Tipps und Tricks zum Versand aus China (Zoll)

Ich bestelle inzwischen immer öfter aus China, einfach weil es doch das gleiche Zeugs ist, was es auch bei Amazon für das 5-fache gibt.

Ich dachte daher, ich lasse euch mal an meinen Erfahrungen teilhaben, denn manchen Versandweg kann man echt in die Tonne kloppen und Zollgebühr bzw. eher die Einfuhrumsatzsteuer ist auch schnell mal dabei.

Ich kaufe hauptsächlich bei AliExpress und ich denke die meist verwendeten Versandmöglichkeiten sind

- China Post Air Mail (extrem langsam, meistens nur innerhalb von China verfolgbar)
- AliExpress Shipping (VK versendet an AliExpress Warenlager und die senden es weiter. Kann mal ganz schnell gehen und mal ewig dauern, weil die wohl Lieferungen voll machen und dann kommts drauf an wann die nächste nach Deutschland geht).
- ePacket (wird soweit ich weiß von China EMS bis nach Frankreich geschickt und von Frankreich mit DPD nach Deutschland)
- Hong Kong und Singapur Post und PostNL (meine Favoriten nach ePacket, alle ziemlich schnell in EU (nur wenige Tage), dann dauerts meist noch 7-10 Tage bis in Deutschland).
- EMS (bloß nicht EMS, das ist meist teuer, langsam und einfach nur Mist).

All diese Versandmöglichkeiten landen früher oder später bei der Deutschen Post / DHL zur Auslieferung (außer ePacket). D.h. es kann sein, dass man diese beim Zoll abholen muss (DP darf das an das Zollamt weiterleiten). Teilweise kommen die auch als Einschreiben und müssen dann ggf. bei der Post abgeholt werden. Deswegen sollte man lieber keine Packstationsadressen angeben, auch wenn das grundsätzlich möglich ist.

Davon abgesehen gibts natürlich auch die üblichen (Express-)Logistikunternehmen, wie DHL, TNT, FedEx, UPS, etc. die meistens immer Aufpreis kosten.
Ich habe bisher Erfahrungen mit DHL Express und FedEx gemacht und kann daher folgendes empfehlen:

- Bei Sendungen die verzollt werden müssen, sollte man FedEx nehmen und sich vorher einen kostenlosen Account anlegen und dort eine Kreditkarte (glaube Lastschrift geht auch) hinterlegen (es fällt dann keine Verzollungsgebühr an). Dann kann man den Artikel bestellen und sobald man die Sendungsnummer hat, kann man die Einverständniserklärung für die Verzollung zu FedEx schicken. Macht man das nicht, bleibt das Paket in Deutschland am Flughafen liegen, bis die Einverständniserklärung unterschrieben wurde. Dann ist es für das Kundenkonto aber eigentlich zu spät und man muss die Verzollungsgebühren (gute 10 EUR) bezahlen. Bei mir haben sie nach einigem hin und her eine Ausnahme gemacht und doch das eben eröffnete Kundenkonto berücksichtigt. Standard ist das aber nicht.

- Bei Sendungen die nicht verzollt werden müssen, kann ich DHL Express empfehlen. Bei denen gibts die Möglichkeit mit dem Kundenkonto nicht (für Privatkunden), sodass immer knapp 12€ Gebühr anfallen würden, die man auch noch passend beim Kurier bezahlen muss (die nehmen auch nur Bargeld). Ist der Zustellversuch fehlgeschlagen, kann man kostenfrei einen zweiten Zustelltermin ausmachen und ein Zeitfenster von 8-12 oder 12-17 uhr ausmachen (bei mir kamen sie dann um kurz vor 20 uhr...).

Natürlich gibts auch immer wieder Stress mit dem Zoll, weil die Versender oft einfach zu blöd sind, die Artikel richtig zu deklarieren. Die Bestellnummer im Deklarationsformular wird nicht akzeptiert und doch hin und wieder von der Verkäufern so reingeschrieben. Da ist auch FedEx mein Favorit, denn die haben eine nette und vorallem kostenlose Hotline. DHL Express will doch wirklich 0,20 EUR pro Minute aus dem Festnetz und man wird genötigt dort anzurufen, wenn z.B. die Zustellung nicht geklappt hat oder in der Sendeverfolgung nur "Contact DHL" steht.
Bei DHL, FedEx & Co. kommt das Paket meist gar nicht beim Zoll vorbei, sondern wird immer vom Transportunternehmen angemeldet und die Steuern bezahlt. Der Zoll kriegt das meistens nicht zu Gesicht. Stimmen die Begleitdokumente halbwegs gehts auch durch. Theoretisch könnte man auch Hardware für ein paar hundert Euro kaufen und der Verkäufer deklariert sie mit 20$ (machen die oft auch einfach so). Wichtig ist halt, dass in den Dokumenten nicht irgendwelcher Müll steht.

Dann gibts auch noch die Kostenfalle Versandkosten. Hin und wieder (mir noch nie passiert zum Glück) errechnet sich der Zoll auch die Versandkosten, wenn sie nicht auf der Rechnung angegeben sind. Bei FedEx entsteht da z.B. locker ein Betrag von 500$, auf den dann Einfuhr- und Zollgebühren kommen, auch wenn diese nicht wirklich erhoben wurden. Ist die Rechnung dann zu niedrig deklariert, muss man natürlich wahrheitsgemäß den echten Preis angeben, um die errechneten Versandkosten nicht zahlen zu müssen.

Ganz wichtig: niemals selbst Dokumente zum Logistiker oder Zoll schicken, die nicht stimmen, denn dann ist man voll am Arsch. Was immer der Verkäufer deklariert liegt in seiner Verantwortlichkeit, nicht in der des Empfängers.

Natürlich muss man sich nach Empfang beim Zoll melden und nachversteuern, wenn etwas nicht stimmt

4 Kommentare

DHL Express? Die VSK übersteigen meist bei weitem den Artikelwert aus China.

Ist SF E-Parcel das erwähnte ePacket?

Habe derzeit ne Rechnung von Fedex mit der verzollungsgebühr vorliegen. Habe diese Gebühr ignoriert und nur die eust und die mwst bezahlt. Kam natürlich prompt ne Mahnung. Muss ich da in den sauren Apfel beißen? Hätte das Paket viel lieber selber beim Zoll abgeholt

Verfasser

@Ermittler: Das kommt darauf an, ich habe letztens erst eine Xiaomi Mi Box bei Aliexpress gekauft und DHL Express hat nur 7$ mehr gekostet. Expressversand ist natürlich immer teuer und ist grad bei billigen Artikeln oft im hohen Bereich.

@xmetal: Nein, das heißt wirklich ePacket. SF ist wieder was anderes. ePacket war ursprünglich eine Kooperation von China EMS und USPS, wurde jetzt jedoch nach und nach auf weitere Länder erweitert. SF ist eine ganz andere Firma.

@Iavitz: Wenn du keine Erklärung dafür abgegeben hast, darf FedEx keine Gebühr dafür verlangen (DHL Express ist glaube ich, warum auch immer, eine Ausnahme). Bei meiner ersten FedEx Lieferung hatte ich das auch (Rechnung für Steuer und Gebühr im Briefkasten). FedEx hat nach einem Anruf gleich gesagt, dass ich nur die Steuer überweisen könne, denn es lag ja keine Einverständniserklärung vor. Beim zweiten Mal war FedEx dann gleich schlauer und hat das Paket vor dem Zoll nicht mehr weiterbefördert, bis die Erklärung vorlag. Ruf am besten mal die Hotline an. Hast du dein Einverständnis unterschrieben, dann musst du natürlich zahlen. Nur die DP darf übrigens Pakete einfach so an dein Zollamt weiterleiten. Paketdienste wie DHL, FedEx, UPS, etc. dürfen das nicht.

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