Gepostet 6 September 2023

ETF Depot bei Broker sicher?

Hi Zusammen,

wenn man etwas recherchiert, kommt man irgendwann zu den Informationen der Anlegerentschädigung bis zu 20.000€ pro Anleger. D.h. wenn ein Broker nicht in der Lage ist die Wertpapiere herauszugeben, dann hat man nur einen Schutz bis zu 20.000€.

Auf der Seite von Bafin kann man das zb nachlesen. Insbesondere werden da auch „Banken ohne Vollbankerlaubnis“ erwähnt.

Daher wollte ich wissen, ob es eventuell sicherer ist, den Depot bei einer Direktbank zb ING zu eröffnen statt bei einem Broker wie TR? Wenn man zb nur einen weltweiten ETF bespart, den es in beiden Depots gibt, sollte doch ING genauso günstig bei einem Sparplan sein wie zb TR? Ich würde mich eventuell bei einer Direktbank sicherer fühlen als bei einem Broker. Zudem ich auch über Artikel gelesen habe, die meinen, dass es Broker geben könnte, die so tun als ob sie die ETFs kaufen, aber in der Realität dies nur vortäuschen etc.

Ich weiss, dass im Internet auch viel komisches steht und eventuell ich das nicht richtig begreifen kann, daher wollte ich die mydealz community fragen, ob ihr Broker genauso sicher wahrnimmt wie Direktbanken?

Vielen Dank im Voraus.
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20 Kommentare

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  1. El_Pato's Profilbild
    Die Kosten unterscheiden sich schon. Je nach Papier und ob Sparplan oder nicht. Und Kurse plus Zeitpunkt spielen auch ne Rolle. Dass ein Broker nur vortäuscht ist doch Käse. Die haben solide Geschäftsmodelle. Sie verkaufen deine Käufe und die großen schalten sich zwischen bzw antizipieren die kleinen Fische. Nicht in der Lage herauszugeben soll was bedeuten? Sondervermögen wird bei einer Pleite herausgegeben. Wenn die Systeme abschmieren ohne Backup? Naja. Was genau wäre denn das Szenario wo das Risiko entsteht abseits von Straftaten wie von dir erwähnt?

    Mehr sorgen würde ich mir über die nicht vorhandene Einlagensicherung bei TR machen. Steht in den AGB explizit erklärt. Und da ist auch klar was das Risiko ist. (bearbeitet)
    XadaX's Profilbild
    Stimmt, strafbares Verhalten hat es in Deutschland von Finanzdienstleistern ja noch nie gegeben.
    Es ist halt immer alles sicher, bis sich herausstellt, dass es doch nicht so ist. (bearbeitet)
  2. blubdidup's Profilbild
    Aktien, ETF, Fonds etc. sind "dein" Sondervermögen. Auch wenn die Depot-Bank (bei Trade Republic ist das mit der HSBC-Bank die größte von Europa) pleite gehen sollte, wären diese entsprechend weiterhin dir und können auf eine neue Depotbank übertragen werden.

    Das Einlagenssicherungsgesetz sollte nur zur Geltung kommen, wenn das Institut der Kontrahent zu einem Derivat o.ä. ist und dir einen Geldbetrag schuldet.
    konsumierer66's Profilbild
    Autor*in
    Ich weiss, dass dies Sondervermögen ist, trotzdem gibt es die Regelung der Anlegerentschädigung (nur bis 20.000€), wenn die Bank oder der Broker die Wertpapiere nicht herausgeben kann. Darauf zielt meine Frage ab
  3. Ichwillmehr's Profilbild
    Sofern die Wertpapiere bei einer Depotbank in Deutschland verwahrt werden, musst du dir über Einlagensicherung m.E. keine Gedanken machen - v.a. wenn du kein Daytrader mit hohen Volumina bist.

    Letztlich besteht das Insolvenzrisiko immer nur hinsichtlich der Geldflüsse (Dividenden, Verkäufe, usw.) und nicht bezüglich deinem Depotbestand. Wenn du ein Wertpapier veräußerst, bekommst du i.d.R. den Geldbetrag zwei Bankarbeitstage später valutarisch gutgeschrieben. In diesen zwei Tagen würde rein theoretisch bei einer Insolvenz der Depotbank die von dir genannte Einlagensicherung greifen.
  4. CarstenF's Profilbild
    Rein theoretisch könnte natürlich ein Neo-Broker Betrug begehen und die Wertpapiere nicht vollständig kaufen und Dir stattdessen nur über Deinen elektronischen Depotauszug vortäuschen, Du hättest diese Wertpapiere in Deinem Depot. Oder der Neo-Broker könnte Deine Wertpapiere ohne geeignete Sicherheiten verleihen an jemanden, der Insolvenz anmeldet. Habe aber noch nicht gehört, dass ein deutscher Broker einen derartigen Betrug begangen hätte. Die Crypto-Börse FTX hat offenbar Kundengelder veruntreut, da sollen 10 Milliarden USD an Kundengeldern unerlaubt an eine Schwester- oder Tochterfirma verliehen worden sein und waren dann mal weg (siehe
    en.wikipedia.org/wik…FTX). Auch bei Wirecard waren Gelder, die vorhanden sein sollten auf einmal gar nicht auf den Bankkonten vorhanden. Die Kontoauszüge, die diese Gelder den Wirtschaftsprüfern gegenüber nachweisen sollten, waren offenbar gefälscht.
    Von daher - völlig ausschließen kann man Betrug nie... und wenn nichts da ist, hilft im Insolvenzfall auch kein Sondervermögen. Allerdings betrifft dieses Problem nicht nur Neo-Broker, sondern jeden Broker und jede Crypto-Börse.
    Für diesen Betrugsfall würde dann die oben angesprochene Summe von 20.000€ greifen. Konkret steht in
    § 4 Abs. 2 Anlegerentschädigungsgesetz: "Der Entschädigungsanspruch ist der Höhe nach begrenzt auf 90 Prozent der Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften und den Gegenwert von 20 000 Euro."
    Man könnte seine Investments auf mehrere Depots bei mehreren Brokern aufteilen, um dieses Risiko zu reduzieren. (bearbeitet)
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