. Streitig ist natürlich immer was "wesentlich" ist (die Gerichte sprechen hier von 10-20% ). Bei dem doppelten ist das ganze mit Sicherheit absolut unstrittig. Super aber für dich, dass anscheinend alles ordentlich dokumentiert ist. Desweiteren ist wichtig, dass Du einen weiteren Kostenvoranschlag hast, denn nur so kann man den "Schaden" nachweisen, der Dir enstanden ist. Ich denke damit solltest Du gute Karten haben. Vielleicht bietest Du dem Unternehmen nochmal an die Rechnung nachzubessern, bevor Du zum Anwalt gehst? Wäre meiner Meinung nach die einzige Alternative die es sonst noch gäbe.

Hier noch ein verdammt passendes Beispiel dazu:
radziwill.info/Han…at
Endlich nochmal ein interessanter Thread in "Diverses", sodass ich diesem einmal folge.
Ich wünsche Dir gutes Gelingen beim Anwaltsgespräch und freue mich, wenn Du uns auf dem Laufenden hältst!
56 Kommentare
Naja, hat schon einen faden Beigeschmack, dass die Mehrkosten bzw. Mehrarbeit nicht vorher angemeldet wurde. Aber ist die Preissteigerung nachvollziehbar? Stundenzettel? Lieferscheine? Alles dabei? Auf jeden Fall erstmal den nicht in Frage stehenden Teil bezahlen.
Verfasser
Das ist alles dabei ja. Das es eventuell etwas mehr wird, damit haben wir gerechnet, aber das war schon heftig.
Ganz einfach.
Anwalt kontaktieren was hier die Möglichkeiten sind.
Grundsätzlich darf der Endpreis doch nicht erheblich vom Angebot abweichen?
Sonst bräuchte man ja auch kein Angebot, oder?
das wird spannend... nach meiner rechtsinterpretation hätte dich die firma rechtzeitig über die mehrkosten informieren müssen

§ 650
Kostenanschlag
(1) Ist dem Vertrag ein Kostenanschlag zugrunde gelegt worden, ohne dass der Unternehmer die Gewähr für die Richtigkeit des Anschlags übernommen hat, und ergibt sich, dass das Werk nicht ohne eine wesentliche Überschreitung des Anschlags ausführbar ist, so steht dem Unternehmer, wenn der Besteller den Vertrag aus diesem Grund kündigt, nur der im § 645 Abs. 1 bestimmte Anspruch zu.

(2) Ist eine solche Überschreitung des Anschlags zu erwarten, so hat der Unternehmer dem Besteller unverzüglich Anzeige zu machen.

Quelle: dejure.org/ges…tml

§ 645
Verantwortlichkeit des Bestellers
(1) 1Ist das Werk vor der Abnahme infolge eines Mangels des von dem Besteller gelieferten Stoffes oder infolge einer von dem Besteller für die Ausführung erteilten Anweisung untergegangen, verschlechtert oder unausführbar geworden, ohne dass ein Umstand mitgewirkt hat, den der Unternehmer zu vertreten hat, so kann der Unternehmer einen der geleisteten Arbeit entsprechenden Teil der Vergütung und Ersatz der in der Vergütung nicht inbegriffenen Auslagen verlangen. 2Das Gleiche gilt, wenn der Vertrag in Gemäßheit des § 643 aufgehoben wird.

(2) Eine weitergehende Haftung des Bestellers wegen Verschuldens bleibt unberührt.

Quelle: dejure.org/ges…tml
Bearbeitet von: "brandy1986" 21. Nov 2017
Zonegran21. Nov 2017

Ganz einfach.Anwalt kontaktieren was hier die Möglichkeiten …Ganz einfach.Anwalt kontaktieren was hier die Möglichkeiten sind.Grundsätzlich darf der Endpreis doch nicht erheblich vom Angebot abweichen?Sonst bräuchte man ja auch kein Angebot, oder?


BER / Stuttgart21 / Elphi / jeder öffentliche Bau der letzten 10 Jahre

Wurde alles ausgeschrieben.
Verfasser
Zonegran21. Nov 2017

Ganz einfach.Anwalt kontaktieren was hier die Möglichkeiten …Ganz einfach.Anwalt kontaktieren was hier die Möglichkeiten sind.Grundsätzlich darf der Endpreis doch nicht erheblich vom Angebot abweichen?Sonst bräuchte man ja auch kein Angebot, oder?



Anwalt ist schon kontaktiert. Der hat aber erst in frühstens einer Woche Zeit.
Die Summe an sich ist halt kein Thema, am Geld liegt es nicht. Aber wenn das Angebot gleich höher ausgefallen wäre, hätten wir uns eventuell für eine andere Firma entschieden.
Ich bin völlig bei dir @milord.

Würde die Rechnung auch erstmal nicht bezahlen und mit einem Anwalt die Möglichkeiten besprechen. Sonst braucht man ja keine Angebote einholen wenn der Preis dermaßen abweicht.

Wie groß ist das Grundstück eigentlich wenn da 150 Bäume drauf waren? Und wie lange hattet ihr gebraucht die zu fällen?
Das klingt nach sehr viel Arbeit.
Bitte uns aufm laufenden halten
Verfasser
SeeeD21. Nov 2017

Ich bin völlig bei dir @milord.Würde die Rechnung auch erstmal nicht b …Ich bin völlig bei dir @milord.Würde die Rechnung auch erstmal nicht bezahlen und mit einem Anwalt die Möglichkeiten besprechen. Sonst braucht man ja keine Angebote einholen wenn der Preis dermaßen abweicht.Wie groß ist das Grundstück eigentlich wenn da 150 Bäume drauf waren? Und wie lange hattet ihr gebraucht die zu fällen? Das klingt nach sehr viel Arbeit.



Das Grundstück ist knapp 5000m²
Da standen ganz viele Tannen, bzw. es waren nur Tannen.
Wir haben etwa 10 monate gebraucht. Etwa 10-12 Samstage. Das Holz haben wir klein gemacht und zum Trocknen gelagert
Ich kann euch ja mal auf dem laufenden halten, was der Antwalt nächste Woche dazu zu sagen hat.
Bei unserem Hausbau hieß es auch bei jedem Bauabschnitt, dass die Kosten erheblich nach oben abweichen.
Wenn es um ein paar hunderttausend Euro geht, ist eine Abweichung von ~60% schon echt heftig.
Aber über 100% auf der Endrechnung zu präsentieren, ohne jede Information?
Da sollte man umgehend den Anwalt einschalten, was du ja auch vollkommen richtigerweise getan hast. Viel Glück
Krasse Differenz - Das ist ja mehr als das doppelte - fast das dreifache vom Angebot. Bei den Kosten würde ich das auch mit dem Anwalt klären.

Klar, es kann immer mehr anfallen. Aber sicher nicht das doppelte wie angeboten. Wenn 48h angeboten werden, können es vielleicht auch 60 werden - aber sicher keine 120 - wtf.

Entweder kann da jemand seinen Job nicht oder man könnte hier ja sogar fast Vorsatz vermuten. Ich gehe ja mal nicht davon aus, dass die Bäume auf Granit gewachsen sind, den man vorher nicht gesehen hat - und selbst dann hätte man dich informieren müssen.
Bearbeitet von: "f.geschichte" 21. Nov 2017
Verfasser
f.geschichte21. Nov 2017

Krasse Differenz - Das ist ja mehr als das doppelte - fast das dreifache …Krasse Differenz - Das ist ja mehr als das doppelte - fast das dreifache vom Angebot. Bei den Kosten würde ich das auch mit dem Anwalt klären. Klar, es kann immer mehr anfallen. Aber sicher nicht das doppelte wie angeboten. Wenn 48h angeboten werden, können es vielleicht auch 60 werden - aber sicher keine 120 - wtf.



So ist ja auch meine Einschätzung.. Um es hier nochmal deutlich zu machen, wäre er vorher zu uns gekommen und hätte nach dem ersten Tag schon gesagt, dass es wesentlich teurer wird, hätten wir damit ja kein problem gehabt, alternativ hätten wir einen Bagger geliehen und einen Teil selbst gemacht.

Ich hab zwischendurch mit dem Chef telefoniert und gefragt wie es denn läuft, darauf hat er "läuft gut" geantwortet.
Komischerweise hat er bei der Tonnenangabe fast komplett richtig geschätzt, nur beim Aufwand nicht.

Die Stubben hat er ja gesehen. Ganz große waren auch nicht dabei, die hat er auch teilweise vermessen und im Boden mit einer Schaufel gebuddelt um zu sehen wie die Eigenschaften des Bodens sind.
Bearbeitet von: "milord" 21. Nov 2017
Da scheint auch was mit dem Zahlenwerk nicht zu passen, es haben sich ja anscheinend nur die Stunden ver-2,5-facht (Bagger und Arbeiter). Wenn die restlichen Mengenangaben halbwegs passen kann sich die Gesammtsumme nicht auch ver-2,5-fachen! Sieht etwas seltsam auf den ersten Blick aus (ohne einen Blick drauf geworfen zu haben).
Sehr interessantes Thema. Danke dass du es teilst.

So etwas passiert bestimmt jedem Mal, früher oder später...
milord21. Nov 2017

So ist ja auch meine Einschätzung.. Um es hier nochmal deutlich zu machen, …So ist ja auch meine Einschätzung.. Um es hier nochmal deutlich zu machen, wäre er vorher zu uns gekommen und hätte nach dem ersten Tag schon gesagt, dass es wesentlich teurer wird, hätten wir damit ja kein problem gehabt, alternativ hätten wir einen Bagger geliehen und einen Teil selbst gemacht. Ich hab zwischendurch mit dem Chef telefoniert und gefragt wie es denn läuft, darauf hat er "läuft gut" geantwortet.Komischerweise hat er bei der Tonnenangabe fast komplett richtig geschätzt, nur beim Aufwand nicht.Die Stubben hat er ja gesehen. Ganz große waren auch nicht dabei, die hat er auch teilweise vermessen und im Boden mit einer Schaufel gebuddelt um zu sehen wie die Eigenschaften des Bodens sind.


Ich verstehe aber auch nicht, wie man auf die Idee kommt, 150 Baumstümpfe in 48 Arbeitsstunden entwurzeln zu wollen. Wie etabliert war das Unternehmen denn? Wirkt schon ziemlich wie eine Masche. Und was haben die Mitbewerber dir für Angebote unterbreitet?
Auch so was wie Saatgut muss doch ein Fachmann anhand der Fläche auf 20-30% genau schätzen können, aber doch nicht 330% mehr

Würde erst mal nur den Betrag des Kostenvoranschlags zahlen und evtl. noch die tatsächlichen Mehrkosten für die Entsorgung.
Verfasser
Witinx21. Nov 2017

Ich verstehe aber auch nicht, wie man auf die Idee kommt, 150 Baumstümpfe …Ich verstehe aber auch nicht, wie man auf die Idee kommt, 150 Baumstümpfe in 48 Arbeitsstunden entwurzeln zu wollen. Wie etabliert war das Unternehmen denn? Wirkt schon ziemlich wie eine Masche. Und was haben die Mitbewerber dir für Angebote unterbreitet?



Das Unternehmen ist schon bekannt, wir leben eher ländlich da kennt man die Unternehmen schon ein wenig.
Das Grundstück ist Rechteckig geschnitten und alles sehr eben. Die mussten quasi vorne mit dem Bagger ansetzen und 1-2 Meter Erschicht abtragen.
Wir hatten noch ein Angebot von einer anderen Firma, da haben die 5.000-6.000€ geschätzt, nachdem es zwei Mitarbeiter angeguckt haben. Die sagen, wir könnten einen Festpreis von etwa 6500€ machen, weil die halt nicht wussten, wie viele Tonnen Wurzeln entsorgt werden müssen. Das Problem war, das die erste Firma keine Zeit hatte und einfach ausgebucht war. Deswegen haben wir uns für Firma 2 entschieden, das Angebot war etwas niedriger, aber wir haben schon mit 6.000€ gerechnet, weil wir noch sagte, nachher sind das ein paar Tonnen mehr zum entsorgen, dann passt das ja.
Grundsätzlich darf das Angebot (Kostenvoranschlag) höher ausfallen.

Der Erhöhung sind jedoch Grenzen gesetzt. Wenn der Kostenvoranschlag „wesentlich überschritten" wird, ist der Handwerker gesetzlich verpflichtet, den Besteller hierüber unverzüglich zu informieren (§ 650 Abs. 2 BGB). Unverzüglich heißt immer ohne schuldhaftes Zögern, also sobald wie möglich.

Als unwesentlich gilt nach der Rechtsprechung eine Überschreitung der Kosten von 10 bis 20 Prozent. In besonderen Ausnahmefällen wird von den Gerichten die Grenze manchmal bei 25 Prozent gezogen. Als Faustregel kann daher eine Grenze von 15 Prozent angenommen werden.

Eine unwesentliche Überschreitung des Kostenvoranschlags muss der Auftraggeber grundsätzlich zahlen. Bei einer wesentlichen Überschreitung kann der Besteller den Werkvertrag außerordentlich kündigen. Die Höhe des Zahlungsanspruchs des Handwerkers ist auch davon abhängig, ob von dem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch gemacht worden ist. Kündigt der Kunde den Auftrag, so steht dem Unternehmer nur der Teil der Vergütung zu, der den bereits geleisteten Arbeiten entspricht.

Beispiel: 70% der Leistungen wurden erbracht, so stehen dem Handwerker auch nur 70% der vereinbarten Vergütung zu. Wird der Werkauftrag hingegen nicht gekündigt, ist auch bei wesentlicher Überschreitung der Rechnungsbetrag zu zahlen.


Wenn der Handwerker den Auftraggeber nicht rechtzeitig über die wesentliche Überschreitung des Kostenvoranschlags informiert, macht er sich schadensersatzpflchtig. Dies bedeutet, dass der Auftraggeber so zu stellen ist, wie er bei rechtzeitiger Information durch den Handwerker stehen würde.

Beispiel aus der RechtsprechungEin Hausbesitzer hatte sich einen Kostenvoranschlag geben lassen und dann dem Handwerker einen Auftrag über Dacharbeiten erteilt. Die Handwerkerrechnung lag deutlich über dem vorher grob erstellten Kostenvoranschlag. Im Urteilsfall musste der Hausbesitzer die Rechnung trotzdem bezahlen (OLG Celle, Urteil vom 6. Juli 2000, Az. 22 U108/99). Nach Ansicht der Richter sei der Kostenvoranschlag nur als eine grobe Schätzung der Kosten anzusehen. So sei schon früh klar gewesen, dass die vereinbarte Summe überschritten wird. Trotzdem habe der Hausbesitzer die Arbeiten fortführen lassen, statt vom Auftrag an den Handwerker zurückzutreten.

Fazit: Ein Kostenvoranschlag ist kostenlos, falls der Handwerker mit dem Auftraggeber nichts anderes vereinbart hat. Erhält der Handwerker den Auftrag und zeigt sich im Laufe der Arbeiten, dass es wesentlich teurer wird (10 bis 20 Prozent), muss er den Besteller hiervon unverzüglich darüber informieren. Der Besteller kann dann außerordentlich kündigen oder den Mehrpreis akzeptieren.

Quelle: finanztip.de/kos…ng/
Admin
@brandy1986 hat ja bereits genau den richtigen Paragraphen zitiert. Streitig ist natürlich immer was "wesentlich" ist (die Gerichte sprechen hier von 10-20% ). Bei dem doppelten ist das ganze mit Sicherheit absolut unstrittig. Super aber für dich, dass anscheinend alles ordentlich dokumentiert ist. Desweiteren ist wichtig, dass Du einen weiteren Kostenvoranschlag hast, denn nur so kann man den "Schaden" nachweisen, der Dir enstanden ist. Ich denke damit solltest Du gute Karten haben. Vielleicht bietest Du dem Unternehmen nochmal an die Rechnung nachzubessern, bevor Du zum Anwalt gehst? Wäre meiner Meinung nach die einzige Alternative die es sonst noch gäbe.

Hier noch ein verdammt passendes Beispiel dazu:
radziwill.info/Han…at
Verfasser
admin21. Nov 2017

@brandy1986 hat ja bereits genau den richtigen Paragraphen zitiert. …@brandy1986 hat ja bereits genau den richtigen Paragraphen zitiert. Streitig ist natürlich immer was "wesentlich" ist (die Gerichte sprechen hier von 10-20% ). Bei dem doppelten ist das ganze mit Sicherheit absolut unstrittig. Super aber für dich, dass anscheinend alles ordentlich dokumentiert ist. Desweiteren ist wichtig, dass Du einen weiteren Kostenvoranschlag hast, denn nur so kann man den "Schaden" nachweisen, der Dir enstanden ist. Ich denke damit solltest Du gute Karten haben. Vielleicht bietest Du dem Unternehmen nochmal an die Rechnung nachzubessern, bevor Du zum Anwalt gehst? Wäre meiner Meinung nach die einzige Alternative die es sonst noch gäbe. Hier noch ein verdammt passendes Beispiel dazu:http://www.radziwill.info/Handwerker-ueberschreitet-Kostenvoranschlag-Bauherr-muss-zahlen-wenn-er-dadurch-keinen-Schaden-hat



Der Termin mit der Firma steht schon. Wir wollen zusammen mit ihm die Rechnung durchgehen.
Ich wollte mich vorher nur beim Anwalt schlau machen und die Optionen klären.
Wenn das Unternehmen mir etwas entgegen kommt, lass ich das auf sich beruhen. Wenn nicht, dann werde ich die Optionen vom Anwalt prüfen lassen und gut ist.
Endlich nochmal ein interessanter Thread in "Diverses", sodass ich diesem einmal folge.
Ich wünsche Dir gutes Gelingen beim Anwaltsgespräch und freue mich, wenn Du uns auf dem Laufenden hältst!
milord21. Nov 2017

Der Termin mit der Firma steht schon. Wir wollen zusammen mit ihm die …Der Termin mit der Firma steht schon. Wir wollen zusammen mit ihm die Rechnung durchgehen.Ich wollte mich vorher nur beim Anwalt schlau machen und die Optionen klären.Wenn das Unternehmen mir etwas entgegen kommt, lass ich das auf sich beruhen. Wenn nicht, dann werde ich die Optionen vom Anwalt prüfen lassen und gut ist.



Was verstehst Du unter "etwas"?
Ich kann mir kaum vorstellen, dass die von 11.250,- EUR auf (bspw.) 6.500,- EUR (Festpreis der anderen Firma) runtergehen?!
Verfasser
AC-Supporter21. Nov 2017

Was verstehst Du unter "etwas"?Ich kann mir kaum vorstellen, dass die von …Was verstehst Du unter "etwas"?Ich kann mir kaum vorstellen, dass die von 11.250,- EUR auf (bspw.) 6.500,- EUR (Festpreis der anderen Firma) runtergehen?!



Naja, die Arbeit ist nun gelaufen und er hat ja auch alles gut gemacht. als "etwas" würde ich 8-9 Tausend anpeilen.
Das wäre ja immer noch fast die doppelt so hohe Summe.
Ich telefoniere nachher nochmal mit dem Antwalt, dann weiß ich wann er genau Zeit für mich haben wird.
Admin
Ich denke wenn sie die Differenz zum anderen KVA ausgleichen, hat man vermutlich das erreicht, was man auch leicht vor Gericht erreichen kann. Alles was drunter geht, wird sicher nicht super einfach (siehe mein Link oben)
Hast du den Auftrag als Privatperson vergeben?
Verfasser
therealpink21. Nov 2017

Hast du den Auftrag als Privatperson vergeben?



Ja.
milord21. Nov 2017

Naja, die Arbeit ist nun gelaufen und er hat ja auch alles gut gemacht. …Naja, die Arbeit ist nun gelaufen und er hat ja auch alles gut gemacht. als "etwas" würde ich 8-9 Tausend anpeilen.Das wäre ja immer noch fast die doppelt so hohe Summe.Ich telefoniere nachher nochmal mit dem Antwalt, dann weiß ich wann er genau Zeit für mich haben wird.



sitzt das geld bei dir echt so locker?
ich persönlich würde alle hebel in bewegung setzen um maximal! den preis vom vergleichskostenvoranschlag zu zahlen

wir haben diesen sommer unser haus komplett modernisieren lassen (dach+fassade inkl. fenster/türen) und die heizungsanlage austauschen lassen. wir wohnen auch ländlich und jede anbietende firma war bekannt. da taten sich bei der kalkulation und auch beim sachverstand allerdings abgründe auf
bei jedem gewerk wurde auf ein festpreisangebote bestanden...anders hätten wir das bauvorhaben gar nicht kalkulieren bzw. realisieren können event. haben wir nun ein paar € mehr gezahlt hatten aber dafür verlässliche summen
Bearbeitet von: "brandy1986" 21. Nov 2017
Verfasser
brandy198621. Nov 2017

sitzt das geld bei dir echt so locker?ich persönlich würde alle hebel in b …sitzt das geld bei dir echt so locker?ich persönlich würde alle hebel in bewegung setzen um maximal! den preis vom vergleichskostenvoranschlag zu zahlenwir haben diesen sommer unser haus komplett modernisieren lassen (dach+fassade inkl. fenster/türen) und die heizungsanlage austauschen lassen. wir wohnen auch ländlich und jede anbietende firma war bekannt. da taten sich bei der kalkulation und auch beim sachverstand allerdings abgründe aufbei jedem gewerk wurde auf ein festpreisangebote bestanden...anders hätten wir das bauvorhaben gar nicht kalkulieren bzw. realisieren können event. haben wir nun ein paar € mehr gezahlt hatten aber dafür verlässliche summen



So machen wir das auch. Wir haben ja schon Geld gespart, weil wir alles selbst gefällt und gespalten haben.
ich will mir da jetzt auch nicht ewig den Kopf darüber zerbrechen. Der Hausbau läuft und da will ich mich eher drum kümmern, dass da alles glatt über die Bühne läuft.
Da haben wir allerdings alles über Festpreise gemacht, sonst hätten wir das ebenfalls nicht kalkulieren können. Sonst kommt ja jeder an und will am Ende 20% mehr haben.
kann dir zwar keinen rat geben, aber ich finde es interessant sowas hier zu lesen.

ist mal etwas anderes!
Ich denke da wirst du gute Karten haben in der "Nachverhandlung", ob nun freiwillig oder später durch ein Gericht.
Da hat sich die Firma entweder ordentlich verkalkuliert oder will etwas bescheißen, seriös ist diese Differenz jedenfalls nicht.

Wünsche viel Erfolg.
Also mit 8-9k würde ich mich nicht zufrieden geben. Wenn dir ein schriftliches Festpreisangebot von 6.500€ vorliegt, würde ich ihm das knallhart hinlegen und keinen Cent mehr bezahlen.

Damit beweist du schon einiges an Good Will. Immerhin sind 6.500€ auch schon fast satte 40% mehr als der Kostenvoranschlag von 4700€

Damit sollte er sich dann auch zufrieden geben, wenn es wirklich so ist, dass Gerichte maximal bis 25% von unwesentlicher ERhöhung ausgehen und er dich im Vorfeld nicht über eine Erhöhung informiert hat.

Bei dir sitzt das Geld ja offenbar locker - Eventuell bemerkt das auch dein Auftragnehmer und versucht mit dir Kasse zu machen.
Bearbeitet von: "f.geschichte" 21. Nov 2017
Verfasser
f.geschichte21. Nov 2017

Also mit 8-9k würde ich mich nicht zufrieden geben. Wenn dir ein …Also mit 8-9k würde ich mich nicht zufrieden geben. Wenn dir ein schriftliches Festpreisangebot von 6.500€ vorliegt, würde ich ihm das knallhart hinlegen und keinen Cent mehr bezahlen.Damit beweist du schon einiges an Good Will. Immerhin sind 6.500€ auch schon fast satte 40% mehr als der Kostenvoranschlag von 4700€Damit sollte er sich dann auch zufrieden geben, wenn es wirklich so ist, dass Gerichte maximal bis 25% von unwesentlicher ERhöhung ausgehen und er dich im Vorfeld nicht über eine Erhöhung informiert hat.Bei dir sitzt das Geld ja offenbar locker - Eventuell bemerkt das auch dein Auftragnehmer und versucht mit dir Kasse zu machen.



Es sitzt nur "locker" weil ich durch Mydealz viel gespart habe
Spaß beiseite. Ich bin zumindest froh, dass die Mehrheit hier das genau so sieht. Ich hoffe es lässt sich auch so alles klären, ohne das ich vor Gericht muss.
Bearbeitet von: "milord" 21. Nov 2017
woosh.21. Nov 2017

kann dir zwar keinen rat geben, aber ich finde es interessant sowas hier …kann dir zwar keinen rat geben, aber ich finde es interessant sowas hier zu lesen.ist mal etwas anderes!



woosh.21. Nov 2017

kann dir zwar keinen rat geben, aber ich finde es interessant sowas hier …kann dir zwar keinen rat geben, aber ich finde es interessant sowas hier zu lesen.ist mal etwas anderes!



Alle, die keinen Rat geben können und sowas hier zu lesen interessant finden, klicken bitte hier auf gefällt mir
milord21. Nov 2017

Das Problem war, das die erste Firma keine Zeit hatte und einfach …Das Problem war, das die erste Firma keine Zeit hatte und einfach ausgebucht war. Deswegen haben wir uns für Firma 2 entschieden


Jetzt weißt du, warum die einen ausgebucht waren und die anderen Zeit hatten
Miese Masche, aber anscheinend weiß er, dass bei dir das Geld locker sitzt. Das nutzen leider viele Betriebe aus.
admin21. Nov 2017

@brandy1986 hat ja bereits genau den richtigen Paragraphen zitiert. …@brandy1986 hat ja bereits genau den richtigen Paragraphen zitiert. Streitig ist natürlich immer was "wesentlich" ist (die Gerichte sprechen hier von 10-20% ). Bei dem doppelten ist das ganze mit Sicherheit absolut unstrittig. Super aber für dich, dass anscheinend alles ordentlich dokumentiert ist. Desweiteren ist wichtig, dass Du einen weiteren Kostenvoranschlag hast, denn nur so kann man den "Schaden" nachweisen, der Dir enstanden ist. Ich denke damit solltest Du gute Karten haben. Vielleicht bietest Du dem Unternehmen nochmal an die Rechnung nachzubessern, bevor Du zum Anwalt gehst? Wäre meiner Meinung nach die einzige Alternative die es sonst noch gäbe. Hier noch ein verdammt passendes Beispiel dazu:http://www.radziwill.info/Handwerker-ueberschreitet-Kostenvoranschlag-Bauherr-muss-zahlen-wenn-er-dadurch-keinen-Schaden-hat



brandy198621. Nov 2017

das wird spannend... nach meiner rechtsinterpretation hätte dich die firma …das wird spannend... nach meiner rechtsinterpretation hätte dich die firma rechtzeitig über die mehrkosten informieren müssen § 650Kostenanschlag(1) Ist dem Vertrag ein Kostenanschlag zugrunde gelegt worden, ohne dass der Unternehmer die Gewähr für die Richtigkeit des Anschlags übernommen hat, und ergibt sich, dass das Werk nicht ohne eine wesentliche Überschreitung des Anschlags ausführbar ist, so steht dem Unternehmer, wenn der Besteller den Vertrag aus diesem Grund kündigt, nur der im § 645 Abs. 1 bestimmte Anspruch zu.(2) Ist eine solche Überschreitung des Anschlags zu erwarten, so hat der Unternehmer dem Besteller unverzüglich Anzeige zu machen.Quelle: https://dejure.org/gesetze/BGB/650.html§ 645Verantwortlichkeit des Bestellers(1) 1Ist das Werk vor der Abnahme infolge eines Mangels des von dem Besteller gelieferten Stoffes oder infolge einer von dem Besteller für die Ausführung erteilten Anweisung untergegangen, verschlechtert oder unausführbar geworden, ohne dass ein Umstand mitgewirkt hat, den der Unternehmer zu vertreten hat, so kann der Unternehmer einen der geleisteten Arbeit entsprechenden Teil der Vergütung und Ersatz der in der Vergütung nicht inbegriffenen Auslagen verlangen. 2Das Gleiche gilt, wenn der Vertrag in Gemäßheit des § 643 aufgehoben wird.(2) Eine weitergehende Haftung des Bestellers wegen Verschuldens bleibt unberührt.Quelle: https://dejure.org/gesetze/BGB/645.html



Neunzehnhundert8421. Nov 2017

Grundsätzlich darf das Angebot (Kostenvoranschlag) höher ausfallen. Der E …Grundsätzlich darf das Angebot (Kostenvoranschlag) höher ausfallen. Der Erhöhung sind jedoch Grenzen gesetzt. Wenn der Kostenvoranschlag „wesentlich überschritten" wird, ist der Handwerker gesetzlich verpflichtet, den Besteller hierüber unverzüglich zu informieren (§ 650 Abs. 2 BGB). Unverzüglich heißt immer ohne schuldhaftes Zögern, also sobald wie möglich.Als unwesentlich gilt nach der Rechtsprechung eine Überschreitung der Kosten von 10 bis 20 Prozent. In besonderen Ausnahmefällen wird von den Gerichten die Grenze manchmal bei 25 Prozent gezogen. Als Faustregel kann daher eine Grenze von 15 Prozent angenommen werden. Eine unwesentliche Überschreitung des Kostenvoranschlags muss der Auftraggeber grundsätzlich zahlen. Bei einer wesentlichen Überschreitung kann der Besteller den Werkvertrag außerordentlich kündigen. Die Höhe des Zahlungsanspruchs des Handwerkers ist auch davon abhängig, ob von dem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch gemacht worden ist. Kündigt der Kunde den Auftrag, so steht dem Unternehmer nur der Teil der Vergütung zu, der den bereits geleisteten Arbeiten entspricht. Beispiel: 70% der Leistungen wurden erbracht, so stehen dem Handwerker auch nur 70% der vereinbarten Vergütung zu. Wird der Werkauftrag hingegen nicht gekündigt, ist auch bei wesentlicher Überschreitung der Rechnungsbetrag zu zahlen. Wenn der Handwerker den Auftraggeber nicht rechtzeitig über die wesentliche Überschreitung des Kostenvoranschlags informiert, macht er sich schadensersatzpflchtig. Dies bedeutet, dass der Auftraggeber so zu stellen ist, wie er bei rechtzeitiger Information durch den Handwerker stehen würde.Beispiel aus der RechtsprechungEin Hausbesitzer hatte sich einen Kostenvoranschlag geben lassen und dann dem Handwerker einen Auftrag über Dacharbeiten erteilt. Die Handwerkerrechnung lag deutlich über dem vorher grob erstellten Kostenvoranschlag. Im Urteilsfall musste der Hausbesitzer die Rechnung trotzdem bezahlen (OLG Celle, Urteil vom 6. Juli 2000, Az. 22 U108/99). Nach Ansicht der Richter sei der Kostenvoranschlag nur als eine grobe Schätzung der Kosten anzusehen. So sei schon früh klar gewesen, dass die vereinbarte Summe überschritten wird. Trotzdem habe der Hausbesitzer die Arbeiten fortführen lassen, statt vom Auftrag an den Handwerker zurückzutreten. Fazit: Ein Kostenvoranschlag ist kostenlos, falls der Handwerker mit dem Auftraggeber nichts anderes vereinbart hat. Erhält der Handwerker den Auftrag und zeigt sich im Laufe der Arbeiten, dass es wesentlich teurer wird (10 bis 20 Prozent), muss er den Besteller hiervon unverzüglich darüber informieren. Der Besteller kann dann außerordentlich kündigen oder den Mehrpreis akzeptieren.Quelle: http://www.finanztip.de/kostenvoranschlag-handwerkerrechnung/


Kostenanschlag und Angebot sind zwei verschiedene Dinge und werden rechtlich verschieden geregelt.

Im Falle eines Angebotes findet §§ 145 ff. BGB Anwendung
Rein vom Gefühl her würde ich diese Rechnung unter keinen Umständen zahlen. Das man sich verschätzt und vom Kostenvoranschlag etwas abweicht kann passieren, 20 bis 25% würde ich noch tolerieren, aber mehr als das Doppelte sind schon übel und hätte besprochen gehört.

Ich hatte den Fall einmal bei der Autoreparatur. Abgesprochen und in Auftrag gegeben war das Austauschen der Bremsscheiben und Beläge, letztlich wurde aber ohne Absprache mehr gemacht und die Kosten stiegen von 550€ auf etwa 1050€, wobei das Auto vielleicht noch 1500€ wert war. Aufgrund der fehlenden Absprache habe ich schriftlich mitgeteilt nur noch die Kosten für die zusätzlich verbauten Teile zusätzlich zu bezahlen, den Betrag überwiesen und in mittlerweile 7 Jahren nie wieder von der Werkstatt gehört.
Das Problem hätte man umgehen können. Mit einem Baumhaus.
Nein
Carbyne21. Nov 2017

Das Problem hätte man umgehen können. Mit einem Baumhaus.


Oder 150 Baumhäuser
Bearbeitet von: "Amselchen" 21. Nov 2017
Dein Kommentar
Avatar
@
    Text

    Top Diskussionen

    Top-Händler