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Gaspreise: wie Du trotz Preiserhöhung sparen kannst

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Die Gaspreise explodieren und reißen ein ordentliches Loch ins Portemonnaie. Dennoch gibt es auch in dieser angespannten Lage, Möglichkeiten das Haushaltsbudget zu schonen. In diesem Ratgeber gehe ich der Gaspreisentwicklung auf den Grund und zeige Dir, was Du tun kannst, um beim Gastarif zu sparen!

Wie sich der Gaspreis zusammensetzt

Der monatliche Gaspreis für private Haushalte berechnet sich aus drei Faktoren: 

·       den Beschaffungskosten,

·       den Entgelten für die Netznutzung,

·       den Steuern und Abgaben. 

Nach dem gemeinsamen Monitoringbericht 2021 von der Bundesnetzagentur und dem Bundeskartellamt bestanden 44,1 % des Gesamtpreises aus den Beschaffungskosten, 24,1 % aus Steuern, 22,3 % aus Netzentgelten sowie die letzten paar Prozente für die Kosten von Messungen/Messstellen, für die CO2- und Konzessionsabgabe. 

 Fazit: knapp die Hälfte des Gaspreises geht an den Gasanbieter! 

infografik zusammensetzung des gaspreises

Die konkreten Gründe für die enorme Gaspreissteigerung in 2021

Die Steuern setzen sich aus 19 % Mehrwertsteuer und einer Gassteuer in Höhe von 0,55 Cent pro KWh für die Belieferung von Haushaltskunden zusammen. Netzentgelte variieren sehr stark, abhängig vom Standort, teils gibt es bis zu 600 % Unterschied.

2021 sind die Netzentgelte insgesamt um 2 % gestiegen, die Kosten für Steuern und Abgaben erhöhten sich indes um 0,5 Cent/KWh. Grund ist der zuletzt eingeführte CO2-Preis.

Doch was sind jetzt die Gründe für einen solch horrenden Preisanstieg fragst Du dich?

Zum einen ist es ganz klar: wir befinden uns in der kalten Jahreszeit! Aufgrund der steigenden Nachfrage steigt somit auch der Preis für Erdgas.

Zum anderen lässt sich der aktuelle enorme Preisanstieg aber so leicht nicht erklären. Schließlich ist Gas in Europa derzeit 400 % teurer als noch im April diesen Jahres! Und einen Winter haben wir jedes Jahr, wenn auch mal kälter, mal wärmer. 

Schuld sind die Beschaffungskosten, denn diese sind abhängig von der Nachfrage auf dem Weltmarkt, Witterungsbedingungen sowie geopolitischen Krisen.

Infografik durchschnittlicher Preis für Erdgas¹ in Europa von April 2015 bis November 2021

Warum die Beschaffungskosten für Erdgas gestiegen sind

An erster Stelle sind die derzeit außergewöhnlich niedrigen Lagerbestände in der EU und explizit in Deutschland zu nennen. Die Lager in Deutschland sind gerade mal zu etwas mehr als 2/3 gefüllt.  

Ganz einfach, viele der Gasspeicherbetreiber haben sich schlichtweg verschätzt. Aufgrund der im Sommer leicht erhöhten Preise entschieden sie sich gegen eine Aufstockung. Allerdings sind die Preise nicht wie vermutet wieder gesunken, sondern weiterhin angestiegen, was zu einem erhöhten Preis für die Energie sorgt. 

Doch es gibt noch weitere Gründe für die leeren Speicher. Eine von ihnen sind die Wetterbedingungen. Denn hinter uns liegt ein sehr windschwacher Sommer. So wurde weniger Windenergie produziert und letztendlich häufiger auf Gas zur Stromerzeugung zurückgegriffen. 

Aber auch der Wirbelsturm Ida, welcher Ende August durch die USA fegte, hatte negative Auswirkungen auf die Gaslieferungen. Denn im betroffenen Golf von Mexiko liegen die wichtigsten Exportterminals für Flüssiggas.

Auch die Corona-Krise hat ihren Beitrag zur Misere geleistet, denn anders als erwartet, erholte sich die Volkswirtschaft wesentlich schneller von der Pandemie. Die Folge war eine weltweit erhöhte Energienachfrage.

Zuletzt: ein Großteil des Erdgas stammt aus Russland.

Russland ist laut einem Ranking aus dem Jahr 2019 mit Abstand die absolute Nummer eins der größten Erdgasexporteure der Welt und Deutschland europaweit ihr größter Abnehmer. 

Der russische Gasproduzent Gazprom hat zwar seine Lieferverträge mit Europa erfüllt, allerdings die Nachfrage darüber hinaus nicht bedient. 

Vermutet wird nun, Gazprom könnte darauf abzielen, die Preise hochzutreiben bzw. Druck auszuüben, damit die Ostseepipeline Nord Stream 2 schneller in Betrieb genommen wird.

Fazit: Die Fehleinschätzungen der Gasspeicherbetreiber, die ungünstigen Witterungsbedingungen, die sich schnell von der Pandemie erholende Volkswirtschaft und mutmaßlich Gazprom, die jetzt versuchen Nord Stream 2 schneller zu aktivieren.

Was kann ich tun, um nicht zukünftig eine horrende Gasrechnung zu erhalten?

Fakt ist, dass fast die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland mit Gas beheizt werden. Die Gaspreissteigerung stellt demnach ein Problem für sehr viele Menschen dar. 

Wer auf Gas angewiesen ist, kann natürlich die Heizung etwas runter drehen und Energiesparen. Aber damit allein ist das Problem nicht dauerhaft gelöst. 

Das einzige, was Du langfristig tun kannst: begib Dich auf die Suche nach günstigen Gasanbietern, denn durch einen Wechsel des Gasanbieters kannst Du eine Menge sparen. 

gasflamme am herd
Source: KWON JUNHO / Unsplash.

Wie finde ich einen günstigen Gasanbieter?

Damit Du den für Dich günstigsten Anbieter für Gas findest, solltest Du ein Preisvergleichsportal nutzen. Genau wie Du es auch für Deinen Strom machst. Bei diesen Portalen lohnt es sich, den Vergleich zu machen:

Am besten vergleichst Du die Gaspreise bei mehreren Preisportalen, da die Anbieter teilweise in der Suche nicht immer den günstigsten Gastarif ganz oben platzieren. 

Auch kommt es vor, dass Werbung von anderen Gasanbietern dazwischen geschaltet ist, weil die Portale dafür eine höherer Provision bekommen. Laut Verbraucherschutz solltest Du auch die Voreinstellungen prüfen. 

Denn im Standard stehen nicht immer die langfristig günstigsten Tarife an erster Stelle. Auch solltest Du die Details genau prüfen. 

Günstige und geprüfte Angebote findest Du stets in unserem Überblick der besten Gastarife.

Worauf sollte ich beim Gasanbieter-Wechsel achten?

Es ist ratsam keinen Tarif zu wählen, bei dem Du nur per Vorkasse bezahlen kannst. Meldet der Anbieter Insolvenz, dann hast Du Pech. 

Auch solltest Du bei den Bonuszahlungen genau schauen, was Du erfüllen musst, um den Bonus zu bekommen. Hier empfehle ich Dir lieber einen etwas geringeren Bonus zu wählen, wenn es den dafür aber gleich am Anfang gibt. 

Teilweise gibt es Verträge mit bestimmten Paketen, welche dann günstiger sind. Der Nachteil ist hierbei, wenn Du weniger Energie verbrauchst als Du gedacht hast, zahlst Du dennoch den Preis für alle vertraglich vereinbarten kWh. 

Für optimale Flexibilität sind Anbieter gut, welche nach einem Jahr eine Kündigungsfrist von einem Monat anbieten. So kannst Du dann jederzeit zu einem Anbieter wechseln, der Dich billiger mit Strom und Gas versorgt. 

Welche Gasanbieter sind empfehlenswert?

Ich selbst bin bei E.ON, weitere namhafte Anbieter sind die folgenden:

Generell variiert der Preis für Gas je nach Region stark. Deshalb kann es hier keine pauschale Empfehlung geben und Du solltest stets einen Preisvergleich machen. Ich empfehle Dir jedoch, einen bekannten Anbieter zu nehmen. Es gibt auch unseriöse Anbieter in diesem Bereich, welche die Preiserhöhung einfach als Werbung tarnen. 

Häufig gestellte Fragen zum Wechsel des Gasanbieters

Wie schnell kann ich meinen alten Gasversorger-Vertrag kündigen?

Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bist Du noch in der Grundversorgung, sprich Du hast Dir noch nie einen Gasanbieter gesucht, dann kannst Du mit einer Frist von 14 Tagen kündigen. Hast Du bereits einen Gasanbieter gewechselt, dann steht die Laufzeit und die Kündigungsfrist in Deinem Vertrag. 

Wenn Du den Gasanbieter wechselst, dann übernimmt der neue Energieversorger für Dich die Kündigung.  

Was tun bei einer Erdgaspreis-Erhöhung?

Woher kenne ich meinen Gasverbrauch?

Kann ich durch einen Wechsel ohne Anbieter im Kalten stehen?

Wie kann ich meine Energie-Kosten senken?

Weitere Fragen zum Thema Gaspreise?

Das war Dir alles nicht detailliert genug, wir haben in Deinen Augen wichtige Punkte vergessen oder sogar einen Fehler gemacht? Dann zögere nicht, uns zu kontaktieren!